<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>digitalpublic.de &#187; Der Markt</title>
	<atom:link href="http://www.digitalpublic.de/kategorie/der-markt/feed" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.digitalpublic.de</link>
	<description>&#34;Zur ganzen Wahrheit gehören zwei - einer, der sie sagt und einer, der sie versteht.&#34;            Henry David Thoreau</description>
	<lastBuildDate>Wed, 06 Apr 2011 17:16:14 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=abc</generator>
		<item>
		<title>Per Handy bezahlen: NFC</title>
		<link>http://www.digitalpublic.de/per-handy-bezahlen-nfc</link>
		<comments>http://www.digitalpublic.de/per-handy-bezahlen-nfc#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 03 Mar 2011 15:36:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vorname Nachname</dc:creator>
				<category><![CDATA[Der Markt]]></category>
		<category><![CDATA[Bezahlen]]></category>
		<category><![CDATA[Handy]]></category>
		<category><![CDATA[mobil]]></category>
		<category><![CDATA[mobile]]></category>
		<category><![CDATA[NFC]]></category>
		<category><![CDATA[Payment]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.digitalpublic.de/?p=2636</guid>
		<description><![CDATA[Was ist eigentlich NFC (Near Field Communication) und wie soll das die Welt der Handys revolutionieren?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit vielen Jahren kann man in Afrika mit dem Handy seine Miete  bezahlen, den Deckel bei der örtlichen Kneipe auslösen und sogar Geld an  seine Verwandten verteilen. Da die meisten Afrikaner kein Bankkonto  haben, wurde auf diese Weise der bargeldlose Zahlungsverkehr via  Mobiltelefon eingeführt. Vodafone hatte 2007 mit dem Dienst M-Pesa in  Kenia einen Stein ins Rollen gebracht, der leider nie nach Europa  kullerte, obwohl er es von Tanzania über Äthiopien bis nach Afghanistan  schaffte.</p>
<p>Bereits fünf Jahre zuvor hatten Sony und NXP auf dem lizenzfreien  Frequenzband von 13,56 MHz eine andere Idee realisiert, die Near Field  Communication. Sie soll nun das mobile Bezahlen bei uns ermöglichen. Die  Technologie basiert auf Bluetooth, Smartcard-Chips und den allseits  unbeliebten RFID-Chips, die mittlerweile an jedem Kleidungsstück kleben,  das wir bei den großen Modeketten der Welt erstehen. Um das Ausspähen  der übertragenen Daten zu erschweren, reicht die Übertragung bei NFC  allerdings nur maximal 10 Zentimeter weit. Bei einer Übertragungsrate  von mehr als 400KBit/sec können so Bezahlvorgänge mit einem schnellen  Wischen des Handys oder Smartphones über einen Sender an der Kasse  erledigt werden. Aktuell ist bisher nur das Ticketing, also der Kauf von  Fahrscheinen per NFC realisiert. Im südfranzösischen Nizza hat man mit <a target="_blank" href="http://investincotedazur.com/en/newsletter/nfc-nice-mobile-operators-distribute-one-million-cityzi-nfc-mobiles-in-2011&amp;artid=act9849" rel="nofollow"  target="_blank"><em>Nice Cityzi</em></a><em> </em>das  einzige flächendeckende Großprojekt realisiert. Dort kann man mehrere  Tickets für den öffentlichen Nahverkehr per Mobiltelefon erwerben und  dann sukzessive abfahren. Das Handy ist dabei eine Art RFID-Transponder,  der, an den Kartenautomaten gehalten, den Fahrpreis anzeigt und auch  das Abbuchen vom gespeicherten Betrag auslöst.</p>
<p>Telefone, die keinen eigenen NFC-Chip an Bord haben, könnten in  Zukunft mit erweiterten microSD-Karten mit Mini-Antennen aufgewertet  werden. Auch mit ihnen kann man dann per Handy Beträge aufladen,  abbuchen und Preise anzeigen lassen. Natürlich sind Visa und Mastercard  mit ihm Boot und übernehmen das Verteilen und Verwalten der Beträge, da  diese Technologie ja eigentlich das gesamte bargeldlose Zahlen per  Kreditkarten obsolet machen könnten. So will man früh genug mit im Boot  sitzen&#8230;</p>
<p>Deutschland ist eigentlich schon weiter: Es gibt hierzulande die  berühmten Touchpoints an einigen größeren Bahnhöfen, wo man bei  Fahrtantritt und beim Aussteigen sozusagen auscheckt, also jeweils sein  Mobiltelefon mit NFC-Chip dran hält, aber das System wird nicht  besonders umfassend beworben und es gilt auch nur für einige Strecken (<a target="_blank" href="http://www.touchandtravel.de/site/touchandtravel/de/start.html" rel="nofollow"  target="_blank">touch &amp; travel</a>).  Abgerechnet wird dann monatlich per Kreditkarte. Bei Kontrollen des  Zugpersonals hält man das Handy einfach in die Nähe das Kontrollgeräts  des Schaffners. Aber für den Übergang arbeitet die Bahn jetzt auch mit  QR-Barcodes an den einzelnen Bahnhöfen. So sollen auch aktuell iPhones  in den Genuss des bargeldlosen Ticketkaufs kommen. Aber abgesehen von  den Bodenseefähren in Friedrichshafen und einigen experimentellen  Installationen gibt es in Deutschland keine weiteren NFC-Lösungen.</p>
<p>Das neue Google Nexus S auf der Basis von Samsungs mobilem  Flaggschiff wird einen NFC-Chip eingepflanzt bekommen. So hat Eric  Schmidt von Google auf dem Mobile World Congress (MWC) auch großes  Interesse an dieser Technologie angemeldet, da auf diese Weise endlich  der Kontext von mobiler Werbung und dem Kaufvorgang näher rücke.  Erkennbar ist dies auch daran, dass das neue Android 2.3 die  NFC-Technologie nativ unterstützt.</p>
<p>In Barcelona auf dem MWC verriet die Telekom ihre Zukunftsvorhaben in  Sachen mobiles Telefonieren. Dabei wurde auch deutlich, dass Samsung  und Apple mit dem iPhone 5 auch auf NFC setzen werden. Zum Ein- und  Auschecken in Hotels, Flughäfen und Restaurants via Gowalla, Latitude,  Plazes und Foursquare gesellen sich also bald allerlei Boutiquen und  Läden. Dann wachsen Location-Based-Services und  Kreditkartendienstleister zusammen. Big Brother hätte seine helle  Freude. Ob und wie vodafone daran denkt sein eingeführtes und  erfolreiches M-Pesa-System mit NFC zu verbinden, steht in den Sternen.  Aber es scheint klar, dass alle Mobiltelefone der nächsten Generation  mit NFC-Chips auf den Markt kommen werden.</p>
 
	<h4>Verwandte Artikel</h4>
	<ul class="st-related-posts">
	<li><a href="http://www.digitalpublic.de/weltweite-studie-mobiles-internet-kommt-langsam-ist-noch-zu-teuer" title="Weltweite Studie: Mobiles Internet kommt langsam &#8211; aber gewaltig (03/03/2009)">Weltweite Studie: Mobiles Internet kommt langsam &#8211; aber gewaltig</a> (0)</li>
	<li><a href="http://www.digitalpublic.de/twitter-20-mobil-blogging-mit-zcapes-auch-fur-qr-freaks" title="Twitter 2.0: Mobil Blogging mit Zcapes (auch für QR-Freaks) (23/02/2009)">Twitter 2.0: Mobil Blogging mit Zcapes (auch für QR-Freaks)</a> (1)</li>
	<li><a href="http://www.digitalpublic.de/sozial-netzwerk-groesste-markt-zukunft-mobil-handy-umts-phone-xing-linkedin-facebook" title="Soziale Netzwerke Mobil: Der größte Markt der Zukunft (17/02/2009)">Soziale Netzwerke Mobil: Der größte Markt der Zukunft</a> (1)</li>
	<li><a href="http://www.digitalpublic.de/mutige-neue-welt" title="Mutige neue Welt (28/04/2009)">Mutige neue Welt</a> (0)</li>
</ul>

]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.digitalpublic.de/per-handy-bezahlen-nfc/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Startbahn Mitte #s21</title>
		<link>http://www.digitalpublic.de/startbahn-mitte-s21</link>
		<comments>http://www.digitalpublic.de/startbahn-mitte-s21#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 06 Oct 2010 16:10:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vorname Nachname</dc:creator>
				<category><![CDATA[Der Markt]]></category>
		<category><![CDATA[Die Gesellschaft]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.digitalpublic.de/?p=2609</guid>
		<description><![CDATA[In Stuttgart hat man sie sozusagen volles Rohr... getroffen. Die Mitte: Schüler, Rentner, CDU-Wähler, ein paar verirrte und ewiggestrige Müslifresser und eben eine große Menge ganz normaler Bürger der Schwäbischen Metropole. Nicht lachen. Wenn es keine Metropole wäre, würde man ja keine Paris-Budapest-Magistrale dadurch bauen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.digitalpublic.de/wp-content/uploads/2010/10/cymaphore.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-2611" title="cymaphore" src="http://www.digitalpublic.de/wp-content/uploads/2010/10/cymaphore.jpg" alt="" width="240" height="135" /></a>Jetzt ist es passiert. Viele Politiker erleben am Beispiel  Stuttgarter Hauptbahnhof (S21) zum allerersten Mal live und in Farbe,  wie Demokratie funktioniert. Das Volk versucht zu herrschen und die  Volksvertreter belehren das Volk darüber, wie die wahren Verhältnisse  sind. Denn die Mitglieder des Volkes sind verwöhnt, gewaltbereit,  unanständig, uneinsichtig, verbohrt und grundsätzlich diffamierend all  jenen gegenüber, die anderer Meinung sind.</p>
<p>Genau deswegen hat sich auch das verbohrte Volk gegen die Eingaben  der Politiker durchgesetzt, dass die AKW-Betreiber einen Teil der  Staatsschulden bezahlen müssen, wenn sie weiterhin marode Atommeiler  betreiben wollen. Genau deswegen hat das gewaltbereite Volk auch gegen  unzählige Demos der Politiker den Einsatz in Afghanistan von einem  humanen zu einem militärischen Einsatz umgewidmet. Und deshalb werden  auch vom uneinsichtigen Volk gegen den Willen der rechtschaffenen  Politiker Hunderte Milliarden Steuergelder in öffentliche Banken  gepumpt, damit deren Gläubiger ihr Geld wieder bekommen.</p>
<p>Und deshalb wird ein großer Teil der Milliarden, die der Staat für  den Ausbau des bundesdeutschen Schienennetzes bereithält in den Ausbau  des Stuttgarter Bahnhofs fließen. Wer will schon, dass die großen  bestehenden Strecken gewartet werden, die aktuell unter den Jahren der  Ignoranz und der Belastung ächzen.</p>
<p>So könnte man anfangen. Aber in Wirklichkeit geht es noch nicht mal  um den Skandal, dass wenig fachlich Begründetes für diese  St.-Florians-Begießung in Stuttgart spricht. Es geht um die Mitte&#8230;</p>
<p>Seit der große Hannoveraner und fast alkoholkranke Verfechter der  lupenreinen Demokratie seine Partei in die Mitte der Gesellschaft  führte, war die CDU/CSU in Duldungsstarre. Als er dann zufällig in einen  bequemen russischen Posten verklappt war, besann man sich dieser  bürgerlichen Mitte und klebte fürderhin das Copyright-C der CDU an den  Begriff der Mitte©. Die wollte man adressieren.</p>
<p>In Stuttgart hat man sie sozusagen volles Rohr&#8230; getroffen. Schüler,  Rentner, CDU-Wähler, ein paar verirrte und ewiggestrige Müslifresser  und eben eine große Menge ganz normaler Bürger der Schwäbischen  Metropole. Nicht lachen. Wenn es keine Metropole wäre, würde man ja  keine Paris-Budapest-Magistrale dadurch bauen.</p>
<p>Da man verdiente polizeiliche Demonstrationsprofis aus den  angrenzende Nachbarbundesländern samt Weihwasserwerfer eingeworben  hatte, führten die sich auf wie Söldner das eben so tun. Man kann  spekulieren, ob das Zufall, Kalkül oder klare Strategie war. Angesichts  der wachsenden Kosten, die für S21 budgetiert werden, muss man davon  ausgehen, dass die Expertise so gering ist, dass primäre Kenndaten wie  Kosten oder eben das Verhalten der Polizisten nur geschätzt werden  können von der Obrigkeit, da man ja nie genau wissen kann, wie das was  man plant eigentlich überhaupt passieren kann. Deshlab hat man ja diese  vielen hocbezahlten Berater, Finanzplaner, Strategieorganistoren und  Durchführungsexperten: Damit man später, wenn das Unausprechliche  eingetreten ist, mit dem Finger auf sie zeigen kann.</p>
<p>In der Welt der Berufsdemokraten, also der gewählten Politiker, nennt man dies Teilhabe an der Macht.</p>
<p>Und die Bevölkerung soll sich nicht noch einmal dabei erwischen  lassen, dass sie Entscheidungen beeinflussen will. Denn Macht ist laut  Joschka Fischer, dem großen jovialen Demokraten und liebevollen  Gutmenschen, das Treffen von harten Entscheidungen, die auch mal gegen  einen selbst gerichtet sein können.</p>
<p>Liebe Stuttgarter, ihr versteht das zwar nicht, aber die CDU will die  Mitte treffen. Das ist eine parteipolitische Strategie. Und wenn man  dabei mal hart gegen sich selbst ist, also gegen das Volk, dann ist das  einfach eine unausweichliche Nebenwirkung der Macht, die ihr den  Politikern verleiht. Nehmt das nicht persönlich, das ist wie mit den  Pillen der Pharmaindustrie: Eine Pille ohne Nebenwirkungen ist ein  Placebo. Nur bittere Medizin hilft auch. Wenn ihr die Politiker endlich  ernst nehmt, dann werdet ihr das auch verstehen. Ihr müsst Euch  verletzten lassen, damit ihr geheilt werdet von der  Wohlstandsverwöhnung. Schaut mal, die Finanzkrise hat euch in Gestalt  der Banken schon ganz viel von dem schädlichen Wohlstand weggenommen.  Und die Deutsche Bahn nimmt Euch auch einen großen Teil von der Last  weg. Dass dabei Eure Bürgerrechte und die alten Bäume im Schlosspark mit  Reizgas, Füßen und Worten getreten werden ist Teil der Heilung.  Effektiver wäre es, einfach die Mehrwertsteuer auf 50% zu erhöhen und  alle übrigen Steuerentlastungen zu kürzen. Aber das kommt dann auch  noch. Wenn der Bundestag aus 6.000 Abgeordneten besteht und die  Landesadministrationen auf dieselbe Größe wie die Diakonie und die  Caritas aufgebläht worden sind. Erst wenn der letzte Bürger verarmt,  wenn der letzte Taler für Polizeimaßnahmen ausgegeben und die letzte  Abgabe in der 1001. Entschuldung der Deutschen Bahn verschwunden ist,  werdet ihr merken, dass der Ölpreis bei 4 Euro liegt. Und dann haben all  wieder einen gemeinsamen Feind, den bösen Ausländer, der sich am Öl,  Gas, Gold, Diamanten, Silber, Erz, XYZ bereichert!</p>
<p>Ach ja, nach der Startbahn West kamen dann die Grünen erstmals in die Regierung in Hessen. Nur mal so als Hinweis, welche Partei den nächsten Bundeskanzler stellen könnte, nachdem die Grünen stärkste Kraft in BaWü geworden sein werden.</p>
<p>Bildnachweis: <a target="_blank" href="http://www.flickr.com/photos/cymaphore/" rel="nofollow"  target="_blank">cymaphore</a></p>
<p>Crosspost von netzpiloten.de</p>
 
	<h4>Verwandte Artikel</h4>
	<ul class="st-related-posts">
	<li>Keine verwandten Artikel</li>
	</ul>

]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.digitalpublic.de/startbahn-mitte-s21/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Die Welt zu Gast bei der re:publica10</title>
		<link>http://www.digitalpublic.de/die-welt-zu-gast-bei-der-republica10</link>
		<comments>http://www.digitalpublic.de/die-welt-zu-gast-bei-der-republica10#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 20 Apr 2010 10:48:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vorname Nachname</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das Netz]]></category>
		<category><![CDATA[Der Markt]]></category>
		<category><![CDATA[Die Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Holzmedien]]></category>
		<category><![CDATA[medienwandel]]></category>
		<category><![CDATA[republica]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.digitalpublic.de/?p=2503</guid>
		<description><![CDATA[Vor einem Vierteljahr hat der FAZ-Autor Jauer begonnen, einen Artikel über lächerliche deutsche Blogger zu schreiben. Rechtzeitig zur re:publica10 Mitte April war er dann in Print und online zu lesen. Dass es dort mit der Wahrheit oder der Würde der dargestellten Personen nicht so klappte, mag viele Gründe haben. Vielleicht war es einfach nur Gehorsam gegenüber dem Ressortchef und Herausgeber, dessen aktuelles Buch mysteriöse Verschwörungstheorien über die Auswirkungen von Algorithmen und Computerprognosen verbreitet, über die besagte Blogger öffentlich herzogen. Aber wahrscheinlich sitzt der Stachel sehr viel tiefer.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.digitalpublic.de/wp-content/uploads/2010/04/republica10.jpg"><img src="http://www.digitalpublic.de/wp-content/uploads/2010/04/republica10-300x199.jpg" alt="" title="republica10" width="300" height="199" class="alignleft size-medium wp-image-2506" /></a><br />
Vor einem Vierteljahr hat der FAZ-Autor Jauer begonnen, einen Artikel über lächerliche deutsche Blogger zu schreiben. Rechtzeitig zur re:publica10 Mitte April war er dann in Print und online zu lesen. Dass es dort mit der Wahrheit oder der Würde der dargestellten Personen nicht so klappte, mag viele Gründe haben. Vielleicht war es einfach nur Gehorsam gegenüber dem Ressortchef und Herausgeber, dessen aktuelles Buch mysteriöse Verschwörungstheorien über die Auswirkungen von Algorithmen und Computerprognosen verbreitet, über die besagte Blogger öffentlich herzogen. Aber wahrscheinlich sitzt der Stachel sehr viel tiefer.<br />
<br />
Roger de Weck warf Schirrmacher ja vor einem guten halben Jahr in den <a target="_blank" href="http://videoportal.sf.tv/video?id=530999c0-bd02-46fc-b88e-f0ab224db76a" rel="nofollow" >Sternstunden des SF</a> schon vor, dass die FAZ eine enorme Boulevardisierung durchmache. (Das Interview ist übrigens ein herausragendes Dokument über die Argumentationskraft von Schirrmacher) Ich finde es keineswegs verwunderlich, dass bei den Qualitätsmedien die hehren Grundsätze des Journalismus mit Füßen getreten werden. Wer sonst hätte schuld an dem rasenden Untergang einer Branche, die Jahrzehnte über die Gewinnmargen von Autoindustrie und Maschinenbau lächeln konnte. Es müssen doch die Journalisten schuld sein. Wieso sonst werden sie in Heerscharen entlassen und durch freies, günstiges, willfähriges Kanonenfutter aus den überlaufenen Journalistenschulen aufgefüllt.<br />
<object data="http://www.sf.tv/videoplayer/embed/530999c0-bd02-46fc-b88e-f0ab224db76a" type="application/x-shockwave-flash" style="width:500px;height:280px"><param name="movie" value="http://www.sf.tv/videoplayer/embed/530999c0-bd02-46fc-b88e-f0ab224db76a"/><param name="quality" value="high" /><param name="allowFullScreen" value="true" /><a target="_blank" href="http://videoportal.sf.tv/video?id=530999c0-bd02-46fc-b88e-f0ab224db76a" rel="nofollow"  alt="zum Videoportal des Schweizer Fernsehens">Sternstunde Philosophie vom 05.07.2009</a></object> (Geduld &#8211; vor allem ab Minute 20 wird es spannend.)</p>
<p></p>
<h2>Aber was kommt nun?</h2>
<p>Dankenswerterweise hat Markus Beckedahl seine ehemalige Bloggerkonferenz auf ein neues Niveau gehievt, das genau die neuen Wege des Publizierens von Inhalten sehr umfassend und profund aufzeigte für all diejenigen, die gekommen waren. Die zweite Aufklärung ist in vollem Gang, langsam aber stetig entwickelt das Web eine neue globale Gesellschaft weiter. Offenbar werden einige ausgeschlossen oder schließen sich selber aus. Marcus Jauer weilte gerade in Nepal, deshalb konnte er die Zukunft der vierten Gewalt (heute noch Presse) und den Aufstieg der fünften Gewalt (David Sasaki von <a target="_blank" href="http://www.globalvoices.org/" rel="nofollow" >globalvoices.org</a> über Social Media) nicht beobachten. Denn außerhalb von unserem qualitätsmedial eng umzäunten Wegen hat die Welt gerade entdeckt, dass man mit Echtzeit-Warnsystemen wie <a target="_blank" href="http://www.ushahidi.com/" rel="nofollow" >ushahidi</a> ein kaum vorstellbares Potenzial heben kann. Haben früher noch Afrikaner dieses Portal genutzt, um per SMS auf lokale Gewalttaten der Obrigkeit oder Gewalt gegen Frauen in Echtzeit hinzuweisen, ist das System spätestens seit dem Desaster von Haiti als <a target="_blank" href="http://haiti.ushahidi.com/" rel="nofollow" >Übersicht für Katastrophenhilfe</a> unabdingbar. Denn dort haben die Hilfesuchenden direkt per SMS gezeigt, welche Hilfe wo gebraucht wurde. Und noch viele andere internationale Gäste aus über 30 Ländern hatten in Berlin die Chance ergriffen, uns rückständigen Netznutzern zu zeigen, wie digitaler Aktivismus helfen kann Gesellschaften zu emanzipieren – sei es in Indien, Afrika, Lateinamerika oder in Osteuropa. Und mit Evgeny Morozov war sogar jemand da, der nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion als Direktor einer NGO erlebte, wie man mit neuen Medien den zersplitternden Gesellschaften zu einer Stimme verhilft, die jeder ergreifen kann. Er hat in seinem viel beachteten Vortrag allerdings auch klar gemacht, dass in Russland bereits viele Blogs unterwandert werden von offiziellen Stellen. Sodass die erwünschten Meinungen in den Bürgermedien erscheinen – so wie wir das von unseren parteinahen Medien und Institutionen auch kennen.<br />
<br />
War in den früheren Jahren noch ein Braten im eigenen Saft zu verzeichnen, wo ganz nach Jauerscher Manier Personen angegriffen wurden, statt Themen und Prozesse zu diskutieren, war es dieses Jahr ein anderer Wind, der durch die enorm gewachsene Konferenz wehte. Denn im Friedrichstadtpalast, der Kalkscheune und dem Quatsch Comedy Club gaben sich kritische und skeptische Menschen gegenseitig die Mikrofone in die Hand. Nur das es diesmal Leute waren, die wussten, dass es nicht mehr reicht, einfach nur zu kommunizieren und zu kommentieren. Man konnte in vielen Augen lesen, dass der neue Wind aus der Richtung kam, die der Outreach Director von globalvoices.org David Sasaki in einem Satz zusammenfasst: “Not issues but processes.“<br />
Wer ein Beispiel dafür braucht, dass unseren Schulen sofort helfen würde ohne auf die langjährigen inhaltslosen Mantras der Regierung zu warten, der möge sich hier umsehen &#8211; ausgerechnet ein <a target="_blank" href="http://www.donorschoose.org/" rel="nofollow" >amerikanisches Beispiel</a>, wie aus brennenden Themen Prozesse werden. Leider eignen sich dafür nur social media, da die überkommenen Medien seltsame intransparente Initiativen wie ein &#8220;Herz für Kinder&#8221; hinbekommen, wo keiner weiß, wer wann wieviel wofür bekommt. Die tradierten Medien sind nämlich nicht selten Teil des Problems Intransparenz.<br />
<br />
Nicht mehr Themen stehen im Vordergrund, sondern die Prozesse, die sie anstoßen. Im Interview erklärte Sasaki gegenüber den Netzpiloten, dass wir am Anfang einer Entwicklung seien, die in der Emanzipationstradition steht, die schon mittels des Buchdrucks die Macht des Vatikans zum Einsturz brachte. Es wird dauern, aber die Kontrolle der Demokratie durch die Bürger mittels der neuen Medien wird die Macht der Presse enorm relativieren. Vielleicht spüren das die ehemaligen Hohepriester der Realitätsdeutung in den Verlagsstuben und schicken genau deswegen den Jockel aus, das Fürchten zu lehren.<br />
</p>
<h2>Fazit</h2>
<p>Was seltsam ist: Prof. Kruse spricht von einem Kulturraum, wenn er das Netz beschreibt. Aus meiner Sicht ist es deutlich näher an einem Werkzeug oder präziser ein Werkzeugkoffer, den man nutzen kann. Wir müssen uns bewusst werden, dass globale Kommunikation im Netz den Begriff unserer lokalen Traditionen und Kulturen und die damit zusammenhängenden Aktionen relativiert. Insofern greifen die stupiden Vorwürfe der alten Publikationswelt nicht nur zu kurz sondern enthüllen das Unvermögen, sich auf etwas zuzubewegen, das sich im Wandel befindet. Wir können eigentlich nur lernen, wie andere das Web für sich nutzen. Pembazuka News hat seinerzeit mittels SMS die Wähler befragt, was sie wirklich gewählt haben und dann verglichen mit den jeweiligen Auszählungsergebnissen der Wahllokale. Das haben sogar die Amis von den Afrikanern übernommen, weil sie so etwas wie in Florida bei der vorletzten Wahl absolut ausschließen wollten. Wer stellt sich also hin und bezweifelt begründet die demokratische Potenz. Und das Komplexität mit und ohne Web ein Synonym der Experten für Ich-weiß-nicht-mehr-weiter ist, hat nichts mit der digitalen Revolution zu tun.</p>
<p>Jacques Lacan hat der Psychoanalyse des 20. Jahrhunderts das Spiegelstadium geschenkt. Freud war zu seiner Zeit noch nicht klar, dass der Mensch sich selbst eigentlich vornehmlich über den anderen erfährt. Im Web gibt es sehr viel anderes und Andere. Es ist eine Chance, dadurch viel über sich und über uns zu erfahren. Die Xenophobie, also die Angst vor dem Anderen, Fremden ist zuallerlerst das verdeckte Wissen um das eigene Böse, das man dem Anderen aufprojeziert und hofft, es so los zu werden. Wer auf der republica10 war, wer viel im Netz international unterwegs ist und nicht nur auf den zwei Lieblingsblogs, der wird sich selbst entdecken und standhalten können, weil er soviele Facetten erleben kann. Vielseitige Differenz ist die reife Form der Komplexität. Es ist kein Kulturraum, es sind wir selbst, die es zu entdecken gilt. Das was ich in der FAZ über mich entdecken durfte, stimmte zu fast 30% mit dem überein, was ich in 2,5 Stunden dem Autor erzählt hatte &#8211; der Rest war freie Dichtung, Alltagspoesie, Gesinnungslyrik. </p>
<p>Dass ein Kaleidoskop von Ideen und historischen Versatzstücken, die sich im Begriff des Bloggers brechen, gleich zu einer Theorie des Internet stilisiert werden, macht die Ratlosigkeit und Unbeholfenheit der Journalistenschulen gegenüber dem Web offensichtlich. Denn er war sehr jung der Herr Jauer. Er hätte in seiner Ausbildung Grundlagen von Social Media lernen können. Aber er hat nicht in den USA, Asien oder Lateinamerika studiert. So konnte er kaum einordnen, was ich da faselte von Subjektmodellen, Sprechakttheorie und performativer Kommunikation. Übrigens, der bekannte Russe hieß Gurdjieff und war kein Revolutionär. Aber so ist das mit dem Zuhören: Russland &#8211; Seltsamer Vogel &#8211; Beginn des 20 Jahrhunderts. Da hatte sein Gehirn das bekannte Netz der russischen Revolution schon aufgespannt, um das Memorieren zu vereinfachen. So macht ein gelernter Journalist Kontext: Intentionales Weghören um die passenden Versatzstücke der vorgefundenen Realität in dem eigenen Horizont unterzubringen. Ich verstehe jetzt, worin die Filterfunktion der Qualitätsmedien besteht: Differenzen werden eingeebnet. Heterogenität zu Homogenität umgedichtet. Da finde ich Hollywood deutlich näher am aufklärerischen Ideal und die re:publica wäre dann die reale Instanz solcher Ideen.</p>
<p>Bildnachweis: Jörg Wittkewitz</p>
<p>Crosspost von Netzpiloten.de</p>
 
	<h4>Verwandte Artikel</h4>
	<ul class="st-related-posts">
	<li><a href="http://www.digitalpublic.de/verlage-erfolg-im-web" title="Verlage: Erfolg im Web? (19/01/2011)">Verlage: Erfolg im Web?</a> (0)</li>
</ul>

]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.digitalpublic.de/die-welt-zu-gast-bei-der-republica10/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Social Media Management System</title>
		<link>http://www.digitalpublic.de/social-media-management-system</link>
		<comments>http://www.digitalpublic.de/social-media-management-system#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 23 Mar 2010 08:46:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vorname Nachname</dc:creator>
				<category><![CDATA[Der Markt]]></category>
		<category><![CDATA[Die Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Die Medien]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.digitalpublic.de/?p=2489</guid>
		<description><![CDATA[Eigentlich widerspricht das Broadcastmodell der Idee von Social Media, dass man einfach eine Nachricht in 1000 Kanäle bläst. Eigentlich widerspricht der Ansatz von social media überhaupt dem aktiven Verteilen einzelner Botschaften an viele, denn die Nutzer sollen selbst dafür sorgen, dass sie das Verteilen übernehmen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eigentlich widerspricht das Broadcastmodell der Idee von Social Media, dass man einfach eine Nachricht in 1000 Kanäle bläst. Eigentlich widerspricht der Ansatz von social media überhaupt dem aktiven Verteilen einzelner Botschaften an viele, denn die Nutzer sollen selbst dafür sorgen, dass sie das Verteilen übernehmen. Das tun sie natürlich nur, wenn sie den Inhalt verteilenswert finden. Aber die Marketeers wären nicht auf der Welt, wenn es nicht für alles ein Werkzeug gäbe, und so haben sie die Social Media Management Systems ins Leben gerufen. Jeremiah Owyang (Altimeter Group) stellte sie am Freitag auf seiner Seite vor; einige Bekannte sind da vertreten aber auch neue Player.</p>
<p>Hier seine <a target="_blank" href="http://www.web-strategist.com/blog/2010/03/19/list-of-social-media-management-systems-smms/?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+WebStrategyByJeremiah+%28Web+Strategy+by+Jeremiah%29" rel="nofollow" >kleine Liste</a>:</p>
<p><strong>Liste der Social Media Management Systems (SMMS)</strong></p>
<ul>
<li><a target="_blank" href="http://www.awarenessnetworks.com/what/hub.asp" rel="nofollow" >Social Marketing Hub</a> (Awareness Networks) bereits großer Player im Geschäft, der eigene Tools für  Facebook, youtube, flickr und Twitter anbietet</li>
<li><a target="_blank" href="http://cotweet.com/" rel="nofollow" >CoTweet</a> (Exact Target) ist das Tool, was fast alle PR-Agenturen nutzen, die für mehrere Kunden twittern bzw. alle tweets in deren Namen auswerten</li>
<li><a target="_blank" href="http://www.thismoment.com/" rel="nofollow" >Distributed Engagement Channel</a> (DEC ) Content publizieren, tracken und beobachten und Performanceberichte</li>
<li><a target="_blank" href="http://www.keenkong.com/" rel="nofollow" >KeenKong</a> Natural Language Processing für twitter und facebook – cool aber nur für englischsprachige Länder sinnvoll.</li>
<li><a target="_blank" href="http://mediafunnel.com/" rel="nofollow" >MediaFunnel</a> Facebook und Twitter werden über verschiedene Rollen und Workflows bedient und überwacht.</li>
<li><a target="_blank" href="http://www.objectivemarketer.com/" rel="nofollow" >Objective Marketer</a> Diese hier sind mit Social Media Kampagnen und deren Überwachung dick im Geschäft. Was Kamagnen im Social Media bEreich sollen ist mir schleierhaft…</li>
<li><a target="_blank" href="http://www.socialtalk.com/" rel="nofollow" >SocialTalk</a> Twitter, Facebook, WordPress und MoveableType werden hier bespielt und überwacht – wieder mit Workflow und diversen Planungs/Kontroll-Tools</li>
<li><a target="_blank" href="http://spredfast.com/" rel="nofollow" >SpredFast</a> Noch einer mit  Collaborative Campaign Management und Planungs/Kontroll-Tools für den social stream</li>
<li><a target="_blank" href="http://www.sprinklr.com/" rel="nofollow" >Sprinklr</a> Owyang hebt hervor, dass deren Website empfiehlt, die Tools zunächst zum Zuhören (Beobachten) einzusetzen und dann erst zum Verteilen. Klingt irgendwie…na…1000-Mal-gehört, ja das war’s</li>
<li><a target="_blank" href="http://vitrue.com/" rel="nofollow" >Vitrue</a>: Diese hier können auch mit Facebook und Twitter und haben Planungstools UND können sogar mehrere Seiten bei Facebook bespielen, indem sie sie verbinden…</li>
</ul>
<p>Ich werde das Ganze weiter beobachten. Es scheint schon jetzt der eigentliche Gedanke des uralten cluetrain in Klump gehauen zu sein. Ein Glück, dass es noch Gonzo Marketing gibt, aber wer hat das schon gelesen. Also wird nun die Social Media Trommel malträtiert bis das Fell reißt oder die Stöcker zerbrechen. Ich gestehe, dass ich es kaum erwarten kann, bis die Karawane weiter gezogen ist…</p>
<p>Crosspost von blogpiloten.de</p>
 
	<h4>Verwandte Artikel</h4>
	<ul class="st-related-posts">
	<li>Keine verwandten Artikel</li>
	</ul>

]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.digitalpublic.de/social-media-management-system/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Berater-Gefasel: In den 80ern Chaos &#8211; heute Komplexität</title>
		<link>http://www.digitalpublic.de/berater-gefasel-in-den-80ern-chaos-heute-komplexitat</link>
		<comments>http://www.digitalpublic.de/berater-gefasel-in-den-80ern-chaos-heute-komplexitat#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 17 Mar 2010 13:33:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vorname Nachname</dc:creator>
				<category><![CDATA[Der Markt]]></category>
		<category><![CDATA[Die Gesellschaft]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.digitalpublic.de/?p=2479</guid>
		<description><![CDATA[Kaum hat jemand erfolgreich das Thema Banken und Finanzkrise aus der Öffentlichkeit entfernt, springen auch schon die ersten virtuosen Faselmeister in die offen stehende Bresche. Es dauert für den Steuerzahler mindestens 20 Jahre, um die Schäden der Bankenkrise abzuzahlen. Schon heute verdienen die meisten Banken wieder fast soviel wie vor der Krise.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a target="_blank" href="http://www.digitalpublic.de/wp-content/uploads/2010/03/malik.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-2480" title="malik" src="http://www.digitalpublic.de/wp-content/uploads/2010/03/malik-300x226.jpg" alt="" width="300" height="226" /></a>Kaum hat jemand erfolgreich das Thema Banken und Finanzkrise aus der Öffentlichkeit entfernt, springen auch schon die ersten virtuosen Faselmeister in die offen stehende Bresche. Es dauert für den Steuerzahler mindestens 20 Jahre, um die Schäden der Bankenkrise abzuzahlen. Schon heute verdienen die meisten Banken wieder fast soviel wie vor der Krise. Und sie haben jetzt ein bombensicheres Risikomanagement. Den Staat. Und nun treten die großen Namen auf den Plan und beginnen das große Einpeitschen wie seinerzeit als das libertäre Mantra des staatlichen Rückzugs auf allen Kanälen erklang. Der Erste, der sich aus den Büschen traut, ist der allseits beliebte Fredmund Malik, Gründer und Leiter des Malik Management-Beratungsunternehmens in St. Gallen. Auf die Frage im Interview auf <a href="http://www.buchreport.de/nachrichten/nachrichten_detail/datum////-7731e3a94a.htm?no_cache=1&amp;cHash=171f699790" rel="nofollow" >buchreport.de</a>, ob die aktuellen Bedingungen den Rahmen für Managemententscheidungen ändern, antwortet er mit einem dreifachen “Komplexität”.</p>
<blockquote><p>Ein Mega-Trend ist die Komplexifizierung der Welt, d.h. das Entstehen der neuen Welt hochdynamischer Systeme und der Komplexitätsgesellschaft. Das bedeutet das Ende von Gewissheit, Vorhersehbarkeit und herkömmlichen Mitteln der Unternehmenslenkung.</p></blockquote>
<p>Aha. Was genau war wann eine Gewissheit? Gab es jemals irgendjemanden, der im ökonomischen Umfeld Gewissheiten erkannt hatte? Würde das den Primat der Wahrscheinlichkeitstheorie erklären? Würde das die Binse erklären, die da sagt, der Aktienmarkt besteht zu 50% aus Psychologie? Wenn Märkte jemals vorhersehbar gewesen wären, wären wir alle Risikokapitalgeber gewesen, weil es nie ein Risiko gegeben hätte. Herkömmliche Mittel der Unternehmenslenkung werden immer dann abgeschafft, wenn neue Vorstände berufen werden. Die Unternehmenskultur einer Firma ändert sich ständig aber immer nur im Zeitlupentempo. Firmen lassen sich ähnlich lenken wie große Containerschiffe, jede Lenkbewegung wird erst mit enormer Verzögerung eine Wirkung zeigen – außer Entlassungen. Mit Verlaub, diese Erklärung ist weitgehend inhaltsleer. Deshalb wird er offenbar nochmal formuliert:</p>
<blockquote><p>Ein weiterer Mega-Trend ist die Entstehung gänzlich neuer komplexitätsgerechter Lenkungs-, Leitung- und Führungssysteme für Organisationen.</p></blockquote>
<p>Wirklich spannend, wird es dann in einem kleinen Zusatz, der eine postdemokratische und posthabermasche Grundhaltung verrät:</p>
<blockquote><p>Der kleinste gemeinsame Nenner und diesem entsprechende Kompromisse genügen heute nur noch selten für die Lösung politischer Probleme.</p></blockquote>
<p>Kaum fragt man jemanden nach Managemenentscheidungen, schon landet er bei der Politik. Man versteht langsam, warum die teuren PR-Agenturen, die man uns als politische Parteien verkauft, längst auf internationale Anwaltskanzleien zurückgreifen müssen. Denn Managemententscheidungen sind offenbar neuen Gesetze. Man nennt das auch “profit by regulation”. Die Verlage führen das gerade mit dem Leistungsschutzrecht an allen deutschen Bühnen auf.</p>
<blockquote><p>Wirtschaft und Gesellschaft gehen durch eine Periode des vielleicht tiefgreifendsten Wandels, den es je gab. Die aktuelle Krise, in ihrer Natur weitgehend missverstanden, sind die Geburtswehen der neuen Welt.</p></blockquote>
<p>Und was glaubt der geneigte Leser, was movens und agens dieser neuen Welt sind?</p>
<blockquote><p>Der wichtigste Treiber des Wandels ist die immense Komplexität der vernetzten Systeme, die rund um die Welt ihre Dynamik entfalten.</p></blockquote>
<p>Wenn jemand mehrfach auf multikausale Zusammenhänge eines ganzen Konglomerats an Teilproblemen angesprochen wird und permanent mit einem einzelnen Begriff antwortet, der auch noch derart schwammig ist, wie der der Komplexität, dann wird es Zeit, genauer hinzusehen. Der Begriff erklärt sich aus einem Modell der gesamten Welt, das man aus der Biologie entlehnt hatte. Dort führte man das große Gesamte unserer bekannten Welt, also Natur und Kultur auf Elemente und Strukturen zurück, die durch ein Etwas organisiert werden. Man erkennt daran, dass die Erklärungspotenz dieses Modells vor allem daran scheitert, dass schnell sehr viele Elemente und Strukturen zusammengefasst werden. Kategorienfehler bleiben nicht aus und was noch bedeutsamer ist, die Organisation als wichtigstes, weil ordnendes Moment kann ab einer bestimmten Menge an Elementen und Strukturen gar nicht mehr erkannt, ermessen oder in Relation gesetzt werden. Genau dann spricht man von Komplexität. Man könnte also sagen, dass die Theorie der Systeme die Grenze ihres Erklärungshorizonts im diffusen Begriff der Komplexität zur Stärke umdefiniert.</p>
<p>Daher erklärt sich auch, dass Komplexität je nach Wissenschaftsgebiet oder Forscher völlig unterschiedlich definiert und begriffen wird. Es scheint sich dabei eher um eine Art Glaubenscredo zu handeln. In der Wirtschaftstheorie ist Komplexitätsmanagement der Einbruch der Historie, also der Zeitleiste in das Lenkunsggeschehen, denn man erkennt darin ein Modell der Dynamik, das in der Philosophie schon lange Kontingenz heißt. Und dieses ist nichts anderes als das Eingeständnis, dass man kausale Zusammenhänge eher als zufällig denn als erklärbar darstellt. Schlichte Menschen, die nicht 5000€-Tagessatz verdienen nennen dies Ungewissheit.</p>
<p>Auf dieser Basis der Ungewissheit rät Malik der Medienbranche zu Folgendem:</p>
<blockquote><p>Die Herausforderung auf einen Satz gebracht und keineswegs nur für die Medienbranche: Doppelt so gut funktionieren – mit der Hälfte des Geldes. Für herkömmliches Denken ist das zwar unvorstellbar, aber es entspricht im Kern den Leistungsfortschritten in vielen anderen Bereichen, z. B. in Technik und Medizin. Wer etwa in Kategorien des früheren Telefons denkt, wird die Welt des Handys nicht für möglich halten. Das Unmögliche von heute ist häufig der selbstverständliche Standard von morgen.</p></blockquote>
<p>Ich denke, dass das geistige Niveau meiner Leser an dieser Stelle um einige Größeneinheiten unterschritten wird. Ich freue mich, dass Herr Malik ab jetzt die doppelte Zeit für die Hälfte des früheren Honorars arbeitet (also zwei Tage arbeiten für einen halben Tagessatz). Aber ich befürchte, dass eine Übertragung dieser genialen Idee an der Wirklichkeit scheitert. Wenn das ein berühmter Managementpapst öffentlich verbreiten läßt, dann ist klar, warum es aktuell so ist, wie es ist.</p>
<p>Bildnachweis: <a target="_blank" href="http://www.flickr.com/photos/fabi_k/" rel="nofollow" >flickr</a></p>
<p>Crosspost von blogpiloten.de</p>
 
	<h4>Verwandte Artikel</h4>
	<ul class="st-related-posts">
	<li>Keine verwandten Artikel</li>
	</ul>

]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.digitalpublic.de/berater-gefasel-in-den-80ern-chaos-heute-komplexitat/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>5</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

