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	<title>digitalpublic.de &#187; Wissensmanagement</title>
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	<description>&#34;Zur ganzen Wahrheit gehören zwei - einer, der sie sagt und einer, der sie versteht.&#34;            Henry David Thoreau</description>
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		<title>Erfahrung ist (k)ein Hemmschuh</title>
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		<pubDate>Fri, 22 May 2009 11:45:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jörg Wittkewitz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Erfahrung kann helfen oder den freien Blick behindern...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-1370" href="http://www.digitalpublic.de/erfahrung-ist-kein-hemmschuh/lernen"><img class="alignleft size-full wp-image-1370" title="lernen" src="http://www.digitalpublic.de/wp-content/uploads/2009/05/lernen.jpg" alt="lernen" width="300" height="199" /></a>Erinnern Sie sich noch an die Anfänge der Scientologen in Deutschland? In den Fernsehzeitungen der Achtziger Jahre gab es immer eine Seite mit billigen Minianzeigen, wo Erregungspillen, Wunderschuhe für kleine Männer und Rheumadecken angeboten wurden. Ich habe sie immer bei meiner Oma im reader &#8216;s digest gelesen. Dort war immer auch ein Kopf von Einstein abgebildet und daneben stand sinngemäß: <em>Wir nutzen nur 10% unseres Gehirns</em>. Mit Dianetik, das ist die besondere Methode der Scientologen, sollte man in der Lage sein, das ganze Potenzial des neuronalen Wunderwerks der Natur zu erschließen.</p>
<p>Dann kam das Jahrzehnt der Psychologie und alle und jeder waren plötzlich Experten für Wissen und Erkenntnis, wenn man nur das Wort Dopamin oder Serotonin fehlerfrei schreiben und einer Aufgabe zuordnen konnte.</p>
<h3>Erfahrung bildet einen Filter</h3>
<p>Viel weiter sind wir heute nicht. <em>Savants</em> (das sind Gedächtnis-, Kunst-, oder Musikgenies, die durch Kopfverletzungen oder Autismus besondere Fähigkeiten im Gebrauch der neuronalen Informationsverarbeitung erlangt haben) helfen den immer noch ratlosen Hirnphysiologen und Psychologen bei der Erklärung der Funktionen des Gehirns weiter. Ein Verständnis des Zusammenhangs von physiologischem Aufbau des Gehirns und dem, was wir Bewußtsein oder gar Wissen nennen, scheint aber immer noch in weiter  Ferne zu liegen. Je mehr bildgebende Verfahren den Menschen beim Denken und Fühlen zeigen, desto ratloser oder spekulativer werden die Bewertungen der Fakten. Räumliche Verortungen zeitlicher Geschehnisse sind den Experten offenbar nicht möglich. Kein Wunder.</p>
<h3>Hilft Wissen beim Erkennen einer Situation?</h3>
<p>Die Diskussionen um Wissensmanagement haben die alten Studien von <a target="_blank" title="Link zu wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Polanyi" target="_blank">Mihalyi Polanyi</a> wieder ins Zentrum gerückt. Mit Bezug auf Gestalttheorie erkennt er ein Hintergrundwissen, das er auf Erfahrungen zurückführt, das er als stilles Wissen bezeichnet. Demgegenüber stellt er das explizite Wissen, das in Wörter und Zeichen abstrahiert, weitergegeben werden kann. Vereinfacht gesagt ist explizites Wissen der Fokus auf die Hand, die den Nagel beim Einschlagen hält. Denn sie muss nicht nur den Nagel gerade halten, sondern ist der Wucht des Schlages ausgesetzt. Die Hand, die den Hammer führt, ist die eigentlich treibende Kraft. Sie wird aber eher unbewußt genutzt und kann daneben hauen. Sie gehorcht dem gewöhnlichen Handwerker nicht in einem intentionalen Sinne, obwohl sie Teil der Persönlichkeit und des bewußten Handelns zu sein scheint. Erst der erfahrene Tischler oder Zimmermann haut sich kaum noch selber auf den Finger. Seltsamerweise ohne ein aufmerksames Beachten ihrer Handlungen. Erfahrung hilft also den Fokus zu verlagern.</p>
<p>Nun haben aber die Forschungen rund um die Savants und ihre Genieleistungen gezeigt, dass sie zu den quasi übermenschlichen Leistungen nur fähig sind, weil ihre Wahrnehmungsfilter gestört sind. Dies sind aber genau die Strukturen, die aufgrund von Erfahrung, das Aktuelle soweit einreduzieren, dass wir Entscheidungen treffen können, ohne der Wucht der Informationsmengen zu erliegen, die jede Sekunde auf uns einströmen.</p>
<p>Erfahrung ist im Wissensmanagement der heilige Gral. Es gibt Dutzende Verfahren, die zum Ziel haben, Wissen und Erfahrungen langjähriger Mitarbeiter in Datenbanken oder neue Kollegen zu transportieren.</p>
<h3>Erfahrung behindert den freien Blick</h3>
<p>Wenn man auf das Thema Innovationen schielt, ist genau dies der falösche Weg, da meistens der unverstellte Blick auf bestehende Probleme neue Wege und Lösungen erst ermöglicht. Erfahrungen behindern eine genazheitliche Würdigung aller erkennbaren Phänomene. Sie sind gut im handwerklichen Bereich, wenn es um das Wiederholen automatisierbarer Handlungen geht. Beim Problemlösen kann Erfahrung jedoch behindern.</p>
<p>Es wird langsam Zeit, den Umgang mit Wissen, Erfahrungen und Lernen zu professionalisieren. Das meint vor allem ein Differenzieren der Leistungen und Anwendungen einzelner Elemente der Diskussionen in Psychologie, Pädagogik und Didaktik. Auch die Personalentwicklung sollte das goldene Kalb Skill-Management in ein neues Licht rücken. Nicht jeder Deckel passt auf jeden Topf. Und ein Passen gewährleistet selten einen optimalen Einsatz.</p>
 
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		<title>Irgendwas mit Abschreiben</title>
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		<pubDate>Wed, 22 Apr 2009 13:56:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jörg Wittkewitz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das Netz]]></category>
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		<description><![CDATA[Schüler sollen mehr im Web abschreiben fordert ein Direktor für Wissensmanagement, der selbst eine wenig Wissen gebrauchen könnte... ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf einem Bloggertreffen namens re:publica begab es sich aber zu der Zeit des Frühlings im Jahr des Herrn 2009, dass ein Wissensmanagementexperte der Firma mit den drei Buchstaben zu dem überfüllten Saal sprach über die Zukunft des Web 2.0 in den Firmen. Und da in den Firmen auch in ferner Zukunft erfolgreich geforscht sein soll, müssten die zukünftigen Forscher heute schon in den Schulen <a target="_blank" title="Link zu turi2" href="http://turi-2.blog.de/2009/04/18/interview2-peter-schuett-ibm-5964514/" target="_blank">das Abschreiben</a> aus dem Internet lernen. Gleichzeitig müssten dann auch die Anforderungen an die Schüler hochgeschraubt werden, da sie ja auf unzählige Quellen im Web zurückgreifen könnten.</p>
<p><a rel="attachment wp-att-1049" href="http://www.digitalpublic.de/blog_20_ad-hoc-kommunikation-twitter-kommentar-funktionen/book1"><img class="alignleft size-full wp-image-1049" title="book1" src="http://www.digitalpublic.de/wp-content/uploads/2009/03/book1.jpg" alt="book1" width="180" height="120" /></a>Das erkenntnistheoretische Bild hinter dieser Forderung könnte man wohlwollend als konstruktiv bezeichnen. Könnte. Denn dann erklärt uns der Experte, dass niedere Intelligenzformen wie etwa Schwarmintellligenz die bisherige Gatekeeperfunktion von Wissensmanagern und internen Redakteuren ersetzen könnten. Lustig verwürfelt er diesen Begriff mit der &#8220;wisdom of the crowd&#8221; und meint zeitweilig crowdsourcing. Alles in allem ein gutes Beispiel dafür, was passiert, wenn man zuviel liest, ohne den Inhalt auch zu verstehen bzw. die theoretischen Grundlagen für solche Konzepte mitzubringen. Ich würde Herrn Schütt gerne Recht geben, wenn ich den EIndruck hätte, er würde das Thema seines Radebrechens halbwegs selbst begreifen. Aber von der anderen Seite her wird in dasselbe Horn noch weit kräftiger geblasen.</p>
<p>Da passt eine andere Diskussion die der Oberste Textkritiker, der Heidelberger Professor Roland Reuß, gerade im Auftrag der <em>FAZ</em> bzw. dem Zeitschriftenverlegerverband vom Zaun bricht, ganz gut ins Bild. Und die Zeitung <em>Die Welt</em> sekundiert, dass die Macht mit ihm sein möge auf seinem Kreuzzug gegen die Krake Google und die dummbatzigen Kauze der Open Access Bewegung, die das freie Publizieren für Wissenschaftler fordern. Er schmeisst wirklich beides in einen Topf.</p>
<p>Angesichts der enormen Kosten für die Jahresabos wissenschaftlicher Journale erscheint Open Acces ja sinnvoll. Reuß erkennt nun in ihnen willfährige Hansel, die mit Rechtsbeugung und Durchlöchern des heiligen Reiches deutscher Urheberrechte eine Art diktatorischen Putschversuch von Google vorbereiten, dem die armseligen Verlage nichts entgegenzusetzen hätten als die heilige Angela Merkel auf ihrem Vollblutaraber AL Lobbystatica, einem direkten Nachkommen von Amurath.</p>
<p>In einem Pamphlet kommt es zu der folgenschweren hermeneutischen Analogie zwischen Google und Open Access, wie sie wohl nur einem in der Postmoderne ungeübten Literaturprofessor zustoßen kann:</p>
<blockquote><p>Das verfassungsmäßig verbürgte Grundrecht von Urhebern auf freie und selbstbestimmte Publikation ist derzeit massiven Angriffen ausgesetzt und nachhaltig bedroht. International wird durch die nach deutschem Recht illegale Veröffentlichung urheberrechtlich geschützter Werke geistiges Eigentum auf Plattformen wie GoogleBooks und YouTube seinen Produzenten in ungeahntem Umfang und ohne strafrechtliche Konsequenzen entwendet. Gleichzeitig propagiert national die ‘Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen’ (Mitglieder: Wissenschaftsrat, Deutsche Forschungsgemeinschaft, Leibniz-Gesellschaft, Max Planck-Institute und andere) weitreichende Eingriffe in die Presse- und Publikationsfreiheit, deren Folgen grundgesetzwidrig wären.</p></blockquote>
<p>Seltsam das Urheberrecht ist gar nicht erwähnt in der Verfassung. Ob er wohl das Allgemeine Persönlichkeitsrecht meint? Vielleicht hebt er ja die unabdingbaren Urheberpersönlichkeitsrechte in den Stand der Verfassungsmäßigkeit qua akademischer Eingebung? Die Veröffentlichung eines Werkes kann gar kein geistiges Eigentum entwenden. Sie kann nur ohne Einwilligung des Urhebers geschehen. Schade, dass er gar nicht auf die Vervielfältigung oder gar Speicherung in Datenbanken abhebt. Da aber die meisten Urheber in sehr weitreichenden Autorenverträgen ihre Rechte an Verleger abgetreten haben, sind in den seltensten Fällen die Urheber selbst betroffen &#8211; für die er da gegen die Windmühlen anreitet. Die Produzenten geistigen Eigentums werden meistens schon vor der Zweit- oder Drittveröffentlichung durch Google Books quasi &#8220;enteignet&#8221; zu einem sehr dürfigen Honorar, das die Verlage zahlen. Da wären die 67% der Einnahmen, die sie von Google erhielten schon bedeutend mehr als die mickrigen Beteiligungen die die Verlage oder die VG Wort vorsehen. Allerdings lässt sich Google auch nicht in seine Einnahmen blicken.</p>
<p>Google will  in lieferbare Bücher so viel Einblick ermöglichen, wie es die Rechteinhaber – also Autor oder eher die Verleger – erlauben werden. Alte und vergriffene Bücher sollen derart verwertet und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, dass die Nutzer die Bücher ansehen, ausdrucken oder auch als Print-on-demand-Version kaufen können – so lange nicht die Rechteinhaber Einspruch erheben. Dass Google kein Samariter ist, muss nicht besonders erwähnt werden.</p>
<h3>Ist veröffentlichte Meinung schon ein  Faktum, eine Wahrheit oder eine anerkannte Hypothese?</h3>
<p>Der Kern dieser Diskussion ist jedoch die Ursache von Open Access. Nämlich die Tatsache, dass wenige Universitäten und keine privaten Personen das Geld haben, um die enormen Abokosten von mehreren Zehntausend Euro pro Jahr und wissenschaftlicher Publikation zu zahlen, obwohl die Autoren, die zumeist auf Staatskosten forschen, keinen Heller sehen. Aber sie müssen Publizieren, um ihren Rang in der community of scientists zu halten bzw. zu erlangen. Und hier sind wir wieder bei unserem Wissensmanagementexperten Schütt, der das Abschreiben so präferiert.</p>
<p>Es gibt nicht wenige publizierte Studien, die frisiert und getuned sind, um in den großen Magazinen zu landen. Es gibt sehr viele Dissertationen, die Unmengen von Thesen und Meinungen aus &#8220;großen&#8221; Werken einfach übernehmen, weil sie zititert werden müssen, weil der Student oder Schüler nur so nachweisen kann, dass er die &#8220;herrschende Meinung&#8221; kennt. Wikipedia ist zwar zugänglicher aber keineswegs unfehlbarer oder didaktisch klarer als andere Publikation &#8211; ob auf Papier oder im Web. Ob er oder sie die Thesen einordnen oder gar reflektieren kann, steht gar nicht mehr zur Debatte. Der Citation Index beherrscht die Diskussion um die Güte eines Forschers und damit die Relevanz seiner Hypothesen und Arbeiten.</p>
<p>Diese fragwürdigen Auswüchse einer überkommenen Hochkultur des Wissens, die in keiner Weise kritisches Hinterfragen, geduldiges Erforschen gar kreatives Irren fördern, will der Experte für Wissensmanagement auf die Welt der Schulen übertragen? Es ist sicher richtig, den pädagogischen Thesen des 19. Jahrhunderts und der Computerangst der meisten Lehrer konstruktiv zu begegnen. Aber diesen begrüßenswerten Ansatz nur um des billigen Effektes willen mit einer Freigabe des Zitierens aus Wikipedia zu erkaufen, erscheint als ignoranter Trick eines Menschen, der es besser wissen müsste. Hat die IBM doch mit Gunter Dueck einen ausgewiesenen Vertreter einer anderen Denkschule in ihren Reihen. Hier macht ein großer Konzern keinen guten Gebrauch seiner sozialen Verantwortung. Und ich meine damit nicht die fehlende Diskussion über Zitate von der Scholastik bis zur Hermeneutik und Derrida. Nein, es geht schlicht um ein Verspielen des Kontakts mit einer Generation, die am Computer eine ganz neue Kultur errichten kann und mehr Sorgfalt und präzises Zuhören verdient hat.</p>
 
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		<title>Wissen als Quelle des Lebens und der Gemeinschaft</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Apr 2009 13:07:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jörg Wittkewitz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[2 herausragende Texte zum Thema Wissen und seine Entstehung.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-1049" href="http://www.digitalpublic.de/blog_20_ad-hoc-kommunikation-twitter-kommentar-funktionen/book1"><img class="alignleft size-full wp-image-1049" title="book1" src="http://www.digitalpublic.de/wp-content/uploads/2009/03/book1.jpg" alt="book1" width="210" height="140" /></a>Zu Ostern schlage ich die Lektüre zweier englischer Texte vor, die das Spektrum unseres Denkens über Wissen, Entscheiden und planvolles Handeln in eine neue Richtung bringen können.</p>
<p>Zunächst Kevin Kellys aktueller Blogbeitrag: <a target="_blank" title="Link zu Technium" href="http://www.kk.org/thetechnium/archives/2009/04/inevitable_mind.php" target="_blank">Inevitable Minds</a>. Erneut ein Beispiel für die Distanz hinsichtlich der inhaltlichen Tiefe zwischen den Blogs in englischer und deutscher Sprache. Oder um es auf die Spitze zu bringen: Es ist auch ein Hinweis, wie groß die qualitative Distanz zwischen freien Texten in amerikanischen Blogs und kommerziellen Texten in deutschen Magazinen und Zeitungen ist.</p>
<p>Und der zweite Text ist ein 30 Jahre alter Auszug aus einem Buch von Jean-Francois Lyotard namens <em>The Postmodern Condition. A Report on Knowledge. 1979. </em>Leider kennen die meisten nur das erste Kapitel, das aktueller kaum sein könnte: <em><a target="_blank" title="Link zu den ersten 5 Kapiteln des Lyotard Buches." href="http://www.marxists.org/reference/subject/philosophy/works/fr/lyotard.htm" target="_blank">Knowledge in Computerised Societies</a>. </em>Ich empfehle jedoch die Lektüre aller 5 Probekapitel<em> </em>und besser noch mehr Texte von ihm<em>. </em>Das aktuelle Kernproblem des zwanghaften Festklebens am menschlichen Subjekt als Wissenszentrum kann von Lyotard aus erfolgreich transzendiert werden. Mit seinen Schriften löst sich auch das Problem des aggressiven Aktes namens Konsens aus der Habermas-Welt des vermeintlich herrschaftfreien Diskurses.<em><br />
</em></p>
 
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		<title>Web2Expo SF: Hinchcliffe sagt Enterprise 2.0 = Social Business</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Apr 2009 15:16:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jörg Wittkewitz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Dion Hinchcliffe hielt gestern einen spannenden Vortrag auf der Web2Expo 2009 in San Francisco]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Moscone Center In San Francisco ist wohl gerade das Gegenteil vom Friedrichstadtpalast. Supermodern. Sehr viel Glas, sehr viel Stahl und alles ein bißchen voller IKEA-style.</p>
<div class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img title="Dion Hinchcliffe" src="http://farm4.static.flickr.com/3163/2960448153_4e3b45cb5c.jpg?v=0" alt="Dion Hinchlicliffe auf der Web2Expo" width="300" height="219" /><p class="wp-caption-text">Dion Hinchlicliffe auf der Web2Expo - Photo by Alex Dunne (flickr)</p></div>
<p>Dion Hinchcliffe war etwas verloren in dem großen Saal, sein Vortragsthema nicht:</p>
<p><span class="url uid">Economics 2.0: Highly Effective Strategies for Putting Your Business on a Recession Diet.</span></p>
<p><span class="url uid"><em>Collaboration wins</em> war allerorten zu hören. Interessant war Hinchcliffes Ansicht, dass das aktuelle Fokussieren auf Daten (data wins!) eher ein Rückschritt sei. Es ginge viel eher um das Wissen, dass auf der Basis von Daten entstehen kann: Peer Production. Aber damit das klappen kann, stehen uns noch einige Aufgaben bevor. Denn der Mehrwert entsteht im Netzwerk. Das hat unter anderem die organisatorische Folge, dass in den Org-Charts nicht mehr der Rang am wichtigsten ist sondern die Fähigkeiten (skills), die direkt umgesetzt werden und nicht die die irgendwann erworben wurden. Natürlich muss auch über Grenzen und Fokus von Kontrollmaßnahmen neu nachgedacht werden. Die Wertschöpfungsketten mit Zulieferern und Dienstleistern müssen auf eine partnerschaftliche Basis gestellt werden. Nur wer etwas Sinnvolles ins Partnernetzwerk gibt, der kann auch etwas Wertvolles bekommen. Transparenz muss aus dieser Perspektive auch als Initiative für das eigene Wachstum gesehen werden. </span></p>
<p><span class="url uid">Denn neben allen strukturellen Problemen ist das eingefahrene Denken der meisten Beteiligten Auslöser oder mindestens Bewahrer für viele aktuelle Schwierigkeiten. </span></p>
<p><span class="url uid">Niemals zuvor gab es eine einheitliche Struktur (das Web) in dem alle Beteiligten potenziell gleichberechtigt am Markt teilhaben können. Früher waren einige Netze untereinander verbunden. Aber kein kleineres System kann langfristig neben einem größeren bestehen, ohne beeinflusst oder gar aufgesogen zu werden. Jetzt haben wir einen einheitlichen Ort. Das ist Chance und Herausforderung gleichermaßen.</span></p>
<h3><span class="url uid">Was sind die Werkzeuge von Enterprise 2.0 und offenen Geschäftsmodellen? </span></h3>
<p><span class="url uid">Bisher gab es ein paar Web 2.0 Werkzeuge für die Softwareentwicklung, SaaS und Cloud Computing lieferten spezifische Lösungen für Abteilungen oder einzelne Branchen. Das Ansprechen dieser Branchen oder einzelner Kundengruppen erfolgt über crowdsourcing. Im besten Fall wird so auch die Produktentwicklung einbezogen. Marketing und Sales läuft dann analog über Online Communities und soziale Netzwerke. Laut Hinchcliffe sind Enterprise 2.0 und offene Geschäftsmodelle in der Lage, all dies neu und transparenter abzubilden. Es geht beim Einbeziehen aller möglichen Partner nicht nur um ein bloßes Wachsen der Gemeinschaft. Er sieht darin einen Faktor für mehr Effektivität und beruft sich auf Reed.</span></p>
<blockquote><p>David P. Reed, Absolvent und Professor am MIT, definiert, dass der Wert eines Netzes exponentiell mit dessen Größe steigt. Dieses Gesetz kann auch auf soziale Netzwerke angewendet werden.</p></blockquote>
<p>Was also sind die stärksten Kräfte in der neuen Welt der Arbeit?</p>
<p>1. Netzwerkeffekte</p>
<p>Immer dann, wenn etwas besonders hilfreich ist, wenn es besonders viele haben, dann sprechen wir von einem Netzwerkeffekt. (E-Mail etc.)</p>
<p>Das macht sich besonders bemerkbar seit nicht mehr nur Institutionen sondern auch Individuuen an der Gestaltung des Web teilhaben. (Long Tail)</p>
<p>2. Peer Production</p>
<p>Clay Shirky nennt diese eher Co-Creation, Hinchcliffe fokussiert eher die Kooperation bei der Erstellung von Open Source, was aus meiner Erfahrung eher prädemokratisch abläuft.</p>
<p>3. Selbstbedienung (ja, das kennen wir seit es Online Banking und und die &#8220;neuen&#8221; Bäkerläden gibt.)</p>
<p>4. Offene Geschäftsmodelle</p>
<p>5. Neue Strukturen sozialer Macht</p>
<p>Insofern siehte er in Enterprise 2.0 einen Begriff, der die Strukturen für Social Business legt. Was ist nun anders mit Enterprise 2.0, was es vorher nicht gab?</p>
<p>Wissen wird einfach durch Blogs oder Wikis publizierbar und ist leicht auffindbar, die Technologien dafür werden immer reifer und gleichzeitig einfacher bedienbar. (Das gilt leider noch nicht für Deutschland. Aus meiner Erfahrung wissen 3 von 4 Leuten, die täglich im Netz arbeiten nicht genau, was ein Blog eigentlich ist oder was es soll.)</p>
<p>Das schöne am Arbeiten mit Enterprise 2.0 Tools ist, dass sie nicht vordefiniert die Wege der Kooperation oder überhaupt der Nutzung vorgeben. Im besten Fall können Mitarbeiter selbst entscheiden, wie sie die Werkzeuge einsetzen. Das senkt die Hemmschwelle, hoffentlich. Das kann ganz billige erfol nur um die 10.000 €. Da musste ich doch schmunzeln, da das Aufsetzen eines WordPressblogs mit Erweiterungen und ein paar Sicherheitsmaßnahmen bei mir bisher nie teurer war als 2000 €. Und das auch nur, wenn es die Multiuservariante war. Aber vielleicht liegt das auch daran, dass das Aufsetzen eines Apaches im Intranet bei IBM sicher um die 5000 Euro kostet. dann noch ein WordPressinstanz und schon hat man 10K weg.</p>
<p>;-)</p>
<p>Aufgrund einer Forrester Umfrage von 2008 ist offenbar geworden, dass gerade gorße und sehr große Firmen planen Web 2.0 Tools einzukaufen bzw. das schon getan haben. Unter den 2000 größten Firmen weltweit sind das die Hälfte. Bank of America, Dresdner Kleinwort Wasserstein, IBM, Motorola, Northwestern Mutual, Procter &amp;Gamble , Siemens und SAP können schon große Erfolge mit Enterprise 2.0 vorzeigen.</p>
<p>Warum Firmen es versuchen sollten, liegt angesichts der aktuellen Lage auf der Hand: Das Risiko ist gering, auch die Kosten sind es (je nach Dienstleister), die Effekte sind wiederholbar in jeder Geschäftseinheit, nachgewiesene Erfolge (s.o.) und einige sehr <a target="_blank" title="Link zu Internte Evolution" href="http://www.internetevolution.com/document.asp?doc_id=173854" target="_blank">vielversprechende</a> ROI-Berechnungen.</p>
<h3>Wertschöpfung</h3>
<p>Hinchliffe sieht in offenen APIs neue Wertschöpfungsketten. Ein Beispiel das jeder kennt sind die 1001 Stores von Amazon (55.000 Partner Sites!) auf vielen Blogs und Foren, die auf diesen offenen APIs beruhen. Damit hat Amazon seinen Anteil am Webtraffic in wenige Jahren exponentiell gesteigert. Und der Cloud Computing Markt wird schon jetzt von Amazons Elastic Computing und Simple Storage beherrscht. Es ist offenbar, dass das verkaufen von geschlossenen APIs ein auslaufender Markt ist, weil die Distribution viel Geld kostet und der Netzwerkeffekt völlig wegfällt. Also ist es schlau, für Power User und Webentwickler schnelle integrierbare oder sogar einfach widgets anzubieten, um am Wachstum des Netzes zu partiziperen. Hierbei geht weitreichende Unterstützung bestehender Plattformen und Standards vorn Funktionalität. Wir sprechen beim Mobilmarkt von fast 4 Milliarden Nutzern!</p>
<p>Insofern ist Cloud Coumputing die einzige Struktur, die mit solchen Zahlen skalieren kann.</p>
<p>Viel mehr habe ich dann nicht mehr mitgeschrieben, weil mir die Hände abfielen.</p>
<p>Aber Hinchcliffe hat versprochen, die Präsentation mit bestimmt 100 Slides online zu stellen. Es sind 130 slides und sie sind <a target="_blank" title="Link zur Präsentation" href="http://hinchcliffeandcompany.com/presentations/Economics_2_Web_2_Expo_SF_2009.pdf" target="_blank">hier,</a> fette Datei!</p>
 
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		<title>Clay Shirky @ CeBIT09: 5 Myths of the Change or Organizations</title>
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		<pubDate>Wed, 04 Mar 2009 22:37:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jörg Wittkewitz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Clay Shirky, Vordenker von Enterprise 2.0 erklärt auf der CeBIT 09 was nötig und was möglich ist in modernen Organisationen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-999" href="http://www.digitalpublic.de/clay-shirky-cebit09-5-myths-of-the-change-or-organizations/clay-shirky"><img class="alignleft size-full wp-image-999" title="clay-shirky" src="http://www.digitalpublic.de/wp-content/uploads/2009/03/clay-shirky.jpg" alt="clay-shirky" width="129" height="129" /></a>Clay Shirky, einer der wenigen Vordenker von Enterprise 2.0 war auf der Cebit und hat mal wieder ein paar sehr interessante und grundlegende Gedanken zur virtuellen und realen Zusammarbeit in Gruppen. Smart und humorvoll wie immer. Hoffentlich hören einige Wissensmanagementberater und -experten genauer zu&#8230;</p>
<p><a target="_blank" title="Link zu den Anfängern von K**kLiveTV" href="http://www.zaplive.tv/web/webciety?streamId=webciety%2F92681c7b-c322-4919-8afd-40c9db4d0e21&amp;start=4431" target="_blank">Hier gibt das Interview: 5 Myths of the Change or Organizations</a>:</p>
<p>Ich hätte an dieser Stelle gerne das Video eingebunden, aber der Link, den die anbieten, zeigt alles Mögliche nur nicht das Interview. Mal abgesehen von der Kameraarbeit, dem fast ein bißchen ausreichenden Bildoperator am Mixer&#8230;.achja, Medienfachleute am Werk eben&#8230;war wohl sehr günstig der Dienstleister.</p>
 
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