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"Zur ganzen Wahrheit gehören zwei – einer, der sie sagt und einer, der sie versteht." Henry David Thoreau

Wir bitten Sie, aus Sicherheitsgründen umgehend das Netz zu betreten! – Human Web Manifesto

Gesellschaft im Netz: Hilfe wir ändern uns

Moralische Panik ist eine ganz gewöhnliche Reaktion auf neue Arten von Kommunikation. (Chalaby, J. K. (2000). New media, new freedoms, new threats. Gazette: International Journal
for Communication Studies, 62(1), Seite 19–29 sowie Winston, B. (1986). Misunderstanding media. Cambridge, MA: Harvard University Press.) Die Wissenschaft kennt das schon vom Radio und dem Fernseher und bereits in den Neunzigern wurde das Internet dämonisiert. Ein ganz alter Hut, der von alten Menschen oder altgebliebenen immer wieder gern getragen wird. Das ist auch nicht anders mit dem ganze neuen Web namens Realtime Web oder Pushbutton Web oder Echtzeitnetz oder einfach Soziales Web. Im Unterschied zu früher kommt nun die vierte Dimension ins Spiel. Denn bisher hat man fleissig wie die Bienen alles was irgendwie nach Text, Film oder Bild aussah, als Content deklariert und gespeichert.

Zugegeben, Content ist nicht gleich Inhalt und schon gar nicht Gehalt, aber den Software- und Hardwarefirmen hat dieser Sammel- und Speicherzwang über Jahre ein nettes Auskommen bereitet. Vor allem als klar wurde, dass man im Netz und auf Festplatten “Regale” aufbauen muss für all den Content. Diese Regale heißen Datenbanken. Und wer schon mal in einem Hotel oder einem Luxusdampfer gearbeitet hat, der weiß, das man ohne Gängeplan und Regalnummerierung Stunden verbringen kann, um etwas zu finden. Zwei Studenten aus Amerika haben sich gedacht, dass die Idee von Yahoo, an jeder Biegung einen Flurmeister einzusetzen, eine sehr kostenaufwändige Idee ist, um Menschen ihre Suchwünsche zu erfüllen. Die Orientierung klappt zwar prima, aber jeder Wegweiser kennt nur sein Gebiet. Also hat sich Google gedacht, alle diejenigen, die immer in den Küchenkatakomben rumlaufen, können doch denen helfen, die immer in den Wäschekellern rumhängen, falls die mal ‘ne Dose Pfirsiche brauchen. Und die Maschinisten haben Ahnung von gar nichts – außer den Motoren. Aber auch die wissen etwas. Nämlich wo im Schiff die niedrigsten Resonanzen vom Schiffsdiesel zu erwarten sind – Ruhe kann manchmal Gold wert sein. So hat jeder an Bord echt Ahnung von irgendwas, dass einem anderen irgendwann nützlich sein kann. Nur verbinden müsste man all dieses Spezialwissen irgendwie. Und zwar so, dass die Verbindungen zwischen all den Leuten einen Hinweis geben darauf, wer was am besten kennt. Wer oft um Pfirsiche gebeten wird, der muss wohl ein Ass im Pfirsichfinden sein. So ähnlich funktioniert der Algorithmus von Google. War zu seiner Zeit – Ende der Neunziger – der absolute Burner, wie Detlef D. Darnell sagen würde.

Soziale Netzwerk: Symptom oder Chance?

Aber dann kam die Zeit der Sozialen Netzwerke wie Friendster, Orkut, Facebook und Xing. Man musste gar keine Webseiten schreiben, damit Google erkannte, wer besonders oft und gut über Themen schrieb. Man musste Leute kennen. Die hatten alle Eigenschaften. Wenn sie sich selbst gut einschätzen konnten und ihre Charateristika preisgaben, dann konnte man anhand dieser Informationen und den Menschen, die damit verknüpft waren, erkennen, wer sich in welchem Umfeld aufhielt und wer starke oder lose Verbindungen mit wem unterhielt. In der Datenwelt heißen diese Querverweise Links und in der Menschenwelt Relationen oder Beziehungen.

Einige Studien haben ergeben, dass junge Menschen diese Beziehungen stärken oder zumindest erhalten, indem sie in Sozialen Netzwerken wie Facebook oder MySpace ihre Kontakdaten mit anderen Austauschen, Statusmeldungen regelmäßig aktualisieren oder einfach Meinungen zur Diskussion stellen. Neue Bekanntschaften entstehen mit diesen Werkzeugen kaum. (Acquisti, A., & Gross, R. (2006, June). Imagined communities: Awareness, information sharing, and privacy on the Facebook. sowie Ellison, N. B., Steinfield, C., & Lampe, C. (2007). The benefits of Facebook ‘‘friends:’’ Social capital and college students use of online social network sites. Journal of Computer-Mediated Communication, 12, 1143–1168.)

Man kann also zumindest – wenn man ein gewisses demografisches Tiefpassfilter einsetzt – davon ausgehen, dass viele Menschen das Netz in diversen Formen nutzen, um mentale und/oder soziale Bedürfnisse zu befriedigen. Diese Bedürfnisse scheinen anthropologische Grundbedürfnisse zu sein, die früher in Clans oder Sippen erlebt wurden und sich dann immer weiter differenzierten infolge kultureller Verfeinerung. Zunächst unter dem einigenden Glaubensbegriff von Sekten und Religionen und später unter elaborierten Glaubenssystemen wie Wissenschaft, Politik oder eben Berufspraxis.

Wohin geht die Reise?

Wohin geht die Reise?

Geschichte und Zukunft – Hindernis oder Ziel?

Mit der Aufklärung wurde der Zusammenhalt der Kirche durch die Einführung des gottähnlichen Individuums nachhaltig gelöst, und einzelne Menschen begannen, eigene Weg zum Heil, Glück oder inneren und äußeren Frieden zu finden. Aber die Tendenz zur Gemeinschaft blieb auch ohne einigenden Gott, wie die Entstehung der Städte beweist. Diese künstlichen Gemeinschaften waren schnell zu unübersichtlich, sodass sich kleinere Einheiten bildeten, die im urbanen Raum interagrierten. Geborgenheit und Übersicht nahmen weiter ab und wagrmutige Pioniere flohen aus dem Schutz der Stadtmauern. An genau dieser Stelle befinden wir uns gerade. Um es im Jargon der Naturwissenschaftler zu sagen: Wir besiedeln gerade einen neuen Planeten – das Netz. Wir fahren nicht in milliardenteuren Metallbüchsen ein Jahr zum roten Planeten, sondern wir begegnen dem Anderen im Schutz der virtuellen Sardinenbüchse. Wir kolonisieren das Web genau wie damals die europäischen Staaten den Rest der Welt:

Mit einer langen Tradition an Gesetzen, Ideen und den richtigen Handlungen im Gepäck, reisen wir ins gelobte Land, wundern uns über die unbewohnten Flächen und rammen unsere Pflöcke ein, wo es noch kein Anderer tat. Die hasenfüßigen Mitmenschen haben die ersten Pioniere mitleidig bei ihrem Exodus beobachtet. Jetzt wo alle claims abgesteckt sind, kommen sie mit dem Gerechtigkeitsbuch und dem erhobenen Zeigefinger und verlangen, dass alles neu verteilt wird nach den alten Bräuchen und gefälligst die alten Gesetz der Vorväter gelten. Die Siedler sind “not amused”.

Zwei Welten – eine Menschheit?

An dieser Stelle fangen einige geistreiche Denker an, festzustellen, wir hätten eine Welt, die in analoge und digitale Anteile zerteilt wäre. Sie beginnen, einen Krieg herbeizureden. Das muss man ihnen lassen. Sie haben in Tausenden Jahren eines verfeinert, und das ist das Aufteilen der Existenz in zwei Lager: Das Erwünschte und Erreichte. Letzteres ist ihnen Legitimation für das Erstere. Wer auf irgendetwas zurückblicken kann – und sei es noch so fadenscheinig oder gar schlicht ererbt – hat ein Anrecht auf das, was er noch nicht hat. Wer sich just im Moment etwas erarbeitet hat, ist schlicht ohne Historie und damit quasi nackt.

Jetzt, wo junge Leute im Netz eigene Formen des Zusammenkommens erfinden und erlernen, kommen die Altvorderen, zeigen mit ausgestreckten Zeigefingern auf beschmierte Wände und erkennen zweierlei: Das sind Schmierereien und die Wände gehören jemandem. Das ist zunächst das Vorgehensmodell der politischen Kasten: Man beobachtet die Leute und wenn sie Neues erschaffen (Emergenz), dann erkennt man darin die eigene Geschichte und versucht das Ganze zu vereinnahmen mit dem Hinweis auf die Notwendigkeit der Regeln des Anstands. Was genau sich dahinter verbirgt, wird erst klar, wenn man sie gewähren läßt. Denn dann werden einfach alte Strukturen in neuen Substanzen geformt und jegliche Attraktivität weicht aus ihnen. Aber bis dahin haben sie schon einen Wert erhalten, den man gegen Geld tauschen kann. Wer den Preis bezahlt, verliert die Wette, dass dieses Land fruchtbar ist. und so zieht die Karawane weiter. Hinter ihr ehemals teures Land, dass ausgelaugt darnieder liegt.

Wenn man die letzten Monate die Artikel und Bücher zur neuen Ökonomie und zum Netz und dem virtuellen Planeten gelesen hat, dann wird einem klar, in welchem Stadium wir uns befinden. Es ist schon fast zu spät. Wenn wir diese Mal nicht die zarten Pflanzen vor den handgeschmiedeten Pflügen der Großgrundbesitzer retten, dann wird erneut eine Chance vertan, die alte polis der Griechen auf neue Füße zu stellen. Füße, die es nun ermöglichen weltweit im Austausch mit allen im Open Space gemeinsam zu erörtern, was wir wie machen wollen. Ohne Parteien und ohne Vertreter, die nichts anderes tun, als den Gehorsam dahin zu wenden wo der Wind herbellt. Wir können eine neue Stufe der Gemeinschaft erreichen und eine ethische Transparenz erschaffen, die wirklich Glaubwürdigkeit bedeutet – also das Übereinstimmen von Tun und Sprechen – auf diese Weise kann eine Sicherheit und Geborgenheit entstehen, die 80% unserer Sicherheitsausgaben überflüssige macht – damit meine ich Versicherungen, Militär, Politik und deren Verwaltungen. Wir könnten den größten Teil des Overheads (Redundanz) abschaffen und unser Leben und das Geld für echte Wünsche und wirkliche Freuden einsetzen. Es wäre doch nicht schlecht, wenn wir mal drüber nachdenken, oder?

Das mag sich jetzt sehr danach anhören, als ob der Autor echt teure Genußmittel zu sich genommen hat, weil er sowohl an das Gute als auch das Veränderungswillige im Menschen glaubt. Es ist aber einfach ein Reflex auf die Tatsache, dass durch das Web Menschen auf der ganzen Welt nunmehr direkt miteinander reden können. Man kann die Eigenarten und Gemeinsamkeiten – in Echtzeit – erfahren und diskutieren. Das ist neu – es ist eine wirkliche Chance, die Erfahrungen wie Krieg ein für alle mal auszumerzen. Dann müssen wir aber mit dem dualen Denken aufhören. Wir hier und ihr da. Es gibt Millionen Hiers und Milliarden Das. Aber warum sagt eigentlich jeder zu sich selbst “Ich”? Es muss also Gemeinsamkeiten geben. Lassen wir uns nichts vormachen von Begriffen wie Selbstwerdung und Persönlichkeit, die Gemeinsamkeiten sind weitaus größer als die Unterschiede. dafür müssen wir jetzt nicht die Schädel vermessen und die GACT-Ketten im Genom auszählen.

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22 Kommentare

  1. Die Polis im weltweiten Netz. Das ist ein sehr passender Vergleich und es scheint wirklich so, als wird alles getan, um den freien Meinungsaustausch möglichst einzugrenzen. Derzeit wird ja kaum ein Thema mehr dämonisiert als Facebook. Auf der anderen Seite erhält Twitter durchgehend positive Bewertungen von Seiten der “Altvorderen”. Ein Phänomen….

  2. Das mit den Rechenaufgaben kann ich bestätigen. Ich sehe schlecht (bin 52 und habe auf dem einen Auge nur noch 20%). Daher kenne ich die Problematik. So lange die Rechenaufgaben als Text (nicht als Bild) dargestellt werden, sind die weitgehend zugänglich.

    Um die wirklich zugänglich zu machen, müssten die Aufgaben aber auch vorgelesen werden können.

  3. Ich fahre mit einer Kombination aus dem üblichen AKISMET und dem
    PlugIn math-comment-spam-protection gut:

    http://sw-guide.de/wordpress/plugins/math-comment-spam-protection/

    Die Abfrage einer Rechenaufgabe ist zudem barrierefrei und kann auch von Sehenden besser genutzt werden, da keine fast unleserlichen Grafiken zu entziffern sind (deine sind ganz ok von der Klarheit har).

  4. Hi Claudia,
    danke für Deine rege Verbreitungstätigkeit, bin ganz gerührt.
    P.S.:
    Kennst Du ein angenehmeres bzw. besseres Captcha-Plugin für WP?
    Dies hier scheint ja nicht so die Wucht zu sein…

  5. Ich bekam übrigens grade DREIMAL die Antwort, ich hätte die falsche CAPTCHA-Eingabe gemacht – was bei nur 4 Buchstaben, die zudem gut lesbar sind, ganz unmöglich ist. Sogar nach Captcha-RELOAD und der Eingabe des NEUEN Codes: nix! Angeblich wieder falsch…
    Erst ein Reload der ganzen Seite hat geholfen.

  6. @Craecker: Man stelle sich vor, man würde gezwungen, mit einem physisch implantierten RFID-Chip durchs “reale Leben” zu laufen, so dass ein jeder mit dem passenden Scanner jeden Schritt, den man tut, und jedes Wort, das man sagt, mit den persönlichen Daten verbinden kann.

    Nein, das gibts noch nicht und gerade haben unsere Regierenden dementiert, dass über eine persönliche Internet-ID nachgedacht werde, die man schon ab Betreten des Netzes mit sich führt. Und doch halte ich genau diese dunkelste Vision für das, was breite Kreise am liebsten hätten: die volle Überwachung und Rückverfolgung jeglicher Bewegung im Netz.

    Nur knapp konnte der Widerstand gegen das Zensursula-Gesetz verhindern, dass das zufällige Landen auf einer Stoppschild-Seite registriert bzw. beim BKA verdatet wird (und ob das auch tatsächlich eingehalten wird, weiß letztlich keiner).

    Craecker schrieb:

    “So oder so, sind die Bereiche, in die von aussen, meinetwegen höchst unprofessionell, reingeregelt werden, doch weitesgehend unabhängig vom Bereich der großen Bewegung der sozialen zwischenmenschlichen Kommunikation innerhalb des Netzes”.

    Das stimmt nicht. Lies z.B. den rundum informativen Artikel “Die Rache des Textmonsters” auf SPON, insbesondere Kapitel 4: http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,641659-4,00.html

    Ich kenne bereits etliche Leute, die sich nicht mehr trauen, auf ihren Webseiten/Blogs Links zu setzen oder auch gar nicht erst selber etwas schreiben: zu unsicher, zu gefährlich… erschreckend!

    Dennoch teile ich Wittkewitz Statement (“Es ist schon fast zu spät. “) nicht. Manche Freiheiten sind sehr vielen Menschen mittlerweile SO selbstverständlich, dass das nicht ohne weiteres rückholbar ist. Das Globale am Netz ist hier auch eine echte Bremse: so soll etwa Spanien eine Art Lizenz zum Publizieren (Blogs!) eingeführt haben (Achtung: ungesicherte Info!!! Hab ich nur ERZÄHLT bekommen!), worauf eben alle auf ausländische Server ausgewichen seien.

    Ich bin sehr gespannt, wie der “Kulturkampf” weiter geht – und finde die im Abschnitt “Zwei Welten – eine Menschheit” dieses Manifests formulierte Vision großartig!

  7. Ich denke, dass Regeln eine unbedingte Notwendigkeit sind, wenn die Anzahl der Menschen in einer Gemeinschaft/Gruppe eine kritische Zahl übersteigt. Dass nun aber die Gruppe selbst die Regel diskutiert, ist offenbar nicht mehr teil der aktuellen Auffassung von Zusammenleben. Da werden dann ganz einfach Angstfassaden aufgebaut, die nachweisen, dass der gemeine Mitmensch zu dumm ist, um eine angemessene Regel zu erkennen bzw. zu diskutieren. Auf diese Weise leitet man dann die Experten her, die – zufällig? – durch die Altvorderen eingesetzt werden und – zufällig? – deren Wünsche begründen (können/sollen/müssen/dürfen). Oft rege ich mich mehr über diejenigen auf, die Jahrzehnte im Elfenbeinturm der Wissenschaft verbrachten und sich dann zum Büttel der Altvorderen machen, nicht selten wieder besseres Wissen.

    Die Urheberrechtsdebatte ist weitgehend eine Scheindebatte, da durch die Abgaben der PC-, DVD-, Druckerhersteller bereits Gelder an die Verwertungsgesellschaften fließen. Dass diese Gelder dort verbleiben und nur sehr wenig bei Verlagen und Urhebern ankommt, liegt weder am Netz noch an Google. Dass die Enquete-Kommission “Kultur in Deutschland”des deutschen Bundestages noch heute darauf wartet, dass diese Geldflüsse von der Zentralstelle für private Überspielungsrechte transparenter gemacht werden läßt sehr tief blicken. Vielleicht können Herr Burda, Herr Döpfner und all die anderen Hamburger und Heidelberger Appellanten dort mal vorsprechen. Insgesamt ist gerade dieser Bereich im Netz bisher sehr ausführlich und gut diskutiert worden.

    Im Netz sollte es aber um einen demokratischen Diskussionraum gehen, in dem die Menschheit gemeinsam ihre Zukunft diskutiert, indem sie zunächst mal Notiz voneinander nimmt.

    Eine von vielen Quellen liegt hier:
    http://de.globalvoicesonline.org/

  8. Ich kann diese besitzstandsfesthaltende Verlustangst, obwohl ich wirklich viel lese und versuche es zu verstehen, nie so ganz nach vollziehen.

    Es gibt eine Menge (menge menge) Leute, die nicht wissen, was genau passiert, und da finde ich Deine Beschreibungen des zusammenfinden von menschen in einem “neuen Raum” sehr gut. Im günstigsten Fall ignorieren sie “uns”, im ungünstigerem diffamieren sie uns. Aber ich persönlich muß mir ja die billige Presse nicht extra abonieren, nur um mich dann darüber zu ärgern. (Auch wenn das jeder zweite zu tun scheint, denke ich zuweilen – ich ja umgekehrt auch ;-)….)

    Dann gibt es natürlich diejenigen, die das Netz regeln wollen, ohne sich selber darin zu bewegen. Was ich bis heute nicht verstanden habe. Will die Gemeinde eigentlich keine Regeln, oder nur eben Regeln von Leuten, die Ahnung haben? Ich muß da vorsichtig fragen, man wird schnell arg und persönlich schon verletztend gehauen, wenn man auch nur den Hauch des Anscheines zeigt, daß man Regeln gut finden könnte.)

    So oder so, sind die Bereiche, in die von aussen, meinetwegen höchst unprofessionell, reingeregelt werden, doch weitesgehend unabhängig vom Bereich der großen Bewegung der sozialen zwischenmenschlichen Kommunikation innerhalb des Netzes. Wird da nicht immer etwas arg aufgebauscht, so wie man es, zurecht, der anderen Seite gerne so laut vorhält?

    So viel wird bei den sozialen Netzen ja nun auch wieder nicht Musik hin und her geladen oder Bücher heimlich getauscht. Von schlimmeren mal nicht zu reden.

    Ich will nicht in Abrede stellen, daß man hier aufpassen sollte, daß unser bisheriges Regelkorsett nicht einfach so auf diesen neuen Raum aufgestülpt werden kann und das da mal neue Gehirne an die Regelhebel herangelassen werden sollten. Aber die Entwicklung der sozialen Netze sehe ich zur Zeit durch kein Urheberrechtsverteidigungs-Selbstschußanlage oder Stoppschilder-Manufakturen gefährdet.

    Das die Altvorederen immer zur Zeit alles so künstlich hoch hängen, muß man ja nicht immer dadurch verändern wollen, indem man sein eigenes Angstszenario-Nägelchen noch höher hängt.

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