Unterhausener Manifest – Papas Zeitung ist tot
Der Zusammenbruch der konventionellen deutschen Presse entzieht einer von uns abgelehnten Geisteshaltung endlich den wirtschaftlichen Boden.
Dadurch hat das erzählende Mitteilen im Internet die Chance, lebendig zu werden.
Deutsche Online-Angebote von jungen Kreativen und Gründern gewannen in den letzten Jahren kaum internationale Preise und erhielten selten internationale Anerkennung.
Wie in anderen Ländern auch ist das Internet Schule und Experimentierfeld für viele Arten der Übermittlung von Inhalten, seien es Essays, Artikel, Kommentare, Meinungen oder Bewertungen sowie Bilder und Töne oder einfach nur Datenhaufen, die man selbständig ordnen darf.
Wir erklären bisher keinen Anspruch, eigene Wege beim Mitteilen unserer Ansichten zu gehen, sondern schauen einerseits zu den Verlagen, was die so machen und beobachten mit zugekniffenen Augen ganz genau, wie es die Amerikaner und Briten mit den Medien halten. Wir haben noch keine eigene Stimme, weil unsere Sprachrohre verhaftet sind durch die Beeinflussung kommerzieller Partner. Sie neigen dazu uns zu bevormunden und klatschen, wenn die alten Kräfte das Neue solange umarmen, bis es alt geworden ist. Die vielen Beispiele der offenen Demokratisierung im Web in der ehemaligen Dritten Welt und den ehemaligen Schwellenländern kennen nur wenige.
Wir haben von der Produktion des neuen deutschen Online-Angebots keine eigenen geistigen, formalen und wirtschaftlichen Vorstellungen entwickelt – wir sind auch nicht Teil einer globalen Perspektive.
Wer ist bereit mit wem gemeinsame Risiken zu tragen?
Gemeinsamkeiten mit lebenden oder toten Manifesten sind rein zufällig. Sie sind kein Anlass zur Gefahr.




