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"Zur ganzen Wahrheit gehören zwei – einer, der sie sagt und einer, der sie versteht." Henry David Thoreau

Social Network wer-kennt-wen.de wird von RTL übernommen – ohne Gewinnaussichten

Die RTL-Gruppe von Bertelsmann übernimmt das schnell wachsende Netzwerk wer-kennt-wen und verleibt sich damit die Nummer 2 unter den deutschen Sozialen Netzwerken ein. Damit könnten die Gütersloher Mark Zuckerberg mit Facebook ein Schnippchen schlagen. Denn nun werden gnadenlos die alte Welt der Bertelsmannkanäle wie TV und Print mit Web 2.0 verbunden. Ob es nur zu Marketingzwecken der bekannten Angebote dient oder neue Produkte das Licht der Webwelt erblicken wird sich zeigen. “Wer-kennt-wen ist ein Phänomen. Wir sind hinsichtlich des Wachstums noch nicht an einem Wendepunkt angekommen”, sagt der Chef von RTL Interactive Marc Schröder.

Ende 2007 zählte das Internetunternehmen gerade eine Million registrierte Mitglieder, Ende 2008 waren es nach Unternehmensangaben schon fünf Millionen. Weltmarktführer Facebook meldet auf der gerade zuende gegangenen DLD-Konferenz in Deutschland rund zwei Millionen deutsche Mitglieder, der deutsche Primus aus StudiVZ, SchülerVZ und MeinVZ der Verlagsgruppe Holtzbrinck gibt insgesamt über 13 Millionen eigene Nutzer an. Die Internettochter der Kölner Sendergruppe hatte vor rund 12 Monaten schon 49 Prozent der Anteile von den beiden wer-kennt-wen-Gründern Patrick Ohler und Fabian Jager gekauft. Die Kaufsumme für die restlichen 51 Prozent ist offziell nicht bekannt. In der Branche ist von einem einstelligen Millionen-Euro-Betrag die Rede. Das könnte angesichts des hohen Wachstums des Online-Angebots als ein Schnäppchenpreis gelten (netzwertig.com spekuliert auf eine Gesamtsumme von rund 10 Millionen Euro), wenn es gelingt, die Nutzerzahlen in klingende Münze umzuwandeln, was selbst Zuckerberg nicht wirklich gelingen will. “Wir wollen profitables Wachstum. Es ist aber auch klar, dass wir bei einem sozialen Netzwerk keine kurzfristige und übertriebene Monetarisierung anstreben”, sagte Schröder. Weitere Zukäufe schließt RTL nicht aus.

Der Wettbewerb in Zahlen: Die Dezember-Zahlen 2008 der IVW zeigen, dass Wer-kennt-wen seinen Wachstumskurs fortgesetzt hat. Die Seitenaufrufe (PIs) lag bei 4,3 Milliarden, was einem Zuwachs von 300 Millionen entspricht, und nur noch knapp hinter dem Wert des Spitzenreiters SchülerVZ (4,85 Milliarden) liegt, der rund 70 Millionen PIs verloren hat. Der ehemalige Champion StudiVZ hatte vor einem Monat 150 Millionen Seitenaufrufe eingebüßt.

Trotz exorbitant wachsender Nutzerzahlen arbeitet der “Brachenprimus” Facebook nicht profitabel und hat enorme Schwierigkeiten, höhere Umsätze zu erzielen. Michael Arrington von TechCrunch dokumentierte bereits, dass Facebook monatlich Millionen US-Dollar ausgibt. Allein die Elektrizität für das Betreiben der 50,000 Server, die zusammen 100 Millionen US-Dollar gekostet haben sollen, gibt Facebook jeden Monat eine Million US-Dollar aus (Facebook ist mittlerweile Kunde bei Amazons EC2/S3 Programm und mietet jetzt Serverleistung). 750 Mitarbeiter kosten monatlich zehn Millionen US-Dollar. Die meisten der Facebook-Nutzer stammen mittlerweile nicht aus USA sondern aus Afrika oder dem mittleren Osten und sind für die Werbewirtschaft als Zielgruppe nicht besonders interessant.

Die rund rund 500 Millionen US-Dollar VC-Kapital sind bald weg. US-amerikanische Investmentfonds haben gegenwärtig kein Interesse an einer Investition in Facebook. COO Sheryl Sandberg beantwortete in Davos Michael Arringtons Frage nach Umsatz mit 3,52 $ pro Monat! Mal sehen, ob sie das mit ihrer Micropayment-Plattform für Entwickler noch auf 2000$ monatlich steigern können. Deutsche Investoren haben anscheinend noch Hoffnung, das soziale Web zu versilbern. Warten wir es ab. Meine Einschätzung geht dahin, dass kleine und gut gepflegte Soziale Netzwerke wie ning.com mit einem echten Mehrwert mehr Chancen haben. Sinnvoll wäre es sicher auch, in Richtung myspace oder gar youtube zu gehen und damit Social Media und Social Networking zu kombinieren…

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Folgende Schlagwörter: Online-Marketing, Social Web, Web 2.0

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