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	<title>digitalpublic.de &#187; Kritik</title>
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	<description>&#34;Zur ganzen Wahrheit gehören zwei - einer, der sie sagt und einer, der sie versteht.&#34;            Henry David Thoreau</description>
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		<title>Pressekonferenz 2.0 &#8211; Wir sind keine Billigeimer!</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Jul 2009 09:21:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vorname Nachname</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wie man den Kern des Pudels vor lauter Shampoo verliert...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Liebe Kinder und Kinderinnen,</em></p>
<p><em>wir haben uns heute hier versammelt, um Ihnen mal so ein bißchen die allerneuesten Informationen nahe zu bringen.</em></p>
<p>So oder ähnlich beginnen die meisten Pressekonferenzen, denen ich beiwohnen durfte. Ich gestehe, dass es zumeist während unzähliger Messen war. Was mich immer tief beeindruckt hatte, war die Chuzpe, die viele Verantwortliche walten lassen, wenn es um das Verteilen von Inhalten ans Pressevolk geht. (<em>Wer mit der Maus drüberfährt über das Video unten, wird die Pausetaste finden!</em>)</p>
<div class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a target="_blank" title="Photos from http://twitpic.com/9pb6r" href="http://twitpic.com/9pb6r"><img src="http://twitpic.com/show/thumb/9pb6r.png" alt="Dies ist keine SPD-Werbung!" width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Dies ist keine SPD-Werbung!</p></div>
<p>Jetzt möchte die versammlte Welt der Kommunikationsagenturen nicht hintenanstehen und hat der Welt im Web zugehört. Wundersame Dinge gehen dort um: Social Media, Web 2.0 und sogar User Generated Content. Manche versteigen sich sogar zu der abenteuerlichen Idee, Geld zu sparen, indem die Presseseite der Firma nun nicht mehr im klassischen CMS läuft sondern per Blog mit Trackbacks und innovativen Dingen wie RSS-Feeds oder gar Videos online aufwartet. Sie schaffen es sogar, diese kostenlosen Tools mit einem gehörigen (Augen)Aufschlag an ihre Kunden zu verhökern. Diese wiederum sehen echte Chancen, in den neuen Schläuchen ihre alten Weine aufs Trefflichste an die versammelte Schar der Claqeure zu verteilen.</p>
<p>Ganz weit vorne sind mal wieder die Telcos, die gerade den Schock der Lizenzversteigerungen und die Preisobergrenzen der EU verdaut haben, und nun weiter gegen das staatliche <span style="text-decoration: line-through;">Monopol, Kartell,</span> Unternehmen Telekom wettern <span style="text-decoration: line-through;">müssen, dürfen, wollen,</span> können.</p>
<p>Gestern also war Premiere und Scholzens seine Freunde haben keine Kosten und Mühen gescheut, und sogar den dicklichen Türsteher zu einer Werbkampagne mit astronomischen Zahlungen im vierstelligen Bereich zur Mitarbeit gewzungen. Außerdem machte man eine PK, die LIVE und in ECHTZEIT ins Netz gestreamt wurde. Wenigstens klappte der Stream. Hier eine Aufzeichnung davon:</p>
<p><code><object id="showIt" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="610" height="343" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="FlashVars" value="plugin_version=9.0.124&amp;bandwidth=1000&amp;skin=ondemand&amp;application=201293825&amp;baseUrl=http://iptv.cdn.tv1.de/iptv/player/macros&amp;params=?r=r$forcedWidth=610$forcedHeight=343$keepVideoAspectRatio=false&amp;language=de&amp;homePage=http://pic.tv1.de/media/azmedia/vodafonePK_od.html&amp;jsEnabled=true&amp;domain=www.tv1.eu&amp;xasxTemplate=xasx_od.xml" /><param name="Movie" value="http://iptv.cdn.tv1.de/iptv/swf/xflv/showIt3.swf" /><param name="swLiveConnect" value="true" /><param name="Src" value="http://iptv.cdn.tv1.de/iptv/swf/xflv/showIt3.swf" /><param name="WMode" value="Window" /><param name="AllowScriptAccess" value="always" /><param name="AllowFullScreen" value="true" /><param name="name" value="showIt" /><param name="flashvars" value="plugin_version=9.0.16&amp;bandwidth=1000&amp;skin=ondemand&amp;application=201293825&amp;baseUrl=http://iptv.cdn.tv1.de/iptv/player/macros&amp;params=?r=r$forcedWidth=610$forcedHeight=343$keepVideoAspectRatio=false&amp;language=de&amp;homePage=http://www.tv1.eu&amp;jsEnabled=true&amp;domain=www.tv1.eu&amp;xasxTemplate=xasx_od.xml" /><param name="src" value="http://iptv.cdn.tv1.de/iptv/swf/xflv/showIt3.swf" /><param name="wmode" value="window" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="quality" value="high" /><embed id="showIt" type="application/x-shockwave-flash" width="610" height="343" src="http://iptv.cdn.tv1.de/iptv/swf/xflv/showIt3.swf" quality="high" name="showIt" allowfullscreen="true" allowscriptaccess="always" wmode="window" swliveconnect="true" movie="http://iptv.cdn.tv1.de/iptv/swf/xflv/showIt3.swf" flashvars="plugin_version=9.0.16&amp;bandwidth=1000&amp;skin=ondemand&amp;application=201293825&amp;baseUrl=http://iptv.cdn.tv1.de/iptv/player/macros&amp;params=?r=r$forcedWidth=610$forcedHeight=343$keepVideoAspectRatio=false&amp;language=de&amp;homePage=http://www.tv1.eu&amp;jsEnabled=true&amp;domain=www.tv1.eu&amp;xasxTemplate=xasx_od.xml"></embed></object></code></p>
<p>Soso. Wird der geneigte Zuschauer also denken. Der VV der bekannten Telekommarke meckert über die besondere Stellung des staatlichen Vorbewerbers, außerdem werden eigene Marken zusammengeführt. Und es passiert hoffentlich irgendwas. Und die Box macht jetzt endlich das, was man vor Jahren versprach. Die vereinigten Webexperten waren baß erstaunt. DSL und HSDPA in einer Box.  Und nun erklärt der VV etwas über Re-Branding und der operativen Umsetzung vor der versammelten Presse (!).</p>
<p>Hätte es einen guten Berater gegeben, hätte der VV von dem Berater gehört, dass man diese ganzen Schlagwörter aus der Nichtsnutzenwelt wie <em>Client-First</em> und <em>Empowerment </em>in eine Handlung umsetzt, die Produkt heißt. Entwicklung und Strategie aus Kundenperspektive. Er hätte auch gehört, dass man der Presse nicht erzählt, wie man denkt, sondern dass man den Kundennutzen aus der Lebenswelt des Kunden heraus darstellt und nicht die Produkte aus der strategischen Idee der Firma an die Schlagwörter pappt, die man aus irgendwelchen drittklassigen Ratgeber-Büchern über strategisches Marketing geklaut hat, ohne die zugrundeliegende Idee nachzuvollziehen.</p>
<p>Dann beginnt etwas ganz Neues. Agenda Setting mit einem neuen Wort: Generation Ups. Jetzt hätte ich es fast geschrieben. Diese Generation Ups ist also der Marktanteil dieses Anbieters. So wird ein wenig Mengenlehre gemacht. 40 % Marktanteil=Generation Ups=aktive Menschen.<br />
Die Schlichtheit dieser spannenden Rechnung überrascht etwas. So will man Pressemenschen und die Online Community anprechen? Unterstellt man denen zurecht derart defiziente mentale Kapazitäten oder ist alles ganz anders? Denn in streng humanistischer Attitüde wird sogar die Musiktheorie herbeizitiert und mit kontrapunktischem Verweis auf Galilei, der &#8211; aus verarmten Verhältnissen stammender Studienabbrecher &#8211; zur 400 Jahre alten Blaupause für die Generation Ups herbeiasssoziiert wird. Diese klare rhetorische Linie kam wohl aufgrund der sehr guten Qualität der Werbetexter bei Scholzens seine Freunde zustande, sozusagen ein <em>strike</em> der halbgebildeten Intelligenzija.</p>
<p>Man könnte jetzt noch mehr schreiben über die Inhalte all dieser Reden. Eines läßt sich zusammenfassen. Wenn Firmen anfangen, normale Inhalte in lebensweltlichen Zusammenhängen von Mensch zu Mensch zu kommunizieren, dann werden ihre Gegenüber auch anfangen, sie ernst zu nehmen. Web 2.0 und Online Pressekonferenzen sind ganz gute Anfänge darin, die eigenen Technologien, die man den Kunden an den Hals wünscht, auch selber mal einzusetzen. Das ist soweit eher konsequent als positiv. Noch konsequenter und positiver wäre es, wenn die Damen und Herren Marketingspezialisten aus Mannheim und anderswo, die bei Scholz und Konsorten herumsitzen, versuchen würden, sich selbst und ihre Kunden darüber aufzuklären, was das Besondere an Social Media und Web 2.0 ist: n:n Kommunikation, also der Austausch von Positionen, die man durch eigene gedankliche Tätigkeit erreicht hat, und die in diskursiver Weise an Präszision gewinnen. Weiterhin die vorverdauten Worthülsen von blutleeren wissenschaftlichen Assistenten aus dem Fachbereich Marketing als Verpackungsmaterial für eigene halbgare strategische und operative Bewältigungen der vorhandenen Technologieinfrastrutktur zu vernutzen, kann eben nicht mehr erreichen als 40% Marktanteil. Wer mehr will muss schon mit dem Königsgeschlecht ins Bett gehen oder von ihm abstammen. Insofern ist der Satz auf dem Plakat schon sehr nahe an der wahren Strategie: Wenn Du nicht selbst im Wind der Konkurrenz stehen willst, dann musst du schon in Versailles übernachten&#8230;</p>
<p>Es wäre klug, neue Strategiewege einzuschlagen, die strategische Planung und Kommandostruktur an den Stellen ablösen, wo es sinnvoll und evolutiv betrachtet angezeigt ist: Produktentwicklung, GoToMarket und Marketing.</p>
<p>Update. Nach klassisch quantitativer Lehre, erlauben Clippings die Erfolgsmessung. So gesehen, hat es nix gebracht, das Social Web-Gedingse: siehe <a target="_blank" title="Link zu nebelhorn" href="http://nebelhorn.posterous.com/netto-noch-nix-erreicht-vodafone-update" target="_blank">hier</a>.</p>
<p><a target="_blank" href="http://nebelhorn.posterous.com/netto-noch-nix-erreicht-vodafone-update"><img class="alignnone" src="http://posterous.com/getfile/files.posterous.com/nebelhorn/WR6hicTCvhzcelauO4zhfXAddyc9XM4pqLUyWTmuxKTgJy4cszE0I1OKh8Ud/Bild_13.png.scaled.500.jpg" alt="" width="500" height="202" /></a></p>
 
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</ul>

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		<title>Klaus Eck lernt Social Media</title>
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		<pubDate>Tue, 30 Jun 2009 14:50:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vorname Nachname</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein PR-Blogger verteilt tief blickende Einsichten in Public Relations zu Zeiten von Web 2.0 ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Klaus Eck versucht seit einigen Jahren das Thema Web 2.0 als seinen unique selling point (Alleinstellungsmerkmal) zu profilieren. Er scheint damit viele Menschen überzeugen zu können. Ein Grund mehr, einmal die Substanz hinter dem Profil zu betrachten. Aktuell hat er in seinem <a target="_blank" title="Link zu Klaus Eck" href="http://klauseck.typepad.com/prblogger/2009/06/social-media-newsroom.html" target="_self">Blog</a> einen Artikel veröffentlicht, der 21 Beispiele für Social Media Newsrooms (SMN) sagen wir mal aufzählt. Dieser Aufzählung stellt er in guter alter Brigitte-Manier die 21 MUST-DOs vor. Er bezeichnet sie als die Charakteristika für einen gut gemachten SMN (Originaltext kursiv):<br />
<br/><br />
<em>Ein gutgemachter Social Media Newsroom ist essentiell für  die Online-PR: Er &#8230;</em></p>
<p><em> 1. eröffnet einen schnellen Zugang zu den wichtigsten Unternehmensinhalten</em></p>
<p>Die wichtigsten Unternehmensinhalte verbleiben am besten hinter der Firewall. Man muss der Wirtschaftsspionage ja nicht PROAKTIV (ich liebe diesen Begriff) entgegenkommen.</p>
<p>Zu fragen bliebe, ob hier nicht eine Diskussion der Zielgruppen, Sinusmillieus, Teilöffentlichkeiten, Kunden, Partnerprofile (je nach Ausbildung suchen Sie sich bitte den passenden Begriff raus) an genau dieser Stelle extrem zielführend wäre. Zusatzfrage: Was ist ein schneller oder langsamer Zugang? Ich kenne nur die Qualifizierung offen, gefiltert, anpassbaren oder geschlossenen Zugang.</p>
<p><em>2. lebt von aktuellen und vielfältigen Inhalten, die möglichst täglich erneuert werden</em></p>
<p>Jetzt hebt der junge PR-Berater aber ab. Wohl zu lange in der Lokalredaktion des Puppenburger Augenspiegels gesessen. Welches Unternehmen veröffentlicht täglich Neuigkeiten? Sowas geht vielleicht im Firmenblog, aber im Social Media Newsroom? Ach übrigens, aktuelle Inhalte, die täglich erneuert werden sind weiße Schimmel oder kleine Babies. Tautologien haben den Vorzug, das Richtige zu sagen, aber die Redundanz erhöht mitnichten den Informationsgehalt.</p>
<p><em>3. ist komplett per RSS abonnierbar und individualisierbar</em></p>
<p>Eine webbasierte Oberfläche wie ein SMN ist nicht wie eine Intranetseite mit Portlets oder ähnlichem individualisierbar. Man könnte bei großen Konzernen einfach durch Ausklicken bestimmter Themen-/Geschäftsbereiche in einem sogenannten &#8220;Smart View&#8221; per Cookie reproduzierbar die Anzahl der Inhalte einschränken, die man sehen will. Bei Panasonic schaut halt der Foto-Journalist selten auf die Maschinen oder Hifi-Anlagen, aber das ist nicht ein indivdualisierbares Portal. Zu RSS kann ich nur sagen, dass ich extrem wenig Journalisten kenne, die Presseinhalte per RSS-Feed abrufen. Die kriegen nämlich sowieso schon täglich Dutzende Pressemitteilungen, die sie nicht die Bohne interessieren. Aber warum nicht, wenn man die PIs eh per Blogsoftware publiziert, weil es billiger ist als ein CMS, dann ist ja der Link zu Atom oder RSS 2.0 eh schon im Layout enthalten (oder wie Herr Eck schreiben würde -inkludiert-.)</p>
<p><em>4. basiert auf Pull-Elementen und nicht auf Push</em></p>
<p>Ähem. Push und Pull sind hier offenbar nicht so ganz verstanden worden. <a target="_blank" title="Link zu  Cafe elharo" href="http://cafe.elharo.com/ui/rss-is-push/" target="_blank">RSS ist eine PUSH-Technologie</a>. Nur Techies bezeichnen es als Pull, weil der Client die Meldungen rauszieht. Aus Sicht des Nutzers ist es PUSH. Oder Eck meint die Bedeutung von Push und Pull aus dem Marketingumfeld, aber das kennen ja noch weniger Leser seiner Seiten. Das wäre allerdings mal interessant. Denn die bisher rein technologisch geführte Push/Pull-Debatte könnte man einfach mal auf die Qualitätsachse zu heben und sagen, was attraktiv ist, sei automatisch ein Inhalt, der gepusht wird, weil ihn die Webnutzer viral verteilen. Denn einfach Inhalte in eine digitale Bibliothek zu stellen und Social Media Newsroom darüber zu schreiben bedeutet keine neue inhaltliche oder qualitative Erweiterung der klassischen PR-Arbeit. Nur die Distribution wird zusätzlich zum klassischen Verteiler noch um ein blogbasiertes Archiv erweitert. Das aber ist NICHT social media. Es ist web 1.0. Führen wir den Push/Pull-Gedanken weiter: Unattraktive Angebote müssen gepusht werden, während attraktive darauf warten können, gepullt zu werden! In diesem Sinn ist der Knaller im Kino &#8216;Pull&#8217;, während die Werbung davor als &#8216;Push&#8217; geduldet wird. <a target="_blank" title="Link zu telepolis" href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/1/1186/1.html" target="_blank">Bannerwerbung teilt die Webseiten in der Fläche auf, und die Anbieter hätten sich Gedanken zu machen, nicht wie sie pushen können, sondern wie sie erreichen, gepullt zu werden. Die Formulierung zeigt ein weiteres Mal, daß beide Modi unmittelbar ineinander übergehen</a>.<br/><br />
<em>5. spricht Journalisten wie andere Influencer gleichermaßen an</em></p>
<p>Oops. Influencer kenne ich nicht. Vielleicht meint er die Hubs aus der Buzz-Marketing Theorie von Emanuel Rosen. Oder er meint Meinungsführer? Aber zu der Aussage, dass SMN Journalisten und Meingsführer gleichermaßen anspricht, kann ich nichts sagen, da es keine qualitative Aussage ist. Es ist ein Satz ohne jede inhaltliche Bedeutung wie etwa der Satz: Die Reifen eines Autos befinden sich in derselben Nähe zum Lenkrad wie die Radkappen. Ich kenne die Relation der Kategorie Journalisten zu Meinungsführern nicht, da ich nur Menschen kenne. Metarelationen von sozialen Rollen zueinander kann man diskutieren, aber nicht auf dem Niveau dieser Aussage.<br/><br />
6. <em>verweist nicht nur auf die eigenen, sondern auch auf fremde Quellen (Verlinkung)</em></p>
<p>Ja, das war die Idee von Ted Nelson, als er 1963 den Begriff Hypertext prägte, der für die Väter des Web als geistige Grundlage diente. Das ist aber Web 0.0001 und nicht Web 2.0.<br/><br />
<em>7. öffnet seinen Pressespiegel für alle (Social Bookmarking erleichtert das)</em></p>
<p>Ja, da bin ich mir sicher, dass Journalisten genau studieren wollen welche anderen Magazine und Zeitungen schon zum Thema berichtet haben. Das ist vielleicht sogar der wichtigste Teil einer journalistischen Recherche, wenn man beim Puppenburger Augenspiegel ein Volontariat gemacht hat.<br/><br />
<em>8. ermöglicht den schnellen Kontakt für einen Dialog (Twitter, Facebook, Skype, etc.)</em></p>
<p>Ein SMN liefert Links zu Friendfeed, Twitter und Produkt- oder Firmenprofilen in Sozialen Netzwerkportalen. Ob das allerdings den Kontakt beschleunigt, hängt von der Nutzung und personalne Ausstattung der Firmen ab. Wenn nur dreimal in der Woche der Werkstudent im Marketing das Twitterprofil beschickt  oder zweimal im Monat Inhalte bei facebook einstellt oder Fragen beantwortet, dann hilft all dies gar nichts. Im Gegenteil. Dann wären keine Links fast die bessere Lösung.</p>
<p><em>9. nutzt Real-Time-Elemente (Livestreaming auf Basis von Twitter oder Friendfeed)</em></p>
<p>Das ich dieses Wort jetzt noch lesen darf. Ich erinnere noch an die Echtzeitstreams von der webciety oder der re:publica. Ich rate dringend davon ab, wenn man nicht mindestens 15.000 EUR Budget (pro Tag) für einen guten Diensteister und leistungsfähige Knoten ins Netz zur Verfügung hat. ganz abgesehen vom lokalen Netz&#8230;<br />
<em>10. erleichtert die Vernetzung mit den Ansprechpartnern im Unternehmen</em></p>
<p>Wer wird hier vernetzt? Die Journalisten mit den Abteilungsleitern oder Sachbearbeitern? Oder sind hier einfach die Mitarbeiter der Pressestelle gemeint? Meistens sind diese auch ohne SMN über die angegebenen Wege auf der Presseseite erreichbar. Ob sie aber die genwünschten Informationen herausgeben wollen oder dürfen hängt in keiner Weise mit einer Presseseite auf Blogbasis zusammen. Auch wenn 123 Links zu 12 Videoportalen und 356 Links zu 66 Sozialen Netzwerken auf der Seite erkennbar sind, ist die Vernetzung eine ganz andere Kiste. Vernetzen heißt nämlich einbinden über mehrere Knoten. Das sind meistens Menschen diese Knoten. Gut, wenn man die Pressearbeiter und die Öffentlichkeitsarbeiter vernetzt, aber zwei Menschen, und das ist es meistens, können sehr effektiv über Telefon/Skype und Mail/attachment kommunizieren. Das Besondere an Web 2.0 sind n:n Beziehungen. Wäre schön, wenn darauf eingegangen werden könnte, das ist nämlich ein KERNPUNKT der ganzen Web 2.0 Sache.</p>
<p><em>11. bietet reichhaltiges lizenzfreies Video- und Bild-Mater</em><em>ial  (gerne auch Pod- oder Vodcasts)</em></p>
<p>liest sich wie ein Katalog der örtlichen Schlachterei. Ich weiß nicht, was mit lizenzfrei gemeint ist, gemeinfrei wohl eher nicht. Was reichhaltig ist erschließt sich mir nicht. Vielleicht geht es einfach darum den Originalblogbeitrag, der hier RICH MEDIA FILES vorsieht sinnvoll zu übersetzen&#8230;Wer weiß das schon.<br />
<em>12. fordert alle Besucher zu Copy &amp; Paste auf</em></p>
<p>Mit Befehl, mit seinem tollen Design oder wie passiert die Erfüllung dieser originellen Aufforderung. Sehr lustig. Ich habe jetzt noch blaue Flecken auf den Schenkeln.</p>
<p>Stimme aus  dem off:</p>
<blockquote><p>Achtung! Achtung! Die Inhalt auf dieser Seite müssen innerhalb von fünf Minuten gänzlich heruntergeladen werden, da sich sonst ungefragt ein Virus auf ihrer Festplatte breit macht!</p></blockquote>
<p><em>13. regt Online-Diskussionen auf anderen Plattformen (Facebook, Twitter, Blogs etc.) an</em></p>
<p>Dies wäre jetzt wirklich mal ein paar Gedanken wert, wie eine Presseseite das anstellt, dass sie Diskussionen bei anderen MENSCHEN anregt. Das könnte auch mit den Inhalten zusammenhägen und nicht mit den Formaten oder den reichhaltigen Videos. Aber vielleicht irre ich mich da.</p>
<p><em><br />
14. Integriert eigene Corporate Blogs und Microblogs</em></p>
<p>Corporate Blogs im Intranet oder im Web? Wenn mt Microblogs Twitter gemeint ist, dann steht das hier schon weiter oben. Ein Corporate Blog hat eigentlich eine ganz andere Aufgabe als das Herausdröhnen von Presseinformationen. Es geht ja genau darum DIREKT mit den Kunden zu kommunizieren. Ein Social Media Newsroom kommuniziert ja nur dann mit Nicht-Journalisten, wenn er auch für Nicht-Journalisten interessant ist. Hier sind wir wieder bei der Ausgangsfrage nach dem Zielpublikum bzw. deren heterogenen Erwartungen.<br/><br />
<em>15. bringt die News des Unternehmens zum Laufen </em></p>
<p>Diesem tollen Satz kann ich nur noch ein: Auf die Plätze! Fertig! Los! entgegen rufen.</p>
 
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		<title>Social Networking für oder von Dummies? &#8211; Koch und Richter über Enterprise 2.0</title>
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		<pubDate>Thu, 25 Jun 2009 09:25:31 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Warum das Standardwerk Enterprise 2.0 von Michael Koch und Alexander Richter eher ein Schulbuch als ein ernstzunehmendes Fachbuch ist.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-1468" href="http://www.digitalpublic.de/social-networking-im-unternehmen-enterprise-20-koch-richter/enterprise20"><img class="alignleft size-full wp-image-1468" title="enterprise20" src="http://www.digitalpublic.de/wp-content/uploads/2009/06/enterprise20.jpg" alt="enterprise20" width="81" height="114" /></a>Michael Koch und Alexander Richter haben in ihrem Buch <em>Enterprise 2.0</em> (Oldenbourg Verlag) Informationen aus vielen Werken zusammengetragen, die sie bereits gelesen haben. Sie bilden damit in Deutschland die Spitze der Literatur, die auch andere Autoren mit ähnlichen Zusammenstellungen liefern. Die mangelnde praktische Erfahrung der meisten Autoren wird mit sogenannten &#8220;best practises&#8221; ausgeglichen. Es sind zumeist Anwenderberichte von Firmen, die spezifische Software oder IT-Strukturen/Architekturen ausprobiert haben und dies nun stolz als Erfolg darstellen. Die Gründe für diese Darstellung sind vielfältig, aber lassen sich zumeist mit Profilierung und Selbstdarstellung im besten oder schlechtesten Sinne umschreiben. Sind diese Teile der &#8220;Standardwerke&#8221; noch ganz spannend, fallen die Teile, wo eklektizistisch einfach andere Inhalte aus zumeist internationalen Werke zusammengetragen werden, extrem in die Beliebigkeit ab.</p>
<p>Stellvertretend nehme ich mir heute aus besagtem Buch den Teil &#8220;Vorteile von Social Networking aus unternehmerischer Sicht&#8221;.</p>
<p>Sie beziehen sich auf folgendes Buch: Teten, D.; Allen, S. (2005): The Virtual Handshake: Opening Doors And Closing Deals Online, Mcgraw-Hill Professional, Amacom, New York.</p>
<p>Man erkennt am Titel, dass es sich hier um ein Werk aus dem Bereich Sales/Entrenpreneurship handelt! Wer will, kann es sich <a target="_blank" title="Link zu Virtual Handshake free" href="http://www.amanet.org/go/forms/virtual_handshake/link_source=virutalhandshake.com" target="_blank">hier</a> kostenfrei nach einer Registrierung herunterladen. Es lohnt sich.</p>
<p>Koch/Richter erklären mit Bezug auf dieses Werk folgende Vorteile von Social Networking:</p>
<blockquote><p>1. Unter Ausnutzung der intensiven Vernetzungen kann man die eigenen Qualitäten einer größeren Zielgruppe darstellen. Die Kompetenzen der Mitarbeiter lassen Rückschlüsse auf die Qualität des Outputs des Unternehmens zu.</p></blockquote>
<p>Was sollen diese ungelenk formulierten Sätze beschreiben? Sie erklären, dass eine intensive Vernetzung genutzt wird, um sich selbst darzustellen. Wer interne und auch externe Netzwerke kennt, wird erlebt haben, dass meistens die fähigsten Mitarbeiter ihre Profile am nachlässigsten pflegen. Ob es daran liegt, dass sie keine Zeit haben, wenig Sinn in der Selbstdarstellung sehen oder schlicht keine Veranlassung haben, sich anzubieten, sei dahingestellt. Eine &#8211; wie auch immer gemeinte &#8211; intensive Vernetzung funktioniert nicht qua fein granulierter Profilbearbeitung. Hätten Koch/Richter das Werk von Teten und Allen genau studiert hätten sie dort gelesen, dass Social Networks eben selten dazu dienen, fremde Personen besser kennen zu lernen. Sie sind sehr effektiv darin, die Beziehung zu Leuten aufrechtzuerhalten bzw. wiederaufleben zu lassen, die man irgendwann mal kennen gelernt hat. Die Amerikaner nennen dies das Verwandeln einer schwachen in eine starke Verbindung (s.u.). Diese intensive Vernetzung entsteht also NICHT auf der Basis eines tollen Profils.</p>
<p>Der zweite Satz, dass die Kompetenzen Rückschlüsse auf den Output eines Unternehmens zulassen, halte ich für einen Gemeinplatz, der so radikal reduziert ist, dass er eigentlich als falsch und unlogisch zu entlarven ist. Es liegt auf der Hand, dass viele gute Köche nicht unbedingt besser kochen als ein guter Koche alleine. Hier greifen die Autoren Koch/Richter aber auf den Kompetenzbegriff zurück. Dieser umfasst jedoch neben der Sachkompetenz, die in Zertifikaten öffentlich dargestellt wird, vor allem im Kontext des gesamten Unternehmens die interdisziplinäre Kompetenz sowie als Realisation der Fachkompetenz die Eigenverantwortung und Eigeninitiative. Alle drei Elemente sind mitnichten in den Profilen eines sozialen Netzwerks abzulesen &#8211; noch nicht einmal direkt im Output der Firma ablesbar.</p>
<p>Ingesamt ist diese 1. These falsch, weil sie keinerlei qualitativen Bezug zwischen Profilen, intensiver Vernetzung und Qualität des Outputs erstelllt bzw. in eine nachvollziehbare Relation setzt.</p>
<blockquote><p>2. Durch das Social Networking wird ein Zugang zum Wissen des Kollektives geschaffen. was zu Kompetenzsteigerungen des Einzelnen führen kann. Dies entlastet das Unternehmen, da die bereitgestellten Ressourcen extern in Form von Humankapital kostenfrei zur Verfügung gestellt werden.</p></blockquote>
<p>Das &#8220;Wissen des Kollektivs&#8221; ist wenigstens die Summe dessen, was alle Mitglieder dieses Kollektivs wissen. Da die meisten Menschen noch nicht einmal selber bewußt nachvollziehen können, was sie eigentlich wissen, ist diese These zutiefst fragwürdig. Sie basiert auf einem mechanischen Weltbild, das Wissen als Materie erfasst, die zusammengetragen und jederzeit frei abgerufen werden kann, was unrealistisch ist. Wir wissen alle aus unserer eigenen Lebenswelt, dass man oft etwas weiß, was man an anderen Tagen einfach nicht erinnert oder dass man sich durch das Darstellen von Problemen durch andere auf die falsche Fährte führen läßt und bei eigener Betrachtung die eigene Formulierung eines Problems schon die Lösung enthält. Ohne weiter auf den sehr fragwürdigen Begriff des &#8220;Wissen des Kollektivs&#8221; zu vertiefen, verweise ich hier einfach auf die extreme Problematik, auf Wissen zuzugreifen oder einen Zugang dazu zu haben einfach über die Existenz von Personenprofilen im Intranet. Menschen geben ihre Wissen nicht einfach deswegen preis, weil ein Kollege aufgrund ihres Profils erschließt, dass sie etwas wissen <em>müssten</em>.</p>
<p>Dass die Kompetenz des Einzelnen steigt, wenn er in einem Kollektiv ist, das andere Menschen mit anderen Kompetenzen umfasst, halte ich für einen so schlichten Gedanken, dass ich die Bewertung dem geneigten Leser überlasse. Die Entlastung des Unternehmens geht in diesem Fall eher gegen Null. Begriffe wie <em>Humankapital</em> und <em>kostenfrei</em> in Bezug auf derart komplexe Betrachtungen wie das Zusammenwirken verschiedener Menschen, verschiedener Wahrnehmungs- und Erfahrungshorizonte angesichts nur einer einzige Problemstellung in ein &#8220;Fachbuch&#8221; zu schreiben, halte ich für grob fahrlässig und unverantwortlich gegenüber den interessierten Lesern. Wer Erfahrungen im Projektmanagement gesammelt hat, weiß, wie umfangreich allein das Erarbeiten der einzelnen Schritte zum Problemverständnis und der angemessenen -analyse sind und wie diese Komplexität exponentiell zunimmt, je mehr Abteilungen beteiligt sind.</p>
<p>Auch diese zweite These ist in ihrer Schlichtheit eher falsch als richtig. Ist in der ersten These einfach die Relation falsch bewertet, ist hier grundsätzlich der Wurm drin. Denn sowohl der Satzgegenstand als auch die Satzaussage sind nicht haltbar ohne Zusatzannahmen, die zumindest nicht genannt sind. Der zweite Satz ist einfach nicht belegbar und auch nicht logisch darstellbar.</p>
<blockquote><p>3. Neue Kontakte, die relevanten Nutzen stiften, können mit Hilfe der Social Software einfacher lokalisiert werden, da die Onlinesuche effektivere Ergebnisse liefert als traditionelle Maßnahmen des Beziehungsmanagements.</p></blockquote>
<p>Dieser Satz kann nicht Ernst gemeint sein. Natürlich ist eine Datenbank voller Personenprofile, auf die alle zugreifen können, anders als eine Datenbank, die nur der Personalabteilung zugänglich ist. Die Frage ist, ob, wer und mit welchem Recht auf welche Inhalte zugreifen soll und darf. Was aber ein Social Network an neuer Qualität gegenüber der schlichten internen Yellow Pages an neuen Möglichkeiten eröffnet, ist hier mitnichten dargestellt. Wenn man den Beginn des Satzes betrachtet, dann wird dieser zunächst offensichtliche Gemeinplatz noch ins Falsche gekehrt. Man kann in Sozialen Netzwerken keine neuen Kontakte erhalten, die relevanten Nutzen stiften. Man kann dort POTENTIELL neue Kontakte knüpfen, die POTENTIELL neue Perspektiven oder Kompetenzen einbringen und dadurch etwas befördern ODER gar behindern. Die Begriffe Relevanz und Nutzen gehören übrigens zwei unterschiedlichen Kategorien an und sind in diesem Kontext nicht sinnvoll zu verbinden ohne Zusatzannahmen, die hier nicht offenbart wird.</p>
<p>Erneut verhindern unglückliche und kaum durchdachte Formulierungen das Bestätigen eines Gemeinplatzes, der in einer solchen Thesensammlung eigentlich sowieso nichts verloren hat.</p>
<p>An dieser Stelle zitiere ich aus naheliegenden Gründen eine externe <a target="_blank" title="Link zu Clockwise" href="http://clockwiseconsulting.wordpress.com/2008/10/02/online-social-networks-im-vertriebsprozess-ein-adaquates-mittel-des-networkings/" target="_blank">Quelle</a>, die eines der Probleme auf den Punkt bringt:</p>
<p><em>&#8220;Komplett neue Kontakte über das Internet aufzubauen, erfordert hingegen einen gewissen Einsatz an Energie, der eben mit einer Kontaktanfrage und einem netten Zweizeiler nicht geleistet werden kann. Viele Nutzer von Online Social Networks sitzen hier einem Trugschluss auf. Sie gehen davon aus, dass bereits das Kontaktieren eine schwache Bindung entstehen lässt, welche für das Business sehr wichtig sein können. Was hingegen beim Empfänger einer solchen Kontaktanfrage entsteht, hat mit einer Bindung meist wenig zu tun. Daher kann man zusammenfassend sagen: Schwache Bindungen lassen sich allein über das Internet nur sehr schwer erzeugen.&#8221;</em></p>
<p>Kommen wir zur vierten These von Koch/Richter:</p>
<blockquote><p>4. Alle Netzwerkbeziehungen, auch weit entfernte oder nur durch die Plattform zustande gekommene und durch deren technische Möglichkeiten aufrecht erhaltene Kontakte können durch den Faktor [sic!] Vertrauen gestärkt und authentisiert werden. Dieser kann durch gegenseitige Empfehlungen weiter ausgebaut werden bis hin zu einer Expertise oder Garantie : &#8220;Displaying conncetions is a way of signalling a willingness to risk one&#8217;s reputation&#8221; Donath/Boyd 2004 Seite 76</p></blockquote>
<p>Tja. hm. Also hier bleibt mir ehrlich gesagt die Spucke weg. Dies verläßt eigentlich den Rahmen eines akademischen Diskurses und driftet in die spekulative Astrologie ab. Beginnen wir hinten:</p>
<p>Der Artikel von Judith Donath und Dana M. Boyd aus 2004 (Donath, J., &amp; Boyd, D. . Public displays of connection. <em>BT Technology Journal, 22</em> , 71-82 ) erweiterte Boyds eigene Studien aus diesem Jahr dahingehend, dass die Darstellung von Beziehungen zwischen Nutzern (Kontakte des Kontakts) von öffentlichen Sozialen Netzwerken wie Friendster (der Untersuchungsgegenstand von Boyd) eine sehr leistungsfähige Hilfe für das Navigieren innerhalb dieser Netzwerke sei. Im Gegensatz zu Marwick in 2005 (Marwick, A. <em>&#8220;I&#8217;m a lot more interesting than a Friendster profile:&#8221; Identity presentation, authenticity, and power in social network service.</em> Chicago, IL.  ) stellte Boyd auf der Grundlage des oben angeführten Gedankens klar, dass es immer <em>Fakesters</em> (Betrüger) gebe und ein Profil nie ganz real sein könne!</p>
<p>Die sichtbaren Beziehungsmuster (Kontaktliste) eines Profils ermöglichen das Validieren desselben, vor allem wenn man einen oder mehrere gemeinsame Kontakte findet. ABER: dies ist ein Thema öffentlicher Sozialer Netzwerke und ist nur in sehr eingeschränktem Umfang auf interne Soziale Netzwerke anwendbar, da die Neigung zum Fake innerhalb von Firmen deutlich geringer ist, da der Gesichtsverlust und die direkten Konsequenzen deutlich empfindlicher sind. Außerdem ist die interne Kontaktliste bei einer Firma mit 300 Angestellten nicht so besonders heterogen.</p>
<p>Fokussieren wir den Begriff des Vertrauens. Aus eigener Erfahrung und vielleicht auch durch akademische Beschäftigung mit diesem Begriff weiß der geneigte Leser, dass dieses Gut sehr selten verteilt wird und eine lange Vorgeschichte hat. In der Soziologie entsteht Vertrauen auf der Grundlage gemeinsamer kultureller Werte, die langsam zu einem stabilen Gefühl des persönlichem Vertrauens wachsen können. Dieser Begriff des Vertrauens lässt sich eben nicht via Internet begründen. Man könnte das Konzept des <em>Web of Trust </em>an den Haaren aus der Kryptologie herbeiziehen und die gegenseitige Bestätigung der einzelnen Nutzer als eine Art Signatur auffassen. Das wäre interessant liegt aber offenbar außerhalb des Wissensbereichs der Autoren. Die nächstliegende Quelle müsste bei einem modernen Wissenschaftler in diesem Umfeld das Konzept des sozialen Kapitals von Pierre Boudieu sein. Dort ist Vetrauen ein zentaler Bestandteil der Beziehungen zwischen Menschen. Allerdings steht genau dieser Begriff in direktem Gegensatz zum Begriff des Humankapitals. Letzteres fokussiert auf natürlich Personen. Bourdieus soziales Kapital nimmt nur die Beziehungen zwischen ihnen zum Untersuchungsgegenstand. Die Bereitschaft der Akteure, miteinander zu kooperieren erfordert dort eben soziales Vertrauen, welches sich jedoch erst durch KOOPERATION und GEGENSEITIGE UNTERSTÜTZUNG entwickelt.</p>
<p>Das Buch listet noch drei solcher hanebüchener Thesen auf. Ich denke, wer diese liest, wird selbst sehen, auf welch einer Ebene die wissenschaftliche Betrachtung des Themas Enterprise 2.0 zu Zeit steht, denn das ganze Buch der zwei Autoren gilt hierzulande als Standardwerk. Ich habe bei jeder Seite mehrmals laut aufgelacht. Nach einigen Dutzend Seiten ist mir allerdings das Lachen im halse stecken geblieben. Wenn wir dieses spannende Thema auf eine derart triviale Art der Beschäftigung mit ihren Grundbedingungen und Probleme reduzieren, wie Michael Koch und Alexander Richter es tun, dann wäre es besser, es gleich sein zu lassen. Insofern haben all diejenigen Recht, die sich Enterprise 2.0 noch verschließen. Die akademische Diskussion ist im deutschsprachigen Europa bisher auf dem Stand eines Leistungskurses Politik in der 12. Klasse.</p>
 
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		<title>HartzIV für die Presse</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Jun 2009 08:50:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vorname Nachname</dc:creator>
				<category><![CDATA[Die Gesellschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Konzepte]]></category>
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		<category><![CDATA[Kritik]]></category>
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		<category><![CDATA[Social Media]]></category>

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		<description><![CDATA[Wieso bekommen gerade alle Branchen Staatshilfen? Weil die Banken dem Staat das Geld zurückleihen müssen, dass sie von ihm geschenkt bekamen!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zunächst musste die Bundesregierung einfach mal einen doppelten Jahresbundeshaushalt für die notleidenden (öffentlichen) Banken auf die Seite legen, das werden über 480 Milliarden Euro. Sterbende Fische wie weiland die Kohleindustrie und nun die Automobilbranche bekommen auch ein paar Milliarden, wenn sie in strukturschwachen Regionen wie Bochum oder Zuffenhausen liegen.</p>
<p><a rel="attachment wp-att-1115" href="http://www.digitalpublic.de/twitter-evolution-wefollow-who-is-who-twurli-newspaper-twittering-twur/lat"><img class="alignleft size-full wp-image-1115" title="lat" src="http://www.digitalpublic.de/wp-content/uploads/2009/03/lat.jpg" alt="lat" width="220" height="227" /></a>Die vierte Macht im Staate, so nennt sich die unabhängige und überparteiliche Medienwelt, vornehmlich die Presse, hat nun einen kleinen Peanuts-Coup gelandet. Offenbar hat jemand im bettelarmen Bundesland NRW Eintritt in den Rüttgers Club erhalten. Neuntklässler erhalten ein einjähriges öffentlich gefördertes Abo. Warum die Neunte Klasse? Weil sie als Hochburg des politischen Interesses gilt? Weil es die Pubertät in voller Blüte trifft? Weil, ja weil in dieser Klasse noch ein ganzer Jahrgang getroffen wird. Danach verschwinden ja die meisten in Berufsförderungsmaßnahmen und schulischen Ausbildungen auf Nimmerwiedersehen im vierten Arbeitsmarkt ehemaliger drogenkranker Sozialarbeiter&#8230;</p>
<p>Die <a target="_blank" title="Link zur FTD" href="http://www.ftd.de/technik/medien_internet/:Absatzprobleme-Gratiszeitungen-f%FCr-Sch%FCler-geplant/530539.htm" target="_blank">FTD</a> erklärt ihren Lesern den Sinn dieser Medienbeihilfe:&#8221; Die deutschen Zeitungsverlage verlieren seit Jahren Leser. Vor allem Jugendliche greifen immer seltener zur Zeitung und bevorzugen bei der Nachrichtensuche zunehmend das Internet. Nach Angaben des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) liest inzwischen weniger als die Hälfte der 14- bis 19-Jährigen eine Tageszeitung. Bei der Gesamtbevölkerung sind es noch über 70 Prozent.&#8221;</p>
<p>Thomas Knüwer <a target="_blank" title="Link zu Indiskretion Ehrensache" href="http://handelsblatt6.blogg.de/eintrag.php?id=2154" target="_blank">rechnet</a> in seinem Blog, das es wohl teuerer werden wird als die nahezu kostenfreien Flugzeugexemplare. Er geht von Kosten in ein- bis zweistelliger Millionenhöhe aus. Ich denke, es wäre nur fair, wenn der Staat den Verlagen zu den extrem günstigen Flugzeugexemplaren je Stück 2000 EUR Beihilfe zahlen würde, das entspräche ungefähr den Zahlungen, die die Banken erhalten. Es muss doch zu schaffen sein, in einer halben Dekade mindestens eine Billion Euro Schulden anzuhäufen. Dann kann man die nächsten zwei Jahrzehnte auf den dummen sozialschmarotzenden Arbeitslosen rumhacken und und jährlich die Mehrwertsteuer gekoppelt an die Bundestagsabgeordnetendiäten erhöhen.</p>
<p>Überhaupt wäre es nur konsequent, wenn staatliche Regeln erlassen würden, die den armen durch zweistellige Renditen gebeutelten Medienunternehmen erlaubten, einfach 80% der Gehälter als Ansparrücklage für Investitionen in Druckmaschinen und Aufsichtsratsausflüge nach Brasilien zurückzulegen.</p>
 
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		<title>Somalia &#8211; Der Westen erscheint mit reichlich dreckiger Weste</title>
		<link>http://www.digitalpublic.de/somalia-der-westen-erscheint-mit-reichlich-dreckiger-weste</link>
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		<pubDate>Tue, 23 Jun 2009 07:55:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vorname Nachname</dc:creator>
				<category><![CDATA[Die Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Die Kommunikation]]></category>
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		<description><![CDATA[Wer sind eigentlich die wahren Piraten - und warum wir nuklear verseuchten Fisch teuer bezahlen müssen]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="wp-caption alignnone" style="width: 510px"><a target="_blank" href="http://www.flickr.com/photos/9535017@N06/1989353140/"><img src="http://farm3.static.flickr.com/2407/1989353140_8b978a5b4e.jpg?v=1214632955" alt="Foto von Stefano Sivieri" width="500" height="341" /></a><p class="wp-caption-text">Foto von Stefano Sivieri</p></div>
<p>In Somalia leiden 40% der Bevölkerung an Krebs. Wie bereits 2006 die Gorleben Rundschau <a target="_blank" title="Link zum Artikel" href="http://www.politonline.ch/pages/news_pdf.cfm?newsid=1070" target="_blank">berichtete</a> hat das seinen Grund unter anderem darin, dass viele Staaten ihre nuklearen Abfälle vor der somalischen Küste verklappen, sprich: ins Meer kippen. Klaus Töpfer, der Vorsitzende der Unep, das ist das Umweltschutzprogramm der UN, hatte 2006 vor 100 Umweltministern erklärt, das aufgrund des Tsunamis in Südostasien ungewöhnlich viel nuklearer Abfall an die somalische Küste angeschwemmt wurde. &#8220;Für viele Teilnehmer waren die Angaben des Unep-Berichtes unerhört. Nicht aber für das Unep. Auf Seite 134 des Berichtes, dessen offizieller Titel auf deutsch «Nach dem Tsunami &#8211; Erste Umwelteinschätzungen» lautet, ist zu lesen, dass Somalia eines von vielen unterentwickelten Ländern ist, das seit den achtziger Jahren unzählige Schiffsladungen von Atommüll und anderen schädlichen Abfällen bekam und sie entlang der Küste lagerte. Aufgezählt wurden unter anderem Uran, Cadmium, Blei und Quecksilber. Es fehlten natürlich nicht die Rügen für die nicht näher genannten Schuldigen: Es sei eine Verletzung der internationalen Verträge über den Export solcher Abfälle nach Somalia, und es sei ethisch fragwürdig, ob man solche Verträge mit einem durch einen Bürgerkrieg erschütterten Land abschliessen dürfe.&#8221; heißt es in dem Artikel.</p>
<p>Da verwundert es ein wenig, wenn gestern das MDR-Magazin Fakt <a target="_blank" title="Link zu FAKT" href="http://www.mdr.de/fakt/6462420.html" target="_blank">berichtet</a>, dass die Somalier unter anderem deswegen so arm sind, weil Dutzende internationale Fischtrawler die Gewässer vor dem bitterarmen und bürgerkriegsgeschüttelten Land leer fischen. Diese atomar verseuchten Fischdelikatessen landen dann mit fragwürdiger politischer und moralischer Duldung der offiziellen  internationalen und nationalen Behörden auf unseren Tischen und in Edelrestaurants. Der Zyniker mag sich freuen, dass sich die reichen Länder mit diesem verwerflichen Doppelakt selbst vergiften.</p>
<p>Es mag die Frage erlaubt sein, ob eine moderne Gesellschaft mit Fingern auf den Sudan, den Iran und Nordkorea zeigen sollte, solange solche Ungeheuerlichkeiten täglich geduldet werden von einer Armada an Marineschiffen, die den Auftrag haben, die Region vor Piraterie zu schützen. Die Grenze zwischen den Guten und Bösen ist dabei, völlig zu verschwinden. Es wäre schön, wenn im Wahlkampfjahr wenigstens einer der Politiker globales Rückgrat zeigen würde und öffentlich dieses Geschehen wenigstens ächtet, wenn nicht sogar Maßnahmen vorschlägt, dass solch scheinheilige Aktionen in Zukunft unterbleiben.</p>
<p>Einzig Thomas Klau vom European Council of Foreign Relations findet klare Worte:&#8221; &#8220;Die Bundesregierung hat eine Führungsverantwortung in der EU und in der internationalen Staatengemeinschaft. Indem die eine Kriminalität hart bekämpft wird, die Piraterie, und die andere Kriminalität überhaupt nicht, die illegale Fischerei, versagt die Bundesregierung, weil sie die Verantwortung hätte, das Thema auf die Tagesordnung zu bringen.&#8221;</p>
<p>Weitere Links zum Thema:</p>
<p><a target="_blank" title="Link zu koopetch" href="http://blog.kooptech.de/2009/04/stimmts-somalische-piraten-gegen-nuklear-dumping/" target="_blank">Kooptech</a></p>
 
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