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"Zur ganzen Wahrheit gehören zwei – einer, der sie sagt und einer, der sie versteht." Henry David Thoreau

Radikale 2.0: Abschalten oder Ansprechen?

bombEine Studie des englischen International Centre for the Study of Radicalisation and Political Violence hat die Vernetzung radikaler Gruppen im Web beobachtet und die Wirkungen der Maßnahmen dagegen bewertet. Das einfach Abschalten der Websites ist eher eine platte und wirkungslose Maßnahme, zuweilen kontraproduktiv. Wie die BBC berichtet, raten die Radikalismus-Experten den Innenministern davon ab, einfach die die unerwünschten Inhalte abzuschalten. Das Web sei vielmehr der Ort, wo man diskursiv eingreifen müsse. Es ist eine Chance und als eine Bedrohung.

Die meisten Regierungen fokussieren technische Lösungen in dem Glauben, dass das Blockieren oder Entfernen von Websites irgendetwas Erwünschtes auslöse, fasst die Studie das staatliche Verhalten zusammen.

Radikalisierung ist ein weltweites Phänomen, dem man kaum angemessen begegnet mit der Strategie des Steckerziehens. Es geht laut der Experten eher darum, eine Atmosphäre zu schaffen, die solche Inhalte verhindert oder deren Konsum überflüssig macht. Extrem gefährliche Seiten sind weiterhin Aufgabe der Polizei. Wenn Seiten geschlossen werden, dann muss auch ein gerichtlioches Verfahren und ein Urteil folgen, sonst erweist sich die Exekutive als Papiertiger.  Aber auf den extrmen Website beginnt ja so eine Radikalisierung nicht.

Denn gerade die vielen Kommentare in Sozialen Netzwerken oder Online-Communities zeigen klar, dass es um eine Selbst-Regulation gehen müsse, durch all die anderen Nutzer dieser Webangebote. Dazu sollte man die große Masse der “normalen” Anwender motivieren. Es ist ja zumeist eine atmosphärische Sache, die durch das Verhalten vieler reguliert wird. Und gerade die offizielle Unterstützung von postiven Initiativen muss subtiler werden, denn diese erhalten durch staatliche Banner nicht selten den “kiss of death”.

Fazit:

Es geht also eher um die Anfänge der Radikalisierung – noch – im Rahmen großer Online-Gruppen. Dort sollte durch Förderung der sozialen Regulation durch die Peer-Group gegengesteuert werden. Genau hier wären die subtilen Maßnahmen effektiv. Wenn die Radikalisierung totalitär und organisiert auf Websites statfindet, dann sind alle Maßnahmen der Elimination eher negativ, weil die Organisation einfach andere Wege der Kommunikation findet, im Zweifel einfach drei neue Sites unter anderen Namen publiziert, von denen die Polizei dann nur ein oder zwei findet. Und der Kampf mit der Hydra ist verloren.

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Folgende Schlagwörter: Die Gesellschaft, Politik, Sozial

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