<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>digitalpublic.de &#187; people</title>
	<atom:link href="http://www.digitalpublic.de/tags/people/feed" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.digitalpublic.de</link>
	<description>&#34;Zur ganzen Wahrheit gehören zwei - einer, der sie sagt und einer, der sie versteht.&#34;            Henry David Thoreau</description>
	<lastBuildDate>Tue, 20 Jul 2010 15:34:10 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=abc</generator>
		<item>
		<title>Iran-Video: Biyaa</title>
		<link>http://www.digitalpublic.de/iran-video-biyaa</link>
		<comments>http://www.digitalpublic.de/iran-video-biyaa#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 24 Jun 2009 14:02:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jörg Wittkewitz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Die Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Krise]]></category>
		<category><![CDATA[people]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Recht]]></category>
		<category><![CDATA[world]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.digitalpublic.de/?p=1462</guid>
		<description><![CDATA[... to all the brave people out there all over the world fighting for their rights ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><code><object width="425" height="344" data="http://www.youtube.com/v/pdyXklHL6PE&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;" type="application/x-shockwave-flash"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/pdyXklHL6PE&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /></object></code></p>
 
	<h4>Verwandte Artikel</h4>
	<ul class="st-related-posts">
	<li><a href="http://www.digitalpublic.de/lupenreine-demokratie-deutsche-wikileaks-domain-ohne-vorwarnung-gesperrt" title="Lupenreine Demokratie: Deutsche Wikileaks Domain ohne Vorwarnung gesperrt &#8211; update #3 (12/04/2009)">Lupenreine Demokratie: Deutsche Wikileaks Domain ohne Vorwarnung gesperrt &#8211; update #3</a> (0)</li>
	<li><a href="http://www.digitalpublic.de/failblatt-irgendwas-mit-inhalt-medien-presse-publikation-content-gehalt" title="In was für einer digitalen Gegenwart leben wir? Irgendwas mit Inhalt (16/04/2009)">In was für einer digitalen Gegenwart leben wir? Irgendwas mit Inhalt</a> (1)</li>
	<li><a href="http://www.digitalpublic.de/umfassende-erklarung-der-kreditkrise-aus-princeton-video" title="Erklärung der Kreditkrise aus Princeton und von der Daily Show (13/03/2009)">Erklärung der Kreditkrise aus Princeton und von der Daily Show</a> (0)</li>
	<li><a href="http://www.digitalpublic.de/differance-wikileaks-und-die-elf-logischen-ebenen" title="Différance: wikileaks und die elf logischen Ebenen (15/04/2009)">Différance: wikileaks und die elf logischen Ebenen</a> (1)</li>
	<li><a href="http://www.digitalpublic.de/wenn-staaten-bei-twitter-mitlesen-und-beim-handy-mithoren-iran-ist-mitnichten-der-einzige-staat" title="Wenn Staaten bei twitter mitlesen und beim Handy mithören &#8211; Iran ist mitnichten der einzige Staat (22/06/2009)">Wenn Staaten bei twitter mitlesen und beim Handy mithören &#8211; Iran ist mitnichten der einzige Staat</a> (0)</li>
</ul>

]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.digitalpublic.de/iran-video-biyaa/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>In was für einer digitalen Gegenwart leben wir? Irgendwas mit Inhalt</title>
		<link>http://www.digitalpublic.de/failblatt-irgendwas-mit-inhalt-medien-presse-publikation-content-gehalt</link>
		<comments>http://www.digitalpublic.de/failblatt-irgendwas-mit-inhalt-medien-presse-publikation-content-gehalt#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 16 Apr 2009 15:01:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jörg Wittkewitz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das Netz]]></category>
		<category><![CDATA[Die Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Die Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Die Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitswelt]]></category>
		<category><![CDATA[GoToMarket]]></category>
		<category><![CDATA[Krise]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik]]></category>
		<category><![CDATA[medien]]></category>
		<category><![CDATA[online-reputation]]></category>
		<category><![CDATA[people]]></category>
		<category><![CDATA[Social Web]]></category>
		<category><![CDATA[Wissen 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[world]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.digitalpublic.de/?p=1308</guid>
		<description><![CDATA[Peter Glaser und Bernd Ziesemer zeigen uns den Weg zurück. Wie aber sieht es aktuell aus im Staate Gegenwart?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a target="_blank" rel="attachment wp-att-703" href="http://www.digitalpublic.de/stimuluswatch-direkte-demokratie-online-web-konjunkturhilfe-ueberwachen/lupeneffekt"><img class="alignright size-full wp-image-703" title="lupeneffekt" src="http://www.digitalpublic.de/wp-content/uploads/2009/02/lupeneffekt.jpg" alt="lupeneffekt" width="180" height="135" /></a>Der Handelsblatt Chefredakteur Ziesemer hat es neulich mal so richtig <a title="Link zu Stöhlker AG in CH" href="http://www.stoehlker.ch/weblog/2009/04/03/tabuzone-medien-vorurteile-geistige-tragheit/" target="_blank">krachen</a> lassen, und 10 gemeine Plätze gegen die dummen und lausigen digitalen Nichtsnutze rund um ihn und seine Kreise in einer Tagung von Wirtschaftsjournalisten in die Medienwelt entlassen. Gemäß dem innovativen Weltbild des <em>New German Journalism</em> hat er sich dabei aber nicht etwa Netzwerkjournalismus, Bürgerjournalismus oder gar Social Media zum Feindbild genommen sondern ganz schlicht von ihm identifizierte Gruppen verachtet und entwertet: junge Verlagsmanager und Unternehmensberater, Designer von Magazincovern, Medienblogger, ein Konkurrent, sowie Medienjournalisten ohne Recherchebudget.</p>
<p>Diese Abduktionen haben wir schon <a target="_blank" title="Link zu Carta" href="http://carta.info/7325/internet-zdf-peter-frey-steffi-lemke-massenmedien-journalismus/" target="_blank">früher</a> gelesen. Es liegt mir fern, die angesprochenen &#8220;Berufsgruppen&#8221; gegen Ziesemer und Frey zu verteidigen. Es gibt sehr viele mental un(ter)belichtete Geister, die großen Bohei machen und weder theoretische noch praktische Grundlagen ihrer Schreiberei liefern können. Da dilettieren promovierte Physiker als Medientheoretiker, begründen Lokalreporter ganze Verlage oder Werbetexter erklären uns die moderne Welt. Da stören die paar BWLer mit knitterfreiem Anzug aus tex100 und Powerpoint- oder gar Keynote-Blendgranate kaum. Man kann das verachten. Man kann das auch mögen. Beides ist jedoch völlig ungeeignet für eine öffentliche Diskussion. Genauso wie die profunde Einsicht von Ziesemer, dass <em>Recherche und Qualität</em> das Herz einer Zeitung sein. Zu allem Überfluß noch eine Aussage, die er sich von Frau Professor Miriam Meckel ausleihen musste.</p>
<p class="entry-title">Wenn man den mittlerweile unantastbaren Artikel von Peter Glaser <a target="_blank" title="Link zur Stuttgarter Zeitung" href="In was für einer digitalen Gesellschaft wollen wir leben?" target="_blank">In was für einer digitalen Gesellschaft wollen wir leben?</a> etwas näher beleuchtet, kann man Ziesemer sogar verstehen. Dort leitet der ehrenwerte Ehrendigitalist Glaser seine Notionen mit einer Geschichte von George Bernard Shaw ein, die eigentlich von Platon stammt:</p>
<p><em>“Wenn zwei Knaben jeder einen Apfel haben und sie diese Äpfel tauschen, hat am Ende auch nur jeder einen. Wenn aber zwei Menschen je einen Gedanken haben und diese tauschen, hat am Ende jeder zwei Gedanken.”</em> (Platon)</p>
<p>Das Problem ist nicht die mangelnde Recherche sondern der andere Inhalt, denn bei Glaser handelt es sich um Ideen und bei Platon um Gedanken. Und an dieser Stelle verabschiedet sich die gesamte Leserschaft inklusive der Damen und Herren Qualitätsjournalisten. Was soll schon die Korintenkackerei? Ideen oder Gedanken? Ist doch einerlei. Wirklich? Glaser geht einen Schritt weiter:</p>
<blockquote>
<p>Das Teilen mit technologischer Hilfe führt nicht nur zur Vermehrung von Ideen, sondern auch zur Vermehrung von Problemen. Computer helfen uns dabei, Dinge schneller zu erledigen, die wir ohne Computer gar nicht hätten erledigen müssen, das wußte <strong>Marshall McLuhan</strong> schon in den sechziger Jahren. Als damals am MIT der erste Großrechner zur Verfügung stand, der Timesharing beherrschte und mehrere Nutzer gleichzeitig bedienen konnte, gab es einen Befehl, mit dem man einfach das ganze System zum Absturz bringen konnte, ohne Raffinesse und ohne jede Eleganz. Das wurde zwei, drei Mal ausprobiert, dann machte es keinen Spaß mehr. Brauchen wir einen solchen Befehl für’s Internet?</p></blockquote>
<p>Was soll diese Frage? Hat das Mitteilen von Ideen in Form des Austauschs via Papier oder eben Monitor jemals etwas gebracht? Aber klar, denken wir nur an die Entwicklung der Dampfmaschine, die ohne die kostenfreie Verbreitung neuester Innovationen via Zeitung niemals stattgefunden hätte. Haben dort Journalisten den Erfolg vollbracht? Nein! Anfang des 19. Jahrhunderts haben sich englische Minenbesitzer im <a target="_blank" title="Link zu wikipedia" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Lean%27s_Engine_Reporter" target="_blank">Lean&#8217;s Reporter</a> darüber ausgestauscht, welche Verbesserungen man an Dampfmaschinen ausführen müsste, um die anfälligen Eisenmonster aus dem Hause Watts zu optimieren. Es war also eher eine Maßnahme der Praktiker gegen die Macht eines Monopolisten, die sich bar jeder Gedanken über geistiges Kapital gemeinsam mittels des Mediums monatliche Zeitung austauschten. Die Free Software Bewegung nutzt dieses Beispiel seit Jahren, um die Ursprünge ihrer Gedanken historisch zu begründen.</p>
<p><a rel="attachment wp-att-354" href="http://www.digitalpublic.de/wachstum-there-must-be-some-kind-a-way-out-of-here-smart-growth-manifesto-umair-haque/growth"><img class="alignleft size-full wp-image-354" title="growth" src="http://www.digitalpublic.de/wp-content/uploads/2009/02/growth.jpg" alt="growth" width="240" height="228" /></a>Was diese Zeitung aber so besonders machte, war ihr direkter Nutzwert für den Lebenszusammenhang seiner Leser. Bei all den polemischen Attacken von Journalisten gegen Blogger oder von Bloggern gegen die Aktivisten für tote Bäume fehlt eigentlich immer der Hinweis auf die Braut, die es zu gewinnen gäbe: <em>Lady Marian</em> in Gestalt der Leser, oder aus Sicht des Handelsblatts <em>das Geschmeide von Maid Marian</em>.</p>
<p>Mit schöner Konsequenz wird um das Thema Öffentlichkeit im digitalen Zeitalter herumgeredet. Stattdessen werden Abomodelle und PaidContent diskutiert. Es ist den Verlagen wohl klar, dass man Herrscher der Bahnhofskioske ist. Wie man diese Kioske nun ins Netz kopiert, ohne dass andere erkennen, dass dieselben Inhalte auch in vielen anderen Zeitungen &#8211; und mittlerweile sogar in Blogs &#8211; stehen, ist offenbar eine opake oder gar mystische Geheimwissenschaft. Um im Bild des 19. Jahrhunderts zu bleiben: Es hätte damals keinen Sinn gehabt, die Bereiche zwischen den Häusern mit Lampen zu elektrifizieren, ohne dass Straßen da gewesen wären. Es hat keinen Sinn, eine nicht vorhandene Infrastruktur mit Zusatzdiensten aufzuwerten. Warum aber ist diese Infrastruktur nicht vorhanden bzw. warum merkt es keiner? Lauschen wir wieder Peter Glaser:</p>
<blockquote><p>Die Wände, die uns umgeben, werden durch die neuen Kommunikationsmedien durchlässiger und poröser. Unsere Kultur wurzelt in dem hohen Wert, den wir dem Individuum zumessen. Privatsphäre ist der Humus, auf dem dieser Wert gedeiht. Angriffe auf diese Grundlage folgen inzwischen der selben Strategie, nach der auch moderne Kriege geführt werden: Nicht mehr die großen Heere gewinnen die Schlacht, sondern kleine Einheiten. Dieser Salamitaktik hin zu staatlicher Kontrolle begegnen immer mehr Menschen affirmativ. Unsere Gesellschaft scheint von einer unbändigen Lust an der Geheimnislosigkeit erfasst zu sein. Vor ein paar Jahren war <strong>Big Brother</strong> Synonym für totalitäre Kontrolle; mit den gleichnamigen Containershows hat sich das Ganze in unterhaltsame Sozialpornographie verwandelt &#8211; die Leistung der Teilnehmer besteht darin, alles zu zeigen.</p></blockquote>
<p>Man könnte jetzt trefflich über den Tod des Humanismus streiten. Aber man muss weder Lyotards Inhumanismus der Systemiker noch den der Seelentechnologen herbeizitieren, um zu erkennen, was diese digitale Öffentlichkeit charakterisiert: Es ist die Implosion des Individuums. Bei Ziesemer implodieren die jungen Berater und selbsternannten Medienjournalisten in einem endlosen Mosaik aus fremdem Gedankengut, dass nicht in der kreativen Form von Remixes oder Mashups daherkommt sondern in inhaltlicher Beliebigkeit, die nicht durch den Kontext einer gereiften Persönlichkeit sondern durch das Posen von Einstellungen zu überzeugen sucht.</p>
<p>An genau dieser Stelle könnte eine mindestens dreißig Jahre alte Notion der postmodernen Denker exhumiert werden: Denn Lyotard hatte sehr früh schon erkannt, dass nur die kleinen Erzählungen, die man bei Facebook findet, und die aus Expertensicht so gerne diskreditiert werden, dem heutigen Individuum überhaupt erst zur Existenz verhelfen. Denn ohne das Du der Anderen, die sich im beruflichen, schulischen und sogar vereinsgeprägten Sozialleben eher mit sozialer Fassade denn mit echter Offenheit präsentieren, gibt es gar kein ICH. Und damit ist auch die Ursache der fehlenden Infrastruktur klar.</p>
<p>Der positivistische Blick der Ewiggestrigen, die noch im Glauben an Objektivität verharren und mit sauberer Recherche und Qualitätsjournalismus an ein Weltbild anknüpfen, das weder wissenschaftlich noch lebenswirklich ist, kann daher nur in Wut und Gram umschlagen. Jeder Tiefenpsychologe kennt die Gefühlsebene, die hinter der Wut und der Aggression steckt. Und hinter einem Unverständnis gegenüber einer Welt, der gerade das Individuum abhanden kommt, weil es in einer inflationären Masse wie ein einziger Ruf nach Anerkennung an uns vorbeidonnert, steckt leider allzu oft das Gestell der stillen Bibliotheksarbeit als einzig Halt liefernder Handlung. Wenn draußen das ICH in dröhnender Kakophonie in die Tausende Splitter eines weltumspannenden Spiegels zerbirst, dann bleibt eben nur das Gröhlen im dunklen Keller, bis einer die Sicherung wieder reindreht und die Umrisse des wilden Monsters wieder zum ausrangierten Fitnessrad geworden sind. Auch für diese Dunkelheit hat Glaser einen kollektiven Trick in der Tasche, der uns vorgaukelt mithilfe von Kaugummipapier eine gute Sicherung zu improvisieren:</p>
<blockquote><p>Die eigentliche Macht der Vernetzung liegt in der informatischen Kraft, die sie jedem von uns an die Hand gibt. Journalisten brauchen nichts von ihrer Expertise aufzugeben, aber sie müssen mehr und wesentlich offensiver ihre Ansprüche mit den Nutzern und neuen Mitgestaltern ihrer Arbeit teilen. Es wird weiterhin erstklassige Reporter und Autoren geben, die uns mit klaren Blicken auf die Welt versorgen. Die Zeit, in der Journalismus von einer begrenzten Berufsgruppe ausgeübt wurde, geht jedoch zu Ende. In der Internet-Ära sind wir alle <strong>dazu verdammt</strong>, Journalisten zu sein.</p></blockquote>
<p>Das dunkle Zeitalter des geschwächten Individuuums, das in zuvielen Spiegelbildern sich selbst nicht erkannt hat, kann nicht dadurch erleuchtet werden, dass alle gemeinsam auf das vermeintlich Objektive der &#8220;Außenwelt&#8221; starren und es mit Buchstaben zu bannen versuchen. Dieser religiöse Vorstoß, der schon im Alten Testament den ersten Menschen die Aufgabe erteilt, allem Seienden unter der Sonne Gottes einen Namen zu geben, entlarvt das mittelalterliche Denken, dass uns die Adepten der digitalen mutigen neuen Welt als Innovation unterschieben.</p>
<p>Und dann fällt folgerichtig dem Ziesemer wie dem Glaser ein, dass man ja in alten restaurativen Mustern bisher am besten an die Wand gefahren ist.</p>
<blockquote><p>Ein Problem sei, dass „die Kollegen, die über Medien schreiben, mit wenigen Ausnahmen das Langzeitgedächtnis einer Ameise haben“. Sie würden „den Bullshit, den Verlage präsentieren, eins zu eins runterschreiben“, so Ziesemer. Stattdessen sollten sie lieber mal ins Archiv schauen, was in der Vergangenheit gesagt und getan wurde [...]</p></blockquote>
<p>und in dasselbe Horn entlädt sich auch Glaser:</p>
<blockquote><p>Vor 5000 Jahren, zu der Zeit, als die Pyramiden gebaut worden sind, haben die Ägypter zwei Dinge erfunden, die wir heute noch haben: <strong>den Staat</strong> und <strong>die Maschine</strong>. Der Staat ist als ein erstes Vernetzungsprojekt entstanden. Kleine Dorfgemeinschaften wurden dadurch in die Lage versetzt, Bewässerungsnetze zu betreiben, die sie alleine nicht zustande gebracht hätten. (Blöderweise ist mit dem Staat auch gleich die Steuer mit erfunden worden.)</p></blockquote>
<p>Kaum verwunderlich. Was lernt man aus der Geschichte? Nun das kommt auf die Perspektive an, die man vor der Recherche einnimmt. Das heißt die Recherche wird bestimmt durch die Erwartungshaltung des Rechercheurs, durch sein Vorwissen oder ähnliches könnte der hermeneutisch geschulte Halbwilde begegnen.Wenn es noch einer Hermeneutik bedurfte. Die ist jedoch selbst abhanden gekommen.</p>
<blockquote><p>Der nächste Schritt ist die Kritik Michel Foucaults, in der der Mensch als aktiver Faktor und damit auch die menschliche Intentionalität als sinnstiftendes Element verschwindet. Für Foucault verliert die Geschichte daher auch jede Bedeutung, sie ist eine späte Erfindung des okzidentalen Menschen in der sogenannten klassischen Phase der späten Neuzeit, die schon wieder überholt ist. Paradoxerweise sind seine Werke über den Wahnsinn, über die Klinik und über das Gefängnis trotzdem ganz historisch angelegt.&#8221;</p>
<p class="h_Text" style="font-style: italic;">Georg G. Iggers: Geschichtswissenschaft im 20. Jahrhundert. Ein kritischer Überblick im internationalen Zusammenhang.</p>
</blockquote>
<p>Foucault&#8217;s Ende der Geschichte als Selbstvergewisserung des Subjekts findet heutzutage eben in den 1001 virtuellen sozialen Netzwerken, Communities und digitalen Plattformen statt, und zwar durch die 1001 Statusmeldungen und Pinwandeinträge, die einerseits durch ihre Banalität schon nach wenigen Stunden überflüssig sind, aber aufgrund des großen weisen Bibliothekars Google in der ewigen Maschine auf ewig festgehalten werden. Das bedeutet aber, dass die Macht über gespeicherte Inhalte nicht mehr bei den Verlagen liegt und damit die Macht der Redakteure nicht mehr im Ausgraben per Recherche besteht. Es bedeutet auch, dass das fluidmechanische Bild der Bewässerungsnetze als imago des digitalen Netzes völlig irrelevant ist. Denn das digitale Netz ist mitnichten in der Mitte am tiefsten. Und die Stadt also ihre ersten Formen in Mesopotamien, war eben genau der Teil eines Clans, der aus dem Privaten heraustrat mit verschiedenen Zwecken. <span style="color: #000000;">Eine städtische Ansiedlung defininiert sich daher    als räumliche Verteilung verschiedener Aktivitäten auf begrenztem Raum. Genau dieses Bild wäre eine Infrastruktur, die die elektrischen Leuchten (Medien) sehr gut gebrauchen könnte. Aber dazu müsste es erst einmal einen Raum geben, den Clans gemeinsam für verschiedene Zwecke nutzen. Die Medienherrschaften täten also sehr gut daran, die ersten Baumeister der digitalen Städte wie facebook und Xing zu beobachten. Ein Rumhacken auf den Vogelfreien (Bloggern), Pionieren (Alphabloggern) und den Verbannten (Medienbloggern) lässt erkennen, wie gering sich die Medienvertreter selbst einschätzen beim Bau dieser Metropolen. Statt ihre Position im Innen zu erörtern oder zu definieren, lassen sie ihren romantischen Blick in die Ferne schweifen und entdecken die doofen Eigenbrötler. Dieser fast zwanghafte Fokus könnte ein Hinweis sein&#8230;<br />
</span></p>
 
	<h4>Verwandte Artikel</h4>
	<ul class="st-related-posts">
	<li><a href="http://www.digitalpublic.de/mutige-neue-welt" title="Mutige neue Welt (28/04/2009)">Mutige neue Welt</a> (0)</li>
	<li><a href="http://www.digitalpublic.de/jeff-jarvis-what-would-google-do-die-thesen-deutsch" title="Jeff Jarvis: What Would Google do? Die Thesen (deutsch) (23/02/2009)">Jeff Jarvis: What Would Google do? Die Thesen (deutsch)</a> (1)</li>
	<li><a href="http://www.digitalpublic.de/web2expo-sf-hinchcliffe-sagt-enterprise-20-social-business" title="Web2Expo SF: Hinchcliffe sagt Enterprise 2.0 = Social Business (01/04/2009)">Web2Expo SF: Hinchcliffe sagt Enterprise 2.0 = Social Business</a> (0)</li>
	<li><a href="http://www.digitalpublic.de/was-firmen-bei-blogs-richtig-machen-konnen" title="Was Firmen bei Blogs richtig machen können (03/07/2009)">Was Firmen bei Blogs richtig machen können</a> (2)</li>
	<li><a href="http://www.digitalpublic.de/pressekonferenz-20-scholz-vodafone" title="Pressekonferenz 2.0 &#8211; Wir sind keine Billigeimer! (09/07/2009)">Pressekonferenz 2.0 &#8211; Wir sind keine Billigeimer!</a> (4)</li>
</ul>

]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.digitalpublic.de/failblatt-irgendwas-mit-inhalt-medien-presse-publikation-content-gehalt/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Différance: wikileaks und die elf logischen Ebenen</title>
		<link>http://www.digitalpublic.de/differance-wikileaks-und-die-elf-logischen-ebenen</link>
		<comments>http://www.digitalpublic.de/differance-wikileaks-und-die-elf-logischen-ebenen#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 15 Apr 2009 09:06:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jörg Wittkewitz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das Netz]]></category>
		<category><![CDATA[Die Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[people]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Recht]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.digitalpublic.de/?p=1301</guid>
		<description><![CDATA[wikileaks Folge 241, wo Lord Voldemort der Schlipth von Northern Addlethorp nach Neddleadderthorp gebracht wird.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf ein Neues:</p>
<p>Pressemitteilung bei wikileaks vom 13.04.2009:</p>
<p><em>Registrar handelt entgegen Abmachung; Debatte steht in Relation zur Enthüllung der BND Netzwerke im vergangenen Jahr</em></p>
<div class="thumb tright">
<div class="thumbinner" style="width: 426px;"><a target="_blank" class="internal" title="BND Chef Ernst Uhrlau" href="http://wikileaks.org/wiki/Image:Rtr-bnd-uhrlau.jpg"><img class="thumbimage" longdesc="/wiki/Image:Rtr-bnd-uhrlau.jpg" src="http://wikileaks.org/w/images/Rtr-bnd-uhrlau.jpg" alt="BND Chef Ernst Uhrlau" width="424" height="212" /></a></div>
</div>
<p>Am 9. April 2009 wurde die Domain WikiLeaks.de unerreichbar nachdem die Kontrolle über Wikileaks.de dem Domaininhaber Theodor Reppe entzogen, und an die deutsche Registrierungsbehörde DeNIC übergeben wurde.</p>
<p>Die Übergabe der Domain folgt zwei Wochen auf eine Hausdurchsuchung bei Herrn Reppe durch die deutsche Polizei. Die Durchsuchung war Folge der Publizierung der australischen Zensurliste durch Wikileaks. Die Polizei verlangte in diesem Zusammenhang die Abschaltung der Wikileaks.de Domain; der Forderung wurde nicht entsprochen.</p>
<p>Um die Situation allerdings komplett zu verstehen, muss ein Vorfall zwischen Wikileaks und den deutschen Behörden am Ende letzten Jahres betrachtet werden.</p>
<p>Im November und Dezember 2008 veröffentlichte Wikileaks sensitive Informationen zum Bundesnachrichtendienst (BND), dem deutschen Auslandsgeheimdienst. Dies beinhaltete unter anderem Dokumente zu Korruption im Kosovo, wie auch eine Liste mit verdeckten Internet Adressen die vom BND unter dem Decknamen &#8220;bvoe.de&#8221; genutzt wurden.</p>
<p>Der Vorsteher des BND, Ernst Uhrlau, drohte Wikileaks mit Strafverfolgung wenn die Dokumente nicht entfernt würden. Sie wurden nicht entfernt.</p>
<p>Über das Bekanntwerden der Adressen aufgedeckte Aktivitäten des BND wurden im Internet diskutiert, so zum Beispiel <a target="_blank" class="external text" title="http://www.heise.de/newsticker/foren/S-Einfach-Domain-uebernehmen-da-Inhaberlos/forum-147360/msg-15861320/read/" rel="nofollow" href="http://www.heise.de/newsticker/foren/S-Einfach-Domain-uebernehmen-da-Inhaberlos/forum-147360/msg-15861320/read/">im Heise Forum</a>.</p>
<p>In der Diskussion bei Heise ging es um die nicht den Richtlinien entsprechende Registrierung der Internetdomain des BND, &#8220;BND.de&#8221;. Es wurde festgestellt, dass die DeNIC Richtlinien durch die Registrierung verletzt wurden. So war die Domain zum Beispiel nicht auf eine physische Adresse sondern  ein Postfach registriert. Der BND, so die Diskussion, habe nach DeNIC Verordnung somit keinen formalen Besitz der Domain da die Registrierung nicht den Ansprüchen für eine deutsche Domain gerecht würde.</p>
<p>Um die Ungleichheit der Anforderungen für den BND gegenüber einer normalen Registrierung zu testen, stellte der Wikileaks.de Inhaber, Theodor Reppe, einen Antrag zum Transfer der BND.de Domain bei seinem DeNIC-Mitglieds &#8220;Beasts Associated&#8221; in Hamburg, über den auch die Wikileaks.de Domain registriert war.</p>
<p>Wie zu erwarten wurde dem Antrag direkt widersprochen.</p>
<p><em> </em></p>
<dl>
<dd><em> &#8220;Sehr geehrter Herr Reppe, </em></dd>
</dl>
<dl>
<dd><em> Sie haben die Domain </em></dd>
</dl>
<dl>
<dd>
<dl>
<dd>
<dl>
<dd><em> bnd.de </em></dd>
</dl>
</dd>
</dl>
</dd>
</dl>
<dl>
<dd><em> per Transfer angefordert. Es handelt sich hierbei &#8211; unschwer zu erkennen &#8211; </em></dd>
<dd><em> um die Domain des Bundesnachrichtendienstes. </em></dd>
</dl>
<dl>
<dd><em> Da es sich hierbei um eine bedeutende Domain handelt, bitten wir Sie </em></dd>
<dd><em> umgehend das entsprechende Transfer-Fax und OwnerChange-Formular an uns zu </em></dd>
<dd><em> senden. </em></dd>
</dl>
<dl>
<dd><em> Bis zu Klärung dieses Vorfalls haben wir Ihren Account gesperrt. </em></dd>
</dl>
<dl>
<dd><em> Mit freundlichen Grüßen </em></dd>
</dl>
<dl>
<dd><em> Daniel Teixeira&#8221; </em></dd>
</dl>
<p>Allerdings versuchte der Registrar auch direkt das Vertragsverhältnis für alle von Herrn Reppe registrierten Domains aufgrund von &#8220;Vertragsbruch&#8221;   aufzulösen.</p>
<p>Da Herr Reppe für ein volles Jahr im Voraus bezahlt hatte, wurde in  einem Telefonat mit der Supporthotline im Januar abgemacht, dass &#8220;Beasts Associated&#8221; die Domains nicht vor Ablauf der schon bezahlten Zeit transferieren würde.</p>
<p>Entgegen dieser Abmachung transferierte der Registrar die Domains in der letzten Woche, und entliess Herrn Reppe mit mehr als 30 nicht  funktionierenden Domains in das Osterwochenende. Betroffene Domains  schliessen seinen populären Tor Node, zwei Filmprojekte und die  Domainnamen von non-profit und open-source Gruppen mit ein.</p>
<p>Herrn Reppe wurde nicht mitgeteilt, dass man sich entschieden hatte die mündliche Vereinbarung mit der Supporthotline aufzuheben. Die  Gründe für die spezifische Zeitwahl, neun Tage nach dem Ablauf der 3-monatigen Kündigungsfrist des Providers, bleiben unbekannt und können,  aber müssen nicht, in Zusammenhang mit der Hausdurchsuchung wegen der australischen Filterlisten stehen.</p>
<p>Der Transfer am Donnerstag abend erfolgte mehr als zwei Stunden nach Geschäftsschluss der DeNIC Büros, und am Abend vor dem langen Osterwochenende.</p>
<p>Entgegen der pro-forma Aussage auf der nun angezeigten DeNIC Seite auf die Leser gelangten die Wikileaks.de aufgerufen hatten, war der Domaininhaber nicht informiert worden, und es wurden ihm auch keine Informationen übermittelt um die Domain umziehen zu können. Dies machte (und macht noch immer) die Domain unnutzbar. In einer Antwort auf eine eMail von Wikileaks, erklärte DeNIC am Sonntag, dass ein Brief  an Herrn Reppe voraussichtlich am Dienstag verschickt würde.</p>
<p>Am selben Tag sagte DeNIC Chefin Sabine Dolderer gegenüber der Presse aus, dass die DeNIC selbst den Transfer nicht verursachte, sondern das der Registrar über den die Domain registriert war, &#8220;Beasts Associated&#8221; aus Hamburg, die Domain hatte transferieren lassen.</p>
<p>Am Montag bestätigte &#8220;Beasts Associated&#8221; Chef Daniel Teixeira das der Vertrag mit dem Domaininhaber aufgrund des &#8220;Vertragsbruchs&#8221; im Dezember 2008 terminiert wurde und die Domains deshalb an DeNIC zurückgegeben wurden.</p>
 
	<h4>Verwandte Artikel</h4>
	<ul class="st-related-posts">
	<li><a href="http://www.digitalpublic.de/lupenreine-demokratie-deutsche-wikileaks-domain-ohne-vorwarnung-gesperrt" title="Lupenreine Demokratie: Deutsche Wikileaks Domain ohne Vorwarnung gesperrt &#8211; update #3 (12/04/2009)">Lupenreine Demokratie: Deutsche Wikileaks Domain ohne Vorwarnung gesperrt &#8211; update #3</a> (0)</li>
	<li><a href="http://www.digitalpublic.de/iran-video-biyaa" title="Iran-Video: Biyaa (24/06/2009)">Iran-Video: Biyaa</a> (0)</li>
	<li><a href="http://www.digitalpublic.de/wenn-staaten-bei-twitter-mitlesen-und-beim-handy-mithoren-iran-ist-mitnichten-der-einzige-staat" title="Wenn Staaten bei twitter mitlesen und beim Handy mithören &#8211; Iran ist mitnichten der einzige Staat (22/06/2009)">Wenn Staaten bei twitter mitlesen und beim Handy mithören &#8211; Iran ist mitnichten der einzige Staat</a> (0)</li>
	<li><a href="http://www.digitalpublic.de/was-war-was-ist-was-konnte-sein" title="Was war. Was ist. Was könnte sein? (28/03/2009)">Was war. Was ist. Was könnte sein?</a> (0)</li>
	<li><a href="http://www.digitalpublic.de/wachstum-there-must-be-some-kind-a-way-out-of-here-smart-growth-manifesto-umair-haque" title="Wachstum &#8211; There must be some kind a way out of here &#8211; Smart Growth Manifesto (06/02/2009)">Wachstum &#8211; There must be some kind a way out of here &#8211; Smart Growth Manifesto</a> (1)</li>
</ul>

]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.digitalpublic.de/differance-wikileaks-und-die-elf-logischen-ebenen/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Medienkonzepte: Killerspieler läuft Amok in Landshuter Gericht</title>
		<link>http://www.digitalpublic.de/medienkonzepte-killerspieler-lauft-amok-in-landshuter-gericht</link>
		<comments>http://www.digitalpublic.de/medienkonzepte-killerspieler-lauft-amok-in-landshuter-gericht#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 07 Apr 2009 12:27:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jörg Wittkewitz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Die Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Die Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Konzepte]]></category>
		<category><![CDATA[medien]]></category>
		<category><![CDATA[people]]></category>
		<category><![CDATA[Social Web]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.digitalpublic.de/?p=1257</guid>
		<description><![CDATA[Ist der moderne Journalismus noch realitätsnah oder schon ein Opfer der Massenproduktion?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-1042" href="http://www.digitalpublic.de/radikale-20-abschalten-oder-ansprechen/bomb"><img class="alignleft size-full wp-image-1042" title="bomb" src="http://www.digitalpublic.de/wp-content/uploads/2009/03/bomb.jpg" alt="bomb" width="180" height="135" /></a>Nun ist es wieder soweit. Eine Person hat mehrere andere schwer oder gar tödlich verletzt, indem er wild um sich schoß. Da es ein Mann war, muss es ich wohl um einen Adepten der Killerspiele handeln. Ganz bestimmt war er auch Mitglied der örtlichen Schützengarde und hat schon ein paar Pokale für seinen Verein nach Hause geholt.</p>
<h3>Monokausales Laientheater kommt als vierte Macht des Staates daher</h3>
<p>So oder ähnlich könnten die &#8220;Berichte&#8221; der professionellen Journalisten zusammengefasst werden. Seit einigen Monaten, eigentlich seit Jahren geht der Geist der schnellen und monokausalen Berichterstattung durchs Land. Das ist so gewollt, hört man auf Kongressen und Tagen der Medienkritik, weil die professionellen Journalisten aus Rundfunk und Print das so gelernt haben:einer Wirkung wird eine Ursache zugeordnet, das gilt als objektiv, weil es der formalen Logik nachgeahmt ist. Zunächst wird berichtet, was faktisch unbestreitbar ist. Da der Leserschaft aber nicht unterstellt wird/werden kann/werden soll, dass sie selbst die nötigen Schlüsse aus den Fakten zieht, liefern die professionellen Journalisten die Ursachenzuschreibungen gleich mit. Diese werden untermauert mit einem besonderen Kniff, den man bei den Ausbildungen der Journalisten gleich mitlehrt: Man muss für jede Meinung mindestens einen Zitatgeber liefern. Am besten noch einen Beteiligten, eventuell einen Wissenschaftler oder in der Not ein sogenanntes Kollegengespräch, also ein Interview mit einem anderen Journalisten.</p>
<h3>Sind Medien ein modernes Mittel zur Meinungsbildung?</h3>
<p>Im Zeitalter der aufgeklärten Medien liefert man auf diese Weise das journalistische Pendant zu einem objektiven Wahrheitsbegriff. Mehr fundierte Meinungen je Artikel ermöglichen einem guten Journalisten das Beleuchten eines Sachverhalts aus allen denkbaren Perspektiven. Soweit ist der Ansatz eigentlich unantastbar für Kritik formuliert. Allerdings schleichen sich gerne handwerkliche oder gar manipulative Fehler ein: es werden nur tendenzielle Meinungen in den Artikel integriert, die auch die Grundhaltung des Autors stützen. Oder es werden defiziente Formen einer oppositionellen Meinung dargestellt und damit erhalten abweichende Fremdmeinungen eine schwache bis unzugängliche Darstellung. Diese Form der simulierten Objektivität lernen viele Journalisten von mediokren rhetorischen Talenten aus der Politik und Wirtschaft, die wai alle allabendlich im TV bewundern dürfen.</p>
<p>Der Kern einer grundlegenden Kritik an diesem Simulieren eines aufgeklärten Geistes im Hause des Journalismus müsste jedoch fundamental ansetzen. Denn der eigentliche Skandal an diesem Verfahren liegt darin, dass spätestens seit den Siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts dem letzten Akademiker klar sein muss, dass es ein neutrale Objektivität gar nicht gibt &#8211; zumindest ist sie den Menschen nicht per Wahrnehmung oder Erkenntnis zugänglich.</p>
<h3>Was sind objektive Informationen?</h3>
<p>Warum ist das so? Die Wahrnehmungslehre &#8211; jeder kennt die Grafiken aus der Wahrnehmungspsychologie &#8211; und auch der wache und gesunde Menschenverstand zeigen uns die aktuellen Welt- und Umgebungsdaten immer in einem persönlichen Kontext. Das bedeutet, dass wir alles was wir erfahren und erleben immer in Zusammenhang mit dem wahrnehmen, was wir schon früher mal erlebt haben. Auf dieser Basis filtern wir bzw. unser Nervensystem alle eingehenden Daten auf bestimmte Muster. So wird die unendliche Datenflut des Moments vorsortiert in die Kategorien &#8220;Passt-zu-meinen-bisherigen-Erlebnissen&#8221; und &#8220;Passt-nicht-zu-meinem-bisherigen-Erlebnissen&#8221;.  Alles was ein gewisses Maß an Differenz enthält, wird als Information erkannt, alles was zuviel Differenz enthält, kann keinem Muster zugeordnet werden und verunsichert den Vorgang den wir Subjekt oder Charakter oder Persönlichkeit nennen und der vereinfacht gesagt alles mit großer Differenz in dem Gefäß Emotion beurteilt und alles mit kleiner Differenz in den Aktenordnern des Verstandes ablegt. Allzugroße Differenz wird als Nichtinformation einfach gar nicht zugeordnet und verbliebt als Fragezeichen in unserem Gedächtnis und kann später in kreativen Prozessen hilfreich werden oder es wird als Affekthandlung &#8220;entladen&#8221;.</p>
<h3>Konstruktivismus</h3>
<p>Man braucht gar nicht mit Heisenberg die Unschärferelation zu bemühen, um zu erklären, dass allein unsere Betrachtung der Gegebenheiten einen enormen Einfluss auf das Geschehen hat. Es ist noch viel näher am Menschen selbst die Verarbeitungsinstanz, die uns eine Objektivität der Sachverhalte gar nicht zugänglich macht, da wir alles unter dem Licht der persönlichen Vergangenheit sortieren. Diese ist eben nun mal eine höchst subjektive Angelegenheit. Es gibt keine zwei Menschen mit denselben Erlebnissen. Das erklärt zwar, warum man sich sozusagen blind mit den Leuten versteht, die mit einem selbst viele Jahre des Lebenweges gegangen sind, aber es erklärt auch, warum Neues in unserem Denken kaum Platz finden kann, ohne mit den Spinnenweben der alten Zeit in Kontakt zu kommen. Wir erleben also immer nur eine durch die individuelle Historie vermittelte Sicht auf die Gegenwart. Auf dieser Grundlage haben viele kluge Köpfe alle Arten von Konstruktivismus begründet. Sie alle eint die Idee, dass der Mensch sich seine Realität jeweils selbst erschafft und ohne besondere Anstrengung diesen Realitätstunnel niemals verläßt.</p>
<div id="attachment_1115" class="wp-caption alignright" style="width: 186px"><a rel="attachment wp-att-1115" href="http://www.digitalpublic.de/twitter-evolution-wefollow-who-is-who-twurli-newspaper-twittering-twur/lat"><img class="size-full wp-image-1115" title="lat" src="http://www.digitalpublic.de/wp-content/uploads/2009/03/lat.jpg" alt="lat" width="176" height="182" /></a><p class="wp-caption-text">LA Times</p></div>
<p>Das ist soweit keine besondere Neuigkeit für viele Leser. Aber in den meisten sogenannten ernsthaften Professionen und bei den seriösen Journalisten der staatlichen Sendeanstalten und vieler Printerzeugnisse sind diese Erkenntnisse noch nicht in eine praktische Methodenlehre des modernen Journalismus eingegangen.</p>
<h3>Und jetzt kommt der smarte Mob &#8211; Web 2.0</h3>
<p>Aus dieser Perspektive wird klar, dass die Welt der seriösen Medien ein starkes Unbehagen befällt, wenn sie beobachtet, dass mittels der neuen Medien und der Web 2.0 Demokratisierung des Kanals Internet Tausende Menschen ihre Realitätstunnel in Blogs, Twitterbeiträgen und Kommentaren via Internet verbreiten und damit die kanonische Deutungsmacht der Medien nicht nur in Frage stellen sondern einfach in eine Reihe beliebiger Angebote abschwächen. Der Hinweis der Medienpaten auf die kostenlosen und daher wohl auch wertlosen Blogartikel greift natürlich zu kurz. Denn es handelt sich um einen Paradigmenwechsel, der schon vor Jahrzehnten begann und nunmehr aufgrund der technischen Möglichkeiten der Masse zu einer vielgestaltigen Sicht auf die Sachverhalte einlädt. Ursache dafür ist also weniger die Technik als viel mehr das Unvermögen der hoheitlichen Medienbeauftragten, die Erkenntnis, dass es viele Sichten auf dasselbe Ding gibt, in eine eigene postmoderne journalistische Methodologie umzusetzen.</p>
<p>Jetzt ist es zu spät. Eine Referenz für die Relevanz von Inhalten liegt nun nicht mehr in der Peakintelligenz, die jemand irgendwann abgeleistet hat, um eine Journalistenschule gut abzuschliessen. Heute muss man immer sehr gut und begründet darlegen, was man warum und mit welchen Absichten gesagt und gedacht hat, damit der Leser Transparenz erreicht.</p>
<p>Da aber viele Leser und Zuschauer nur unterhalten werden wollen und gar kein Interesse an eigenen Ansichten und Schlußfolgerungen haben, muss es auch weiterhin eine unaufgeklärte Informationsmaschine geben, die dem Unmündigen sein Inhaltebreichen schön löffelweise in den Munsch schiebt und das Lätzchen gleich mitliefert. Insofern gibt es in dieser Übergangszeit ein Zwei-Klassen-Informationswelt. Das erinnert frappant an die Anfänge des Fernsehens und der alte Satz gilt noch immer: Die Dummern werden dümmer und die Klugen klüger. Das schöne und andere am Web ist nur, dass es jetzt möglich ist, in seiner Peer-Gruppe globale Mitstreiter zu finden und mit einer Gruppe Gleichgesinnter bis ans andere Ende des Denkbaren zu reiten, wo sich allerdings auch schon Hundertschaften aufhalten.</p>
<p>Und die Verbreitung monokausaler Theorien entlarvt weniger den Konsum-Journalisten als viel mehr denjenigen, der noch mit einem mentalen Lätzchen um den Hals durchs Land läuft und nach einfachen und kurzen Finalsätzen verlangt, wo schwierige Konditional- und Konzessivphrasen angebracht wären. Das mentale Prekariat ist viel weiter verbreitet als das pekuniäre.</p>
<p>Wie hieß es noch bei Benn: <em>Glück bedeutet, dumm zu sein und Arbeit zu haben</em>.</p>
<p>Achja, fast hätte ich es vergessen: Es gibt ja einige Medienvertreter, die das Bloggen als Teufelszeug abtun. Entweder weil dort schlecht recherchiert wird oder weil dort nicht zwischen Bericht und Meinung unterschieden wird oder ähnliches. Zunächst muss man dabei natürlich konstatieren, dass bei so einem Vergleich zwischen bezahlter Liga und Amateurspielern nur die Amateure gewinnen können und nie der Vergleichende selbst. Die professionellen Ligaspieler bloggen oft auch selbst, ich erinnere mich sogar, dass ein Oberstleutnant des ZDF selber bloggt und trotzdem &#8211; oder deshalb? &#8211; auf anderen Bloggern rumhackt. Es scheint also wirklich noch das alte Denken zu sein wie ehemals in Marathon: Der Überbringer der Botschaft wird erschossen.</p>
 
	<h4>Verwandte Artikel</h4>
	<ul class="st-related-posts">
	<li><a href="http://www.digitalpublic.de/union-will-datenpiraten-kielholen" title="Union will Datenpiraten kielholen (23/06/2009)">Union will Datenpiraten kielholen</a> (0)</li>
	<li><a href="http://www.digitalpublic.de/failblatt-irgendwas-mit-inhalt-medien-presse-publikation-content-gehalt" title="In was für einer digitalen Gegenwart leben wir? Irgendwas mit Inhalt (16/04/2009)">In was für einer digitalen Gegenwart leben wir? Irgendwas mit Inhalt</a> (1)</li>
	<li><a href="http://www.digitalpublic.de/web2expo-kern-guten-struktur-online-communities-social-website" title="Web2Expo: Der Kern einer guten Struktur für Social Websites (06/04/2009)">Web2Expo: Der Kern einer guten Struktur für Social Websites</a> (0)</li>
	<li><a href="http://www.digitalpublic.de/web2expo-sf-hinchcliffe-sagt-enterprise-20-social-business" title="Web2Expo SF: Hinchcliffe sagt Enterprise 2.0 = Social Business (01/04/2009)">Web2Expo SF: Hinchcliffe sagt Enterprise 2.0 = Social Business</a> (0)</li>
	<li><a href="http://www.digitalpublic.de/was-firmen-bei-blogs-richtig-machen-konnen" title="Was Firmen bei Blogs richtig machen können (03/07/2009)">Was Firmen bei Blogs richtig machen können</a> (2)</li>
</ul>

]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.digitalpublic.de/medienkonzepte-killerspieler-lauft-amok-in-landshuter-gericht/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Web2Expo SF: Hinchcliffe sagt Enterprise 2.0 = Social Business</title>
		<link>http://www.digitalpublic.de/web2expo-sf-hinchcliffe-sagt-enterprise-20-social-business</link>
		<comments>http://www.digitalpublic.de/web2expo-sf-hinchcliffe-sagt-enterprise-20-social-business#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 01 Apr 2009 15:16:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jörg Wittkewitz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Enterprise 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitswelt]]></category>
		<category><![CDATA[consulting]]></category>
		<category><![CDATA[Die Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[people]]></category>
		<category><![CDATA[social software]]></category>
		<category><![CDATA[Social Web]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Wissen 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Wissensmanagement]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.digitalpublic.de/?p=1212</guid>
		<description><![CDATA[Dion Hinchcliffe hielt gestern einen spannenden Vortrag auf der Web2Expo 2009 in San Francisco]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Moscone Center In San Francisco ist wohl gerade das Gegenteil vom Friedrichstadtpalast. Supermodern. Sehr viel Glas, sehr viel Stahl und alles ein bißchen voller IKEA-style.</p>
<div class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img title="Dion Hinchcliffe" src="http://farm4.static.flickr.com/3163/2960448153_4e3b45cb5c.jpg?v=0" alt="Dion Hinchlicliffe auf der Web2Expo" width="300" height="219" /><p class="wp-caption-text">Dion Hinchlicliffe auf der Web2Expo - Photo by Alex Dunne (flickr)</p></div>
<p>Dion Hinchcliffe war etwas verloren in dem großen Saal, sein Vortragsthema nicht:</p>
<p><span class="url uid">Economics 2.0: Highly Effective Strategies for Putting Your Business on a Recession Diet.</span></p>
<p><span class="url uid"><em>Collaboration wins</em> war allerorten zu hören. Interessant war Hinchcliffes Ansicht, dass das aktuelle Fokussieren auf Daten (data wins!) eher ein Rückschritt sei. Es ginge viel eher um das Wissen, dass auf der Basis von Daten entstehen kann: Peer Production. Aber damit das klappen kann, stehen uns noch einige Aufgaben bevor. Denn der Mehrwert entsteht im Netzwerk. Das hat unter anderem die organisatorische Folge, dass in den Org-Charts nicht mehr der Rang am wichtigsten ist sondern die Fähigkeiten (skills), die direkt umgesetzt werden und nicht die die irgendwann erworben wurden. Natürlich muss auch über Grenzen und Fokus von Kontrollmaßnahmen neu nachgedacht werden. Die Wertschöpfungsketten mit Zulieferern und Dienstleistern müssen auf eine partnerschaftliche Basis gestellt werden. Nur wer etwas Sinnvolles ins Partnernetzwerk gibt, der kann auch etwas Wertvolles bekommen. Transparenz muss aus dieser Perspektive auch als Initiative für das eigene Wachstum gesehen werden. </span></p>
<p><span class="url uid">Denn neben allen strukturellen Problemen ist das eingefahrene Denken der meisten Beteiligten Auslöser oder mindestens Bewahrer für viele aktuelle Schwierigkeiten. </span></p>
<p><span class="url uid">Niemals zuvor gab es eine einheitliche Struktur (das Web) in dem alle Beteiligten potenziell gleichberechtigt am Markt teilhaben können. Früher waren einige Netze untereinander verbunden. Aber kein kleineres System kann langfristig neben einem größeren bestehen, ohne beeinflusst oder gar aufgesogen zu werden. Jetzt haben wir einen einheitlichen Ort. Das ist Chance und Herausforderung gleichermaßen.</span></p>
<h3><span class="url uid">Was sind die Werkzeuge von Enterprise 2.0 und offenen Geschäftsmodellen? </span></h3>
<p><span class="url uid">Bisher gab es ein paar Web 2.0 Werkzeuge für die Softwareentwicklung, SaaS und Cloud Computing lieferten spezifische Lösungen für Abteilungen oder einzelne Branchen. Das Ansprechen dieser Branchen oder einzelner Kundengruppen erfolgt über crowdsourcing. Im besten Fall wird so auch die Produktentwicklung einbezogen. Marketing und Sales läuft dann analog über Online Communities und soziale Netzwerke. Laut Hinchcliffe sind Enterprise 2.0 und offene Geschäftsmodelle in der Lage, all dies neu und transparenter abzubilden. Es geht beim Einbeziehen aller möglichen Partner nicht nur um ein bloßes Wachsen der Gemeinschaft. Er sieht darin einen Faktor für mehr Effektivität und beruft sich auf Reed.</span></p>
<blockquote><p>David P. Reed, Absolvent und Professor am MIT, definiert, dass der Wert eines Netzes exponentiell mit dessen Größe steigt. Dieses Gesetz kann auch auf soziale Netzwerke angewendet werden.</p></blockquote>
<p>Was also sind die stärksten Kräfte in der neuen Welt der Arbeit?</p>
<p>1. Netzwerkeffekte</p>
<p>Immer dann, wenn etwas besonders hilfreich ist, wenn es besonders viele haben, dann sprechen wir von einem Netzwerkeffekt. (E-Mail etc.)</p>
<p>Das macht sich besonders bemerkbar seit nicht mehr nur Institutionen sondern auch Individuuen an der Gestaltung des Web teilhaben. (Long Tail)</p>
<p>2. Peer Production</p>
<p>Clay Shirky nennt diese eher Co-Creation, Hinchcliffe fokussiert eher die Kooperation bei der Erstellung von Open Source, was aus meiner Erfahrung eher prädemokratisch abläuft.</p>
<p>3. Selbstbedienung (ja, das kennen wir seit es Online Banking und und die &#8220;neuen&#8221; Bäkerläden gibt.)</p>
<p>4. Offene Geschäftsmodelle</p>
<p>5. Neue Strukturen sozialer Macht</p>
<p>Insofern siehte er in Enterprise 2.0 einen Begriff, der die Strukturen für Social Business legt. Was ist nun anders mit Enterprise 2.0, was es vorher nicht gab?</p>
<p>Wissen wird einfach durch Blogs oder Wikis publizierbar und ist leicht auffindbar, die Technologien dafür werden immer reifer und gleichzeitig einfacher bedienbar. (Das gilt leider noch nicht für Deutschland. Aus meiner Erfahrung wissen 3 von 4 Leuten, die täglich im Netz arbeiten nicht genau, was ein Blog eigentlich ist oder was es soll.)</p>
<p>Das schöne am Arbeiten mit Enterprise 2.0 Tools ist, dass sie nicht vordefiniert die Wege der Kooperation oder überhaupt der Nutzung vorgeben. Im besten Fall können Mitarbeiter selbst entscheiden, wie sie die Werkzeuge einsetzen. Das senkt die Hemmschwelle, hoffentlich. Das kann ganz billige erfol nur um die 10.000 €. Da musste ich doch schmunzeln, da das Aufsetzen eines WordPressblogs mit Erweiterungen und ein paar Sicherheitsmaßnahmen bei mir bisher nie teurer war als 2000 €. Und das auch nur, wenn es die Multiuservariante war. Aber vielleicht liegt das auch daran, dass das Aufsetzen eines Apaches im Intranet bei IBM sicher um die 5000 Euro kostet. dann noch ein WordPressinstanz und schon hat man 10K weg.</p>
<p>;-)</p>
<p>Aufgrund einer Forrester Umfrage von 2008 ist offenbar geworden, dass gerade gorße und sehr große Firmen planen Web 2.0 Tools einzukaufen bzw. das schon getan haben. Unter den 2000 größten Firmen weltweit sind das die Hälfte. Bank of America, Dresdner Kleinwort Wasserstein, IBM, Motorola, Northwestern Mutual, Procter &amp;Gamble , Siemens und SAP können schon große Erfolge mit Enterprise 2.0 vorzeigen.</p>
<p>Warum Firmen es versuchen sollten, liegt angesichts der aktuellen Lage auf der Hand: Das Risiko ist gering, auch die Kosten sind es (je nach Dienstleister), die Effekte sind wiederholbar in jeder Geschäftseinheit, nachgewiesene Erfolge (s.o.) und einige sehr <a target="_blank" title="Link zu Internte Evolution" href="http://www.internetevolution.com/document.asp?doc_id=173854" target="_blank">vielversprechende</a> ROI-Berechnungen.</p>
<h3>Wertschöpfung</h3>
<p>Hinchliffe sieht in offenen APIs neue Wertschöpfungsketten. Ein Beispiel das jeder kennt sind die 1001 Stores von Amazon (55.000 Partner Sites!) auf vielen Blogs und Foren, die auf diesen offenen APIs beruhen. Damit hat Amazon seinen Anteil am Webtraffic in wenige Jahren exponentiell gesteigert. Und der Cloud Computing Markt wird schon jetzt von Amazons Elastic Computing und Simple Storage beherrscht. Es ist offenbar, dass das verkaufen von geschlossenen APIs ein auslaufender Markt ist, weil die Distribution viel Geld kostet und der Netzwerkeffekt völlig wegfällt. Also ist es schlau, für Power User und Webentwickler schnelle integrierbare oder sogar einfach widgets anzubieten, um am Wachstum des Netzes zu partiziperen. Hierbei geht weitreichende Unterstützung bestehender Plattformen und Standards vorn Funktionalität. Wir sprechen beim Mobilmarkt von fast 4 Milliarden Nutzern!</p>
<p>Insofern ist Cloud Coumputing die einzige Struktur, die mit solchen Zahlen skalieren kann.</p>
<p>Viel mehr habe ich dann nicht mehr mitgeschrieben, weil mir die Hände abfielen.</p>
<p>Aber Hinchcliffe hat versprochen, die Präsentation mit bestimmt 100 Slides online zu stellen. Es sind 130 slides und sie sind <a target="_blank" title="Link zur Präsentation" href="http://hinchcliffeandcompany.com/presentations/Economics_2_Web_2_Expo_SF_2009.pdf" target="_blank">hier,</a> fette Datei!</p>
 
	<h4>Verwandte Artikel</h4>
	<ul class="st-related-posts">
	<li><a href="http://www.digitalpublic.de/web2expo-kern-guten-struktur-online-communities-social-website" title="Web2Expo: Der Kern einer guten Struktur für Social Websites (06/04/2009)">Web2Expo: Der Kern einer guten Struktur für Social Websites</a> (0)</li>
	<li><a href="http://www.digitalpublic.de/clay-shirky-cebit09-5-myths-of-the-change-or-organizations" title="Clay Shirky @ CeBIT09: 5 Myths of the Change or Organizations (04/03/2009)">Clay Shirky @ CeBIT09: 5 Myths of the Change or Organizations</a> (0)</li>
	<li><a href="http://www.digitalpublic.de/change-or-die-was-machen-die-anderen" title="Change or Die &#8211;  Was machen die anderen? (26/02/2009)">Change or Die &#8211;  Was machen die anderen?</a> (12)</li>
	<li><a href="http://www.digitalpublic.de/web2expo-clay-shirky-on-collaboration" title="web2expo: Clay Shirky on Collaboration (14/04/2009)">web2expo: Clay Shirky on Collaboration</a> (0)</li>
	<li><a href="http://www.digitalpublic.de/social-networking-im-unternehmen-enterprise-20-koch-richter" title="Social Networking für oder von Dummies? &#8211; Koch und Richter über Enterprise 2.0 (25/06/2009)">Social Networking für oder von Dummies? &#8211; Koch und Richter über Enterprise 2.0</a> (2)</li>
</ul>

]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.digitalpublic.de/web2expo-sf-hinchcliffe-sagt-enterprise-20-social-business/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
