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"Zur ganzen Wahrheit gehören zwei – einer, der sie sagt und einer, der sie versteht." Henry David Thoreau

Twitter für Unternehmen – Twitter für Enterprise 2.0

In Anlehnung an SMS (Short Message Service) bei Handys kann man Twitter als Mobile & Web Message bezeichnen. Toll. Jetzt wissen Sie genau, was ich meine, oder? Der Twitterboom in Deutschland beginnt gerade zu stagnieren. Das bietet die Gelegenheit, eine Bestandsaufnahme zu machen: Was ist es? Wer braucht es? Und was liefert es für einen Nutzen – speziell für Firmen.

Was ist Twitter?

Manchmal würde jeder gerne wissen, was seine Freunde, Familienmitglieder oder guten Kollegen eigentlich gerade tun, was sie denken oder wo sie sind. Dazu bräuchte man eine Art Echtzeit-Schnittstelle für das Kurzzeitgedächtnis. Vor einigen Jahren haben ICQ und andere Chatfunktionen das Web erobert – in jüngster Zeit vor allem die jüngeren Mitbürger. Wer Kinder hat, weiß wovon ich hier schreibe. twitter-wolke Twitter ist etwas Vergleichbares für die Großen. Man verschickt Kurznachrichten über den Ort, an dem man gerade ist, stellt Fragen zu guten italienischen Restaurants. Oder man verschickt Links zu guten Websites oder lustigen Youtubevideos. Jeder kann seinen Bekannten und Freunden kleine Nachrichten schreiben. Dazu braucht man einen Twitteraccount. Meine Twitterkonten liegen hier www.twitter.com/pressearbeit und auch hier ist eins www.twitter.com/wittkewitz. Die Freunde und Bekannten müssen sich auch anmelden.

Bei der Anmeldung kann man sich entscheiden, ob man nur die Antworten seiner Freunde (Follower) an sich selbst sehen will oder auch den Austausch der Freunde mit anderen, die ich gar nicht kenne und bei denen ich keine Follower bin und die bei mir auch nicht. Ich kann aber auch alles sehen, was gerade rund um den Erdball verschickt wird. Das ist ganz lustig manchmal, aber muss schon Japanisch, Arabisch, Chinesisch und mindestens vier andere Sprachen sprechen, um einen Sinn davon zutragen. Am besten man Sucht sich Leute, die man interessant findet und die was zu sagen haben oder Blogger, die verschicken immer Links zu ihren neuesten Blogeinträge per Twitter. Man bleibt auf diese Weise gut auf dem Laufenden. Manchmal schaut man rein, manchmal nicht, fast immer gibt es aber gute Tipps und Links zu vielen Themen. Frauen nutzen es sehr gerne um zu schnattern, wie mein alter Lehrer sagen würde. Es ist oft amüsant und meistens sehr kurzweilig. Was das Besondere ist: Man hat 140 Zeichen zur Verfügung, um das Wesentliche zu sagen. Es lehrt Konzentration. Trotzdem hat man immer noch Platz für etwas Schönes. Das waren übrigens exakt 140 Zeichen. Was oft als Einschränkung gesehen wird, ist im Grunde der Vorteil. Alle Leute, die in Diskussionsforen seitenlange Abhandlungen über Gott und die Welt schreiben, sind hier nicht zu finden. Man muss sehr auf den Punkt kommen. Wer es nicht erlebt hat, kann gar nicht erkennen, was das für eine Wohltat ist. Und man findet alles in einer eigenen Suchmaschine wieder. Wichtige Informationen kann man mit einer Raute und einem #Schlagwort versehen, sodass die Suchmaschine sofort diesen Tweet, so heißt eine Twitter-Nachricht wiederfindet – analog ist eine Antwort dann ein Re-Tweet. Wer jemandem direkt antworten will, schreibt einfach @twittername vor die Nachricht. Alle Antworten findet man hier. Achja, das Wichtigste. Da es sehr ähnlich wie SMS ist, gibt es natürlich die Möglichkeit, auch Nachrichten per Handy zu senden und zu empfangen, was bei vielen auf einfache Weise endlich die Grenze zwischen Web und Mobiler Welt aufhebt.

Wer braucht Twitter?

Eine unbestätigte Geschichte ist die, dass die erste Meldung des China-Erdbebens über Twitter durch die Welt geschickt uwrde. Und genau hier liegt ganz klar die Stärke von Twitter. Es ist extem unmittelbar und schnell ermöglicht eine globale Verteilung von Kurznachrichten. Bei den Attentaten und Geiselnahmen in Mumbay(Bombay) hat die Welt direkt von den Geiseln und eingeschlossenen erfahren, was passiert, weil sie fast alles über Twitter in die Welt geschickt haben. Man kann diese Werkzeug neben der Verbindung sehr persönlicher Netzwerke von Freunden eben auch als das erste Echtzeitmedium der gobalen Welt bezeichnen. Und um nochmal auf das Schnattern der Frauen zurückzukommen. Es ist sehr wichtig in einem virtuellen Team, dass es Ersatzkanäle für die sogenannte non-verbale Kommunikation gibt. Da man sich nicht sieht und oft über mehrere Kontinente verstreut arbeitet, sind Kurznachrichten auch und gerade über Privates und vermeintlich Unwichtiges essentiell für den Zusammenhalt einer Gruppe. Twitter leistet hier eine Menge.

Wie können Firmen Twitter nutzen?

Einen wichtigen Punkt hinsichtlich der Kooperation virtueller Teams habe ich gerade genannt. Twitter kann einen sehr guten Einfluß auf “gruppenhydraulische” Prozesse haben. Es ist definitv ein Medium, dass beide Seiten beherrscht: das kurze Austauschen von sehr Privatem und auf der anderen Seite das Mitteilen wichtiger Meilensteine, das Verlinken zu relevanten Webinhalten, das Stellen  von Fragen oder das Diskutieren kleinerer Probleme. Twitter wird aber auch zum Markting sowie für PR verwandt. Das kleine Laptop, heutzutage als Netbook bezeichnet, namens Samsung NC10 hat einen eigenen Twitteraccount und folgt allen Techbloggern, damit liefert es ein Tool zur Marktforschung. Es liefert aber auch aktiv neue Inhalte in die Twitterwelt und verlinkt Neuigkeiten zu diesem Netbook. Verlage wie Spiegel Online oder andere verschicken die neuesten Schlagzeilen ihrer Webpräsenzen und versoregn so die Twitternutzer mit direkten Verbindungen zu Ihrer Website. Traffic generieren, nennt man das. Einige Verlage nutzen Twitter aber nicht nur als einkanaliges Rausposaunen der neuesten News sondern Antworten auf Re-Tweets der Follower oder Verfolgen ihrerseits die Neuigkeiten bestimmter Blogger um sich zu vernetzen, um die Recherchewege kurz zu halten und um einfach auf dem Laufenden zu bleiben. Das wichigste Argument hebe ich mir zum Schluß auf. Man kann dort sehr gut Kontakte knüpfen. Es ist für Außenstehende schwer vorstellbar, aber ich habe in kurzer Zeit über Twitter sehr valide Kontakte erhalten, die mein Geschäft, ich bin Freier Autor und berate in Sachen Kommunikation und Wissensmanagement, doch wider Erwarten befruchtet haben. Sogar neue Kunden habe ich über Twitter gefunden. Etwas, das bei Xing viel länger dauerte und kaum in langfristigen und guten Kooperationen mündete, da dort viele Firmen sehr extrem auf junge und billige Freelancer schielen. Da ich nicht dazu gehöre, fiel ich nicht so ins Beuteschema. Aber das kann eine Einzelerfahrung sein, die andere vielleicht nicht teilen. Wer als Firma bedenken hat, weil Twittertweets überalls sichtbar sein können, dem sei übrigens ww.yammer.com empfohlen, der gleiche Service allerdings für geschlossene Benutzergruppen. Hier eine kleine Liste twitternder Firmen. Ein Paar Hinweise zum Twittern allgemein:

  • Twitter ist kein Kanal, den man mit allem befüllt, was raus muss. Es geht eher um Dialoge, also wirkliche Kommunikation mit Anderen. PR-Berater und Marketingexperten sind auf diesem Ohr leider häufig völlig taub und nutzen Twitter wie eine Art Verteiler für Pressemitteilungen. Das ist Kommunikation des 20. Jahrhunderts. Wir schreiben mittlerweile 2009, das dritte Jahrtausend ist fast eine Dekade alt!
  • Dazu gehört, dass man Leuten auch antwortet, die auf einen Tweet reagieren! Verlage können da noch optimieren. Viele Firmen auch.
  • Es gibt auch Direct Messages. Also Nachrichten, die nur an Sie gehen. Das verlangt absolute Priorität! Denn Sie werden wertgeschätzt durch eine direkte Nachricht, geben Sie den Respekt zurück. Sie kriegen diese Direct Messages übrigens auch an den angegebenen E-Mailaccount. Schauen Sie ruhig mal da rein ab und zu!
  • Es ist nett, einen Link zu Produktneuheiten oder Pressemitteilungen zu twittern. Aber man verpasst den Sinn von Web 2.0 und Social Media. Erstellen Sie einen Blogbeitrag zur PI oder ein Video und stellen es auf Youtube ein. Das ist bedeutend zielgenauer. Verschicken Sie die PIs besser an die großen Verteiler und die Redaktionsassistenten sowie an Redakteure, die dieses Verhalten Ihnen gegenüber auch abgenickt haben.

Im Moment ist Twitter noch kostenlos, aber Biz Stone, einer der Gründer machte am 09.02.2009 klar, das es ein Geschäftsmodell gibt und die Gründer vorhaben, ihre Arbeit auch in Geld umzusetzen, was aus ihrer Sicht und der Persepktive des eingesetzten Venture Capitals (Amazon Gründer Jeff Bezos ist auch dabei) logisch ist “Wir stellen fest, dass immer mehr Firmen Twitter nutzen und viele einzelne Twitternutzer diese Nachrichten lesen. Wir haben Wege, um diese Erfahrungen besser zu nutzen und werden zukünftig für kommerzielle Twitter-Konten Kosten berechnen”, erklärte Stone gegenüber dem britischen marketingmagazine.co.uk. Die Jungs, die alle früher bei Google gearbeitet haben, scheinen noch einiges vor zu haben. Ein 500 Millionen Dollar Angebot von Facebook haben sie ausgeschlagen und stattdessen eine weitere Runde über 250 Milionen Venture Capital gestartet.

Befehle in Twitter :

@username – Das @-Zeichen adressiert den Twitter-Nutzernamen, der dahinter steht. Schreibt man es am Anfang der Nachricht wird es als Antwort gewertet und der adressierte Nutzer sieht es bei seinen Replies.

#tag – Sogenannte Hashtags werden verwendet um Tweets nach Schlagwörter zu ordnen (taggen). In der Twitter-Suche search.twitter.com  kann man alle Tweets nach Hastags durchsuchen.

d username Mithilfe des vorangestellten d kann man eine direkte Nachricht an einen Nutzer schicken. Sie ist privat und wird nicht veröffentlicht. get username Mit get kann man sich das letzte Update eines Users ansehen.

follow username – Damit kann man jemandem direkt folgen, was sonts nur geht, wenn man auf dessen Twitterseite auf den Button follow klickt.

off oder stop oder sleep – Schaltet alle Device-Updates aus (Device sind angemeldete mobile Telefone).

on oder start oder wake – Schaltet die Device-Updates wieder ein.

track Wort – Ein mächtiger Befehl, mit dem man zukünftig alle Updates erhält, die das Wort enthalten.

untrack Wort – Löscht das Wort aus den getrackten Wörtern.

untrack all oder track off – Stoppt das tracking von Wörtern.

whois username – Man erhält ein Update mit den Daten zu dem User.

invite handynummer – Lädt die Person ein Twitter zu nutzen.

nudge username – Fordert die Person auf ein Update zu schreiben.

fav username – Fügt den letzten Tweet der Person zu den eigenen Favoriten.

stats – Bringt eine kurze Statistik zum eigenen Account. Anzahl Following, Followers und welche Wörter man trackt.

tracks oder tracking – Liste der Wörter, die man trackt.

help – Schickt ein paar Befehle mit kurzer Erklärung als Update zurück: ‘invite’, ‘follow’, ‘track’, ‘whois’, ‘off’

(Liste von 2-blog.net)

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Folgende Schlagwörter: Enterprise 2.0, Online-PR, social software, twitter

11 Kommentare

  1. Die Shop-Besitzerin twittert sehr offen und freundlich über den Shop-Alltag und ihre Produkte. Ich finde dies sehr gut und Innovativ.

  2. Ich bin aus Zufall auf den den Twitter des Online-Shops http://www.casa-mina.de unter twitter.com/CasaMinaOnline gestoßen.

    Die Shop-Besitzerin twittert sehr offen und freundlich über den Shop-Alltag und ihre Produkte. Ich finde dies sehr gut und Innovativ.

    Ich bin gespannt wie sich das Twittern bei dem Online-Shop weiterentwickelt und welche Wirkung es auf den Shop haben wird.

  3. Schöne Übersicht!

    Ich versuche, Twitter oder allgemeiner Microblogs vor allem in der internen Kommunikation als sehr sensibles Stimmungsbarometer zu platzieren: ein einzelner Tweet sagt gar nichts – aber eine Menge, in einem grossen Unternehmen, in unseren stürmischen Zeiten.

    Ein Nebeneffekt ist, dass so nackte, unzensurierte Mengen an Information, wie sie über Microblogs auf uns reinstürmen, auch lehren, mit unterschiedlichen Meinungen umzugehen: Auch im Gespräch mit dem Management muss nicht immer Einigkeit bestehen – Abweichungen sind erlaubt.

    Sehr spannend finde ich auf jeden Fall, dass Services wie Twitter deutlich machen, dass Lesen und Schreiben als Kulturtechniken ziemlich starken Veränderungen unterliegen; Twitter erforder neue Lesarten, die auch eine gewisses Verbindung zur Technik haben und Wissen um Prozesse voraussetzen, eigentlich eine andere Art Allgemeinbildung, als wir sie aus der traditionellen Lese-Ecke kennen. – Sollte mir auch noch mal einen naehren Gedanken wert sein…

    http://www.themashazine.com/publishing/blogs/microblogs
    http://www.themashazine.com/socialmedia/kollektiveswissen/moods

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