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"Zur ganzen Wahrheit gehören zwei – einer, der sie sagt und einer, der sie versteht." Henry David Thoreau

Konsolidierung: Soziale Netzwerke in USA und Europa haben Probleme

ob facebook eine entlassungswelle droht?

Ob facebook eine Entlassungswelle droht?

Als erstes könnte es wohl die Alleinherrschaft Zuckerbergs bei Facebook treffen. Der einstige Liebling der SN Szene war mal mit 15 Milliarden bewertet als Microsoft 240 Millionen $ Risikokapital gab. Jetzt brauchen sie dringend Geld, was sehr tief blicken lässt. Hatte Finanzchef Yu doch insgesamt beeindruckende 500 Millionen Dollar  eingestrichen. Jetzt brauchen sie schon wieder einen Kredit über 100 Millionen, die sie von ihrer Bank (BoA) oder ihrem alten Risikokapitalgeber (TriplePoint/Li-Ka Shing) wohl kaum bekommen werden. Ob andere Kapitalgeber bereit stehen, ohne das Netzwerk in einen großen Konzern auf gehen zu lassen, bleibt fraglich. Dieses Problem haben gerade viele Netzwerke der ersten Stunde. Entweder sie veralten in Ehren und sind nicht mehr besonders hip ( ups, MySpace hübscht sich gerade mittels Microsoft für die mobile Webrevolution auf, endlich einer der anfängt, am 30.03. hinzugefügt) oder enthalten kaum mehr als Diskussionsforen und eine Liste an virtuellen Visitenkarten sowie rudimentäre Eventtools (obwohl Xing ja hoch profitabel ist), oder sie haben schon echte Web 2.0 Widgets und Machups integriert, schnappen aber mangels Nutzern nach den ersten Enterprise 2.0 Kuchen (wie die Partnerschaft von LinkedIN und IBM zeigt), was auch das Ende der Unabhängigkeit bedeuten kann .

Die Tatsache, dass Peter Thiel, Mitglied im Board (vergleichbar dem Aufsichtsrat) bei Facebook gegenüber businessweek vor einem Monat noch großspurig erzählte, dass genug Geld vorhanden sei, macht die ganze Geschichte – vorsichtig umschrieben – ungünstig. Ursache ist etwas, was man vor einem Jahr noch als Erfolg beschrieben hätte: Der Anstieg der Nutzerzahlen von 100 Millionen auf 275 Millionen – allein im letzten Quartal um 75 Millionen. Dies ist die Ursache für den enormen Hardwarebedarf, der mit den 100 Millionen gedeckt werden soll. Es fehlt aber noch immer ein tragfähiges Geschäftsmodell. Da aber kein Berater dort wußte, dass 2009 das Jahr der Entscheidungen wird hinsichtlich des Überlebens von Bannerwerbung im Netz – und nach Prognosen von J.P. Morgan Stanley der Search Advertising Markt bald den Umfang der Radiowerbung überschreitet – hatte und hat Facebook mindestens ein Problem.

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Ein weiteres liegt darin begründet, dass Werbung in sozialen Netzwerken besser monetarisiert werden müsste, was facebook offenbar nicht tun will oder tun kann. Angesichts der Tatsache, dass das Werbeeinkommen laut emarketer im Zeitraum von einem Jahr um 10% gestiegen ist, wäre es Zeit, Investoren etwas mehr Kreativität oder Expertise zu demonstrieren. Ich hatte darüber schon berichtet, da ich gerade eine Studie für eine Investorengruppe verfasste, die gerne einsteigen würde, aber aufgrund der desolaten Ausrichtung und schneckenartigen Geschäftsfeldentwicklung amerikanischer und europäischer Netzwerke in Asien investieren wird.

Es bleibt abzuwarten, wer es schafft, einen guten ROI im Umfeld sozialer Netzwerke zu realisieren. Die prädemokratischen Führungsstile in einigen Sozialen Netzwerken beschleunigen einen enormen brain drain und werfen kein gutes Licht auf die innere Bewehrung angesichts der neuen Sozialen Netzwerke zweiter Generation wie Twitter oder etsy, wobei letzteres Bahnbrechendes leistet aus ökonomischer Sicht und demnächst sicher auch ein kleine Finanzspritze erhalten könnte, wer weiß…

Wenn Zuckerberg Anteile abgibt, wird er auch Macht abgeben müssen. Dass er sich in der Vergangenheit nicht besonders geschickt angestellt hat beim Führen und Leiten der Firma ist offenbar. Wer wird ihn auf einen gesundern Weg bringen oder gar die gesamte Nutzerschar in die eigene Tasche befördern?

Nachtrag:

Offenbar ist es eine eher “systemische” Entwicklung der sozialen Netzwerke. Hi5 mit 80 Millionen Nutzern an dritter Stelle hinter Facebook und MySpace hat bereits letzten Herbst 10% seiner Mitarbeiter entlassen und ist laut techcrunch gerade im Begriff bis zu 50% der Belegschaft mehr Freizeit zu verschaffen. Hi5 ist zwat amerikanisch, aber hat die meisten Nutzer in spanischsprechenden Ländern der Erde, obowhl 23 Sprachen angeboten werden. Ein Problem der Firma aus San Francisco ist die geringe Monetarisierung der vielen Nutzer mit Werbung. Marketing-Chef Mike Trigg begründet die Entlassungen allerdings mit einer Neuausrichtung des Geschäftsmodells.

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Folgende Schlagwörter: Die Kommunikation, GoToMarket, Krise, Marketing, social software, Social Web, Sozial, Web 2.0

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