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"Zur ganzen Wahrheit gehören zwei – einer, der sie sagt und einer, der sie versteht." Henry David Thoreau

Visuelle Suche mit Goggles: Google ist zwei Jahre vor dem Wettbewerb

Die Verlage meckern über ihre mickrigen 10% Gewinn; das sind sie nicht gewöhnt. Google muss wohl schuld sein, dass die Innovationen vieler Verlage keine waren. Wer sonst? Die Kunden vielleicht? Dann müssen sie dafür zahlen – und zwar gesetzlich geschützte Zahlungen wie bei der GEZ müssen es sein. Es geht schließlich um ganze Verlegerdynastien, die sind so etwas wie die Dinosaurier, die muss man pflegen und hegen. Wenn die Asiaten Europa bald zum Touristenparadies erklären, dann hat man was Pittoreskes zum Vorzeigen. Derweil wird Google größer als Mercedes, Ford und EADS zusammen. Wie? Weiterlesen!

Microsoft hat versucht mit bing die Idee von Google etwas zu verbessern. Also haben sie Videos und das social web integriert. Nett. Gute Idee. Aber zukunftsträchtig?

Denn mittlerweile befindet sich das Web in der Hosentasche von Millionen von Nutzern. Das Telefon bringt unter anderen mit der innovativen Telefonnummer zum Mitnehmen (Google Voice) und den vielen location based services à la Gowalla und Foursquare einen echten Mehrwert, weil die Menschen nun ihre Umwelt und ihre Handlungen mit Webfunktionen synchronisieren, dokumentieren und erweitern können. Nicht auszudenken, wenn Flip, iPhone, Zooms H2 und ein DVB-T-Tuner in einem Android Gerät zusammenwachsen…

Mobile Mediamachines. Fehlt nur noch der Anschluß an die Warenwelt, oder?

Was wäre, wenn dazu noch eine Suche käme, die direkt mit den Dingen um uns herum funktioniert. Handy raus, das Weinetikett fotografieren und Googles neue visuelle Suche namens Goggles findet den Anbieter, das Anbaugebiet, einen Laden in der Nähe, der denselben Wein noch billiger anbietet oder sucht den passenden Käse dazu aus. Damit nehmen sie den Fehdehandschuh von Wikitude und Layar auf.

Wer glaubte, dass Google den Zug mit social software verpennt hat, der wird feststellen, dass sie offenbar das Social Web genauso überspringen, wie viele Microsoft Kunden Windows Vista ausgelassen haben. Enterprise 2.0 nehmen sie ja mit Wave noch mit. Macht Sinn die visuelle Suche, denn wenn augmented reality so funktioniert wie Goggles, dann ist das nächste große Rad, Werbung und Empfehlungen To Go im mobilen Web. An dieser Stelle scheint Goggle dann noch deutlich weiter als wikitude und layar. Das dürfte dann noch ein paar Anzeigenmilliarden aus dem Fernsehen ins Web ziehen. Goggle 1.0 hat der Presse die Hosen ausgezogen. Goggles wird das für Radio und TV erledigen. Da macht es auch nichts, wenn Android 2013 die Nummer zwei hinter Symbian wird. Kann helfen. Vielleicht werden sie sogar das iPhone unterstützen – eine zeitlang.

Vorhersage: 2013 wird der Werbemarkt im Fernsehen im Vergleich zu 2008 bei rund 70% liegen. Aber nur dann, wenn die Sender extreme Rabatte einräumen, sonst eher gegen 70%. Meine Damen, halten Sie ihre Hüte fest. Wenn Goggles zum Fliegen kommt, wird es eng. Dann brauchen mehr Medien als nur die Verleger Schutzzölle für ihre Geschäftsmodelle aus dem Jahr 1852.

Dann werden ehemalige Massenmedien zu Medienmanufakturen für Connaisseurs oder sie gehen baden. Außer Springer: iPhone und Android machen sich nicht so gut neben der guten alte Maurermarmelade mit Zwiebeln.

Quelle: android.net

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7 Kommentare

  1. Scannt man ihn ein, erscheint mein umwerfendes Antlitz und meine Lebensgeschichte auf dem Monitor. “Dank” der neuen Entwicklung, ob nun mit oder ohne Google, reicht wohl das Foto.

  2. … wohne ja in Japan, lieber Herr Wittkewitz, und die erwaehnte Prozedur ist im Detention Center von Fukuoka ueber die Buehne gegangen. Hier gibt es ja relativ gesehen entschieden weniger Polizisten als in Deutschland oder den USA und moeglicherweise ist auch die Identifierungstechnologie nicht auf dem neuesten Stand, was ich vermuten wuerde, wenn sie eigens in den USA eingekauft werden muesste. Dachte urspruenglich ja, das waere ein Bereich, in dem japanische (und chinesische) Firmen punkten wuerden, weil zwischen der Erkennung eines Kanji-Zeichens via Lesegeraet und der Erkennung eines Gesichts ja keine technologischen Welten liegen duerften, dem war und ist aber offenbar nicht so. Als ich Japanisch zu lernen begann, musste man, wenn man mit einem unbekannten Schriftzeichen konfrontiert war, ja die Striche zaehlen, aus denen es sich zusammensetzte, um dann unter der entsprechenden Zahl im Strichzahllexikon die Aussprache und die Bedeutung zu erfahren. Das entfaellt heute, lernen muss man die Zeichen aber immer noch in konventioneller Manier.
    Gruss
    G. S.

  3. Naja, die Technologie gibt es ja schon lange bei allen möglichen Polizei- und Nachrichtendiensten. Insofern nichts Neues. Aber ist schon etwas ganz Anderes, das am eignen Lieb zu erleben. Man hatte das ja schon damals immer wieder hinter Helmstedt und bei der Einreise in die USA. Es ist insofern die konsequente Weiterführung der Rabattkarten und Kreditkarten um den Menschen für ihre aktive Auto-Profilisierung auch noch Geld abzunehmen. Mal sehen, wieviele Milliarden an Werbegeldern dafür springen – ich denke, dass ist der letzte Todesstoß für die Massenmedien. Sie werden schlicht zu – Medien.

  4. Tja, lieber Herr Wittkewitz, auch Polizei und “Security” ganz allgemein werden ein sehr aufmerksames Auge auf dieser Entwicklung haben. Wurde vor einiger Zeit erkennungsdienstlich behandelt: Fingerabdruecke, Fotos, Videoaufnahmen. Keine Sorge, habe niemanden abgemurkst, sondern nur versaeumt, den Pass verlaengern zu lassen. Man hat mir das Verfahren auch vorgefuehrt. Ausgangspunkt ist stets der Fingerabdruck: auf der Tuer der geknackten Tresors, neben der Leiche oder wo immer. Scannt man ihn ein, erscheint mein umwerfendes Antlitz und meine Lebensgeschichte auf dem Monitor. “Dank” der neuen Entwicklung, ob nun mit oder ohne Google, reicht wohl das Foto.

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  2. uberVU - social comments
  3. Living Stories – Journalismus für das 21. Jahrhundert | lab

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