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"Zur ganzen Wahrheit gehören zwei – einer, der sie sagt und einer, der sie versteht." Henry David Thoreau

Wissen als Quelle des Lebens und der Gemeinschaft

book1Zu Ostern schlage ich die Lektüre zweier englischer Texte vor, die das Spektrum unseres Denkens über Wissen, Entscheiden und planvolles Handeln in eine neue Richtung bringen können.

Zunächst Kevin Kellys aktueller Blogbeitrag: Inevitable Minds. Erneut ein Beispiel für die Distanz hinsichtlich der inhaltlichen Tiefe zwischen den Blogs in englischer und deutscher Sprache. Oder um es auf die Spitze zu bringen: Es ist auch ein Hinweis, wie groß die qualitative Distanz zwischen freien Texten in amerikanischen Blogs und kommerziellen Texten in deutschen Magazinen und Zeitungen ist.

Und der zweite Text ist ein 30 Jahre alter Auszug aus einem Buch von Jean-Francois Lyotard namens The Postmodern Condition. A Report on Knowledge. 1979. Leider kennen die meisten nur das erste Kapitel, das aktueller kaum sein könnte: Knowledge in Computerised Societies. Ich empfehle jedoch die Lektüre aller 5 Probekapitel und besser noch mehr Texte von ihm. Das aktuelle Kernproblem des zwanghaften Festklebens am menschlichen Subjekt als Wissenszentrum kann von Lyotard aus erfolgreich transzendiert werden. Mit seinen Schriften löst sich auch das Problem des aggressiven Aktes namens Konsens aus der Habermas-Welt des vermeintlich herrschaftfreien Diskurses.

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Folgende Schlagwörter: Die Gesellschaft, Die Kommunikation, Wissen 2.0, Wissensmanagement

2 Kommentare

  1. Mir ging es ja bei der Überschrift darum, beiden Texten einen Rahmen zu geben. Bis zum heutigen Tag scheint man sich ja darin zu gefallen, Denken und Berechnen sowie Gedächtnis und Speichern analog zu denken. Kevin Kelly hat ein paar schöne Beispiele von Tieren, die sich an ihre Umwelt anpassen und bezeichnet das als Intelligenz. Strategisches Denken kommt da gar nicht vor. Antizipatives Handeln als Teil der Intelligenz wird es auch in 50 Jahren noch nicht in der Künstlichen Intelligenz geben. Und auch der Text von Lyotard deutet darauf hin, dass die Damen und Herren Experten in den letzten 30 Jahren des Nachdenkens noch keinen entscheidenden Schritt hinsichtlich des gesellschaftlichen Einsatzes von digitalisiertem “Wissen” gemacht haben. Daten sind eben kein Wissen, da sie eben keine korrelierten Relationen enthalten, die ein Speichern des Einzeldatums überflüssig machten. Insofern sind Datenbanken einfach nichts anderes als Aktenordner mit einer Registratur. Dieses Modell der Informationsverarbeitung hilft aber rein gar nichts in Bezug auf das Wissen als Quelle des Lebens und vernetzer Gemeinschaft… Insofern ist dein Hinweis richtig, Wissen kann parallel zum Leben stattfinden, muss aber nicht. Es ist auch nicht nachgewiesen, dass es in jedem Fall zur Existenzerhaltung mehr beiträgt als Probieren, Gewohnheiten oder gar Unterlassen von Handlung.

  2. Naja,ich bin teilweise damit einverstanden.Wissen hilft sehr im Leben,aber noch viele andere Sachen sind auch wichtig.Das Leben als ganzes läuft eigentlich während wir unsere Zukunftspläne bauen.Das ist das Leben.

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