Die Leserprofile
Szenario: Medienwandel
Sie haben genug gehört von den ewigen Diskussionen um neue Medien, Multimedia oder Qualitätsjournalismus?
Einige Autoren schreiben sich ihren Frust von der Seele, weil sie in dem unübersichtlichen Dickicht der Buchstaben andauernd selbst entscheiden müssen, welche Inhalte lesenswert sind und welche nicht. Diese Klagerufe ertönen immer in bestimmten Medien. Sie verstummen genau dann, wenn die Einzelhändler eines Tages ausrufen werden: “Dieses Geschäftsjahr war absolute Spitze, der Konsum übertrifft unsere Planungen.” Wir können alle davon ausgehen, dass das nicht vor dem Jahr 2586 der Fall sein wird. Und dann sind da noch die Bauernschlauen, die heimlich still und leise – während sie vorne an der Fassade mitklagen – hinten auf dem Hof an eigenen kleinen Onlineprojekten basteln. Leider ist das Hinterhofbasteln etwas für abgebrochene Studenten und zukünftige Milliardäre, Verlage und Sender sollten eigentlich davon Abstand nehmen.
Sollten Sie davon genug haben. Dann sind Sie hier richtig.
Szenario: Presse- und externe Kommunikationsarbeit
Sie haben genug von den langweiligen Hochglanz-Präsentationen? Das beeindruckt Sie nicht die Bohne? Warum sollte es?
Wenn Dutzende Werkstudenten und Praktikanten Dutzende von Kunden bedienen, dann kommt bestenfalls awareness heraus. Das ist gut, wenn sie jeden Monat zum Rapport müssen und die Zahlen Ihrer Medienresonanzanalyse in die Balanced Scorecard eingetragen werden. Kleine Geschichte, großer Verteiler und ein paar Kooperationen mit den Verlagen, schon haben Sie wieder eine Woche Ruhe im Büro.
Sollten Sie davon genug haben. Dann sind Sie hier richtig.
Szenario: Marketing
Also die Studenten grasen das Web nach thematisch passenden Blogs ab und posten immer zum Kontext passend die Firmenbotschaften und natürlich den Link zum Whitepaper. Dann knallt man noch die Website mit SEOoptimierten Abschnitten über alle Zielgruppen und Produktkategorien voll. Und wer kümmert sich darum, dass diese 5000 Kataloge von der letzten Messe verschickt werden? Im nächsten Quartal müssen die neuen Kataloge gedruckt werden. Schicken wir doch einfach die alten an die Leads der letzten vier Messen und den Rest an den Weihnachtskartenverteiler.
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Szenario: Interne Kommunikation
Das Projektmanagement läuft auch nicht besser, wenn man das Xte Online-Tool kauft und alle nochmal per Seychellen-Incentive auf den Wiki-Wettbewerb hinweist. 1% schreibt, 10% kommentieren das Geschriebene und 89% lesen – vielleicht. Im Alltag sind es eher 30%. Und jetzt kommt der neue Schnösel mit MBA und erklärt die Unternehmenskultur zum strategischen Ziel.
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Szenario: Wissensmanagement
Alle Archive sind an die Suche angeschlossen. Die Datenbanken auch. Der Webserver auch. Die Portallösung ist super. Wir haben Portlets für alle Projekte, für alle Communities und jetzt kann jeder ein eigenes Blog ins Intranet publizieren, sogar VPN klappt zuverlässig. Ja, und warum landet dann kein Wissen in den Repositories? Warum kann man die Debriefing-Dokumente kaum verstehen? Warum treffen sich in den Online-Teeküchen eigentlich immer dieselben, die sich vorher auch schon offline kannten? Irgendwie ist das Intranet so…tot?
Sollten Sie davon genug haben. Dann sind Sie hier richtig.



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