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"Zur ganzen Wahrheit gehören zwei – einer, der sie sagt und einer, der sie versteht." Henry David Thoreau

Web 2.0 – Suchmaschinen holen auf

Das Soziale Netz oder bekannter unter Web 2.0 kennt jeder als facebook, LikedIn, Xing oder StudiVZ. Social Media, also das Publizieren von Inhalten durch Webnutzer à la Youtube, Blogs und Myspace erscheint da schon wie ein uralter Hut aus Dumbledores Regal. Jetzt entdecken die Suchmaschinen-Hersteller den Markt. Keine Wunder, denn in den nächsten zwei Jahren wird der Werbekuchen neu verteilt.friendfeedSearch Advertising erhält dann vom Umfang her die Umsätze die aktuell die Radiostationen einnehmen. Da ist es nur verständlich, wenn wenn neue Suchapplikationen das Licht der Welt erblicken. Allen voran Google Latitude, ein Tool, das als Opt-In Dienst meinen Freunden per Handy – vornehmlich ein Smartphone – zeigt, wo sie und ich gerade sind. Ein nettes Gimmick, das sicher noch ganz neue Vermarktungschancen bietet. Die “Hacker” der ersten Stunde haben gleich ein API dazu erhalten und basteln dazu gerade sicher ein paar schöne Mashups und iPhone-Apps zusammen.

In Deutschland bietet www.skobbler.de einen vergleichbaren Service für Blackberrys, Symbian und das klassische Java-Handy. Die Funktion Freunde zu finden ist dort eher Addon, es geht eher darum, POI (Point Of Interests) zu finden und mit anderen zu teilen. Sogar eine rudmentäre Navifunktion ist bereits implementiert.

Yahoo hat sich mit seinem Search Pad eigentlich eine schöne Idee ausgedacht: Jeder registrierte Nutzer kann seine besten Suchergebnisse themenbasiert speichern und mit Zusatznotizen versehen. Das hört sich nach einem Social Bookmarking Tool an. Ist es aber leider nicht, da ich einfach einzelne Webquellen per E-mail an Freunde senden kann, aber nicht ganze Ordner oder alle Links austauschen. Also ist es eher eine Verwaltung der eigenen Bookmarks für Leute, die an mehreren Rechnern arbeiten.

Da sind Firmen wie www.qitera.com schon weiter, die Social Bookmarking mit sinnvollen Zusatzfunktionen wie internem Newsfeed für Gruppen, Speichern von DeepWeb und dem Durchsuchen der abgelegten Websites bieten, vor allem hinsichtlich einer Verwendung im Businessumfeld.

Aber auch für einfache Nutzer gibt es schon eine Alternative namens www.zotero.org. die ähnliches liefert: Bookmarkverwaltung, Archivieren und das Verwalten und Teilen der Webschätze mit Freunden.

Am weitesten hinsichtlich social search sind natürlich friendfeed.com, und sie werden immer besser. Hier geht aber eben nur um aktuelle Feeds und weniger um ganze Websites oder Dokumente.

Neben den Qitera aus Kassel kommt aus Deutschland wenig Innovatives in Sachen Websuchmaschine. das will ein Ex-IBMer, der nun an der TU in Berlin lehrt ändern, Prof. Dr. Volker Markl, “Google reproduziert lediglich Informationen, die bereits im Netz stehen. Wir wollen eine Suchmaschine programmieren, die von vielen verschiedenen Quellen Informationen sammelt und in der Lage ist, diese zu aggregieren – so, dass neue Information entsteht”, erklärt der Dozent. Voraussetzung dafür sei es, dass Anfragen auf Tausenden von Computern blitzschnell gleichzeitig bearbeitet werden können. “Mein Ziel ist es, Berlin als Kompetenzzentrum für Cloud-Computing und Informationsverarbeitung zu etablieren”, präzisiert er. Mit einer solchen Anwendung könnten die Wissenschaftler auch Marktforschung betreiben oder eine Art Stimmungsbarometer schaffen. Die neue Suchmaschine könnte zum Beispiel vor einer Wahl die Blogs und Postings nach der aktuellen Stimmung untersuchen und auswerten oder anhand der Einträge in relevanten Foren versuchen, den nächsten deutschen “Superstar” vorherzusagen.

Schade, dass er keine Marktforschung in eigener Sache unternommen hat. Denn so eine Suchmaschinen gibt es schon – im Einsatz auch bei großen Unternehmen – von ehemaligen Experten von Autonomy und Verity in München gebaut, von einer kleinen, aber feinen Firma namens: 30 Digits. Wenn man die Augen offen hält, hat Deutschland eine Menge Potenzial, nur schade dass in den ewigen Großprojekten wie Theseus Millionen verbrannt werden für Lösungen, die schon längst am Markt sind. Aber das ist eine andere Geschichte…

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Folgende Schlagwörter: social software, Suche

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