Xing war enttäuschend: LinkedIn wird schlimmer – Sie können kein Online-Marketing
Ich mag LinkedIn. Ich bin zu alt für facebook. Und bei Xing finde ich einfach (noch) keine Tools, die es über ein Online-Adressbuch hinausheben. Ja, da gibt es Diskussionsforen, ich weiß: 3% Schreiben, 10% Lesen und 87% sind nur eingetragen. So liegen also alle meine Hoffungen bei LinkedIn. Da gibt es valide Kontakte, und ich kann – endlich – mein Businessnetzwerk mit Funktionen erweitern wie slideshare o.ä.
Ich habe dort sogar eine Gruppe gegründet – enterprise 2.0 in deutsch- und nach ein paar Tagen waren auch 20 Mitglieder dabei. Einer von denen schreibt sogar sehr kluge und lesenwerte Beiträge aus dem Alltag. Ich wünschte mir, die Amis würden etwas mehr Werbung machen. Mit der Betonung auf wünschte. Denn was dann dabei rauskam, ist aus meiner Sicht – und ich berate Firmen hinsichtlich Marktkommunikation – ein utmost worst case. Entweder Sie haben kein Budget und dachten sich, dass man auch ohne Ideen und ohne Ahnung von Schnittrhythmus, Kameraeinstellungen und ohne eine Message einfach mal auf Social Media Marketing macht, und auf Youtube ein Filmchen hinlädt, dass dann die awareness generiert. Und das hier kam dabei heraus:
Ich könnte mich jetzt darüber lächerlich machen. Aber das Lachen bleibt mir im Hals stecken: Ich wollte LinkedIn doch mögen. Es sieht aus wie der Werbefilm einer Kreationistenvereinigung des radikalen TV-Priesters XYZ. Halt, falsch. Die haben immer sehr profesionelle Mediengestaltung – etwas traditionell, aber nicht so schlimm, wie das hier. Gutes Handwerk meistens.
Nein, dies ist wirklich ein Offenbarungseid. Es ist schlimmer als kein Marketing. Es ist DAS Schlimmste Video im Bereich Social Media Marketing und wird meine Studenten sicher erfreuen. Wir werden es in der Luft zerreißen. Ich glaube, Xing hat große Chancen, eines schnell heran nahenden Tages LinkedIn zu kaufen. Ich mag eigentlich beide ganz gerne, war aber von der zunnehmenden mangelnden Nutzerorientierung bei Xing enttäuscht. Jetzt schlägt das Pendel wieder in Richtung Xing – und zwar sehr deutlich.





Das mit dem Einarbeiten kenne ich gut, es gibt wirklich viele Möglichkeiten. Das hat schon was. It’s more charming than others…
Okay, zu dem Video sage ich jetzt mal nichts.
LinkedIN hatte mir bisher gar nicht gefallen, bin daber derzeit wieder mehr dabei mich
auch dort einzuarbeiten.
So richtig überzeugt wurde ich bisher aber nicht, das Video konnte mich jetzt ehrlich gesagt auch nicht überzeugen :-))
Wie gesagt, die etwas professionellere Anmutung und Ausstattung hat LinkedIn zweifellos. Die Q&A finde ich auch wirklich sehr gut, einige Zusatzfunktionen dort sind wirklich ein must Xing, obwohl dort noch nicht zu sehen. Vielleicht sehe ich ja bald ein neues Mitglied bei der deutschen LinkedIn-Gruppe enterprise 2.0?
Aber in den zweitgrößten Onlinemarkt der Welt zu gehen mit so einem Video? Ist schon sehr fragwürdig. Besser wäre es ohne gewesen.
Also, was ich bei LinkedIn toll finde, ist die Möglichkeit von Referenzen für vergangene Projekte… das fehlt mir bei allen anderen Plattformen – ist aber super, um Spreu von Weizen zu trennen. Und die Q&A sind teilweise ganz interessant zu lesen.. und auch gelegentlich kurz und präzise beantwortbar.
Deshalb wird mich selbst dieses fürchterliche Video nicht davon abhalten, weiter dort reinzuschauen.
Um zu sehen, wie man es gut macht, muss man sich einfach dasselbe Video für die spanische Community ansehen. Alles gut kadriert. Guter Ton. Und auch ein bißchen mehr Inhalt für Menschen, die eben NOCH NICHT bei LinkedIn sind… die kann man ja ohne weiteres auch mal ansprechen.
http://www.youtube.com/watch?v=YtqgGSwE11w
Das spannende ist ja, dass einige bei Xing, mit denen ich dort in der Gruppe Internet-Markting diskutierte, der Meinung sind, dass es eigentlich gar nicht so schlimm ist, obwohl ich 10 schwere Fehler aus der Sicht eines Cutters/Kameramanns (ich war ja mal vor Urzeiten beim Film) aufzeigte. Dann kam die Idee auf, dass sein so gedacht und solle so matatuerhaft wirken, weil das dann aussähe wie von Freunden und Fans für LinekdIn gemacht. Da war dannSchluß für mich mit der Diskussion. Wenn das stimmen würde, würde es die ganze Sache noch um einen Level mehr ins Lächerliche ziehen.
Ja, wie schon besprochen, wenn Xing Ning kaufen würde, dann gerne – dann wäre ich ein glühender Xing-Verfechter – aber ob Marc Andreesen das mitmachen würde…Ich habe leise Zweifel.
In der Tat, grausig ist noch euphemistisch! Dagegen ist doch XINGs Versuch des viralen Marketings ganz gut gelungen:http://www.youtube.com/watch?v=wvw2_oh-Ais&dpt=ma&ttp=sysnews&plf=own&pid=20090129&xtr=xngvrlvd
LinkedIn dagegen muss noch lernen, dass Anwendungen in anderen Sprach- und Kulturräumen anzubieten nicht nur die Übersetzung der Oberfläche erfordert. Siehe den Screenshot der LinkedIn-App “Company Buzz”: http://twitpic.com/1g4ns
Hallo Herr Graf,
verstehe Ihre Einwände gut. Ich mag Xing ja auch. Ich kann aber bei LinkedIn endlich slideshare einbinden und es gibt diverse andere Widgets. Das fehlt mir bei Xing doch. Ich bin ja sehr verwöhnt von Ning, als es noch performant lief. Wenn ich die Zeit und VC hätte, würde ich Xing mit Ning verheiraten und in drei Jahren Facebook angreifen. Aber das mit der Entscheidung für Deutschland haben Sie wohl gut verstanden. Würde mich nicht wundern, dass sie erst mit Marketing anfingen, als Zuckerberg auf der DLD seine 2 Millionen Nutzer News rausposaunte…
Schaun mehr mal, wie ein berühmter Imperator zu sagen pflegte.
Ich mag ja Xing. Weil da einfach alle drin sind. Und ich mag Linkedin nicht, weil ich es nicht verstehe, ich das Design furchtbar finde und ich nichts finde, was es über Plaxofacebookundwiesiealleheissen hinaus hebt. Der Video bestätigt nur: Halt schon wieder ne Ami-Firma, für die der deutsche Markt halt über “jetzt machen wir halt in Gottes namen eine deutsche Version” erobert werden soll.
Da bleibe ich lieber beim deutschen Original.