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"Zur ganzen Wahrheit gehören zwei – einer, der sie sagt und einer, der sie versteht." Henry David Thoreau

Kritik – Pflicht oder Kür im Social Web

Foto: http://www.flickr.com/photos/seandreilinger/

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Authentizität, Glaubwürdigkeit und Transparenz sind die Währung einer neuen Generation. Manche beschreiben diese Werte als Produkt oder gar Quelle von Social Media. Möglicherweise haben sie recht. Vielleicht sind wir aber auch nur müde, ewig diese mittelmäßigen Botschaften zu konsumieren, die uns von Produkten, Dienstleistungen und Firmen überzeugen sollen.

Zu einer Zeit, als die Welt noch im Lot war, konnte man nur auf eine Art seine Meinung über das Paralleluniversum der Werbung ausdrücken: Auf den Plakaten fanden sich angemalte Schnurrbärte und mehr oder wenige spassige Ergänzungen zu den Werbeslogans oder spannende Optimierungen der Zeitungsanzeigen in den Lesezirkelausgaben beim Arzt.

Heute ist das anders. Jede Website eines modernen Unternehmens, das was auf sich hält, hat eine Kommentarfunktion oder einen twitter-account, dem man mal die Meinung tweeten kann. Aber auch in Sozialen Netzwerken nehmen einige Mitmenschen die Tendenz zum kritischen Konsum ernst und veröffentlichen sachliche, hilfreiche oder eher persönlich-entwertende Kritik.

Es ist wie im richtigen Leben. Im Eifer des Gefechts kann man schon mal über die Stränge schlagen und sich im Ton vergreifen. Man sollte gerade bei Kommentaren sachlich und bestimmt darauf hinweisen, dass Kritik nur dann angebracht ist und Gehör findet, wenn sie klar und begründet vorgetragen wird.

Man kann anhand der verunglückten Social-Web-Kampagne eines britischen Telekommunikationskonzerns in Deutschland erkennen, was bei einem Blog alles falsch laufen kann bei den Kommentaren. Zugegeben, 24 Stunden am Tag wird niemand die Kommentare überwachen und überprüfen (außer dem Spam-Plugin). Denn das moderierte Freischalten von Kommentaren ist keine besonders glückliche Alternative zum freien “Sprechen”. Im besten Fall sind Artikel in Blogs- und da unterscheiden sie sich kategorisch von anderen Medien – nur ein Anlass für eine Diskussion, die dann eben via Kommentar, twitter oder auf Sozialen Netzwerken weiter geht – wenn man wirklich hilfreiche und gute Artikel verfassen kann. Kritik im Social Web ist also zunächst eine eher affektive sprachliche Reaktion und Regeln für die Moderatoren, die im nachhinein drüber sehen, sollten daher auch die etwas lockereren Zügel nutzen und nur persönliche Angriffe sowie substanzlosen Quatsch löschen.

Zusammenfassend gilt das Augenmaß, dass die angepeilte Kunden- bzw. Zielgruppe auch in einem Gespräch an der Theke walten lassen würde. Bei einem Blog über Werkzeuge für Heimwerker wird es anders zugehen als bei einem Blog über Uhren aus dem Segment über 3000€. twitter und Soziale Netzwerke können dann analog betrachtet werden.

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