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	<description>&#34;Zur ganzen Wahrheit gehören zwei - einer, der sie sagt und einer, der sie versteht.&#34;            Henry David Thoreau</description>
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		<title>Der eiserne Abhang</title>
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		<pubDate>Wed, 06 Apr 2011 17:15:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vorname Nachname</dc:creator>
				<category><![CDATA[Die Gesellschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Nord]]></category>
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		<category><![CDATA[Zivilisation]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor zwei Jahrzehnten brach der eiserne Vorhang zwischen Ost und West endgültig zusammen. Damit galt und gilt das politische System des Kommunismus als falsifiziert (widerlegt). Abgesehen von einigen Staaten wie Kuba, Vietnam, Nordkorea und China halten nur noch wenige Regierungen der Ideologie des Sozialismus die Stange. Dass gerade im arabischen Raum ein anderer eiserner Widerstand fällt und die Welt sich selbst wiedervereinigt, wird offenbar.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor zwei Jahrzehnten brach der eiserne Vorhang zwischen Ost und West endgültig zusammen. Damit galt und gilt das politische System des Kommunismus als falsifiziert (widerlegt). Abgesehen von einigen Staaten wie Kuba, Vietnam, Nordkorea und China halten nur noch wenige Regierungen der Ideologie des Sozialismus die Stange.</p>
<p>Dass gerade im arabischen Raum ein anderer eiserner Widerstand fällt und die Welt sich selbst wiedervereinigt, wird offenbar. Aber zwischen der Nordhalbkugel und dem Süden gab es und gibt es einen deutlich schärferen Abgrund als bloß politische Systeme: Es ist die Zivilisation selbst, die auf der südlichen Hemisphäre in einem völlig anderem Stadium ist als im Norden. Es geht dabei um Reichtum. Es geht dabei um Kultur. Es ist aber auch eine Dimension traditioneller geographischer Vor- und Nachteile am Werk. Denn der Süden ist reich an Sonne, Bodenschätzen aber arm an Wasser, Industrie und Infrastruktur.</p>
<p>Die Diktatoren haben lange Zeit die Arbeit übernommen, die in Amerika der große Zaun auch nicht zu leisten vermag: Die Armut von den reichen Ländern fern zu halten. Es ist kein Geheimnis, dass die EU unter anderem deswegen gute Miene zum bösen Spiel einiger Potentaten gemacht hatte. Abgesehen von der möglichen oder tatsächlichen nordafrikanischen Finanzierung einiger europäischer Firmen und Machthaber&#8230;</p>
<p>Wenn nun aber der lang erwartete clash of cultures dazu führt, dass es gar nicht zu dem befürchteten Kultur oder Religionskrieg kommt &#8211; sondern schlicht zu einem Boomerang-Effekt des scheinbar liberalen Weltmarkts. Die enorm billigen 1kg-Tüten gefrorenes Hühnerklein, die den afrikanischen Markt überschwemmen und damit jegliche heimische Hühnerzüchter in die Pleite stürzten, haben natürlich Auswirkungen. Wie sonst sollten sich die enorm subventionierten Landwirtschaftsgüter aus der EU in aller Welt verbreiten als auf dem Rücken der Armut lokaler Bauern? Da das Kapital in den letzten Jahrzehnten noch stärker angestiegen ist als die Investitionsmöglichkeiten an der Börse, wälzt sich zusätzlich noch eine Welle an investitionswilligem Kapital durch die Lebensmittelspekulation.</p>
<p>Die Ernte der sogenannten Liberalisierung (wie zynisch, dass man in hoch subventionierten Branchen auch dieses Wort benutzt) wird jetzt eingefahren: Es sind Tausende, die nach Norden wollen. Und dieselben Kräfte, die jahrzehntelang die Politiker mit Phrasen bombardierten bis diese die Regulierungen aubbauten, die wollen nun hohe Hürden erreichten für diese Ernte (Einreise).</p>
<p>Man könnte der Kakophonie der liberalen Gutmenschen nun entgegenrufen, dass sie das Prinzip der korrespondierenden Röhren nicht verstehen. Aber Mechanik hilft wenig beim Verständnis der aktuellen Entwicklungen. Auch der Rückgriff auf Themen wie Religionen oder Traditionen scheint aus der Mottenkiste der Sozialwissenschaftler zu stammen.</p>
<p>Es ist die schreiende Ungerechtigkeit, die viele in den arabischen Ländern zum Aufruhr treibt. Wenn der Luxus und die Freizügigkeit des Nordens von einigen wenigen reichen Familien im eignen Land gelebt wird mit Unterstützung und Billigung durch den moralisch reinweißen Norden, dann wird die Volksseele irgendwann zum Lemming und springt über den Abgrund. Viele Leichen ergeben dann eine Brücke ins gelobte Land des Wachstums und Fortschritts &#8211; und zwar exakt zu einem Zeitpunkt, wo dieser in sich selbst zusammenfällt. An dem &#8220;Hochtechnologieland&#8221; Japan wird einmal mehr klar, woran der ewige Wachstumsgedanke scheitert: an der quartalsgeschädigten Gier und Verantwortungslosigkeit der Leute, die wir als die Crème der arbeitenden Bevölkerung mit extra viel Gehalt ausstatten. Es wird langsam auch klar, warum sie so exorbitante Summen bekommen. Es geht nicht um die Entlohnung von Leistung. Es sind Schweigegelder, die gezahlt werden, damit das Herrschaftswissen niemals beim Souverän ankommt.</p>
<p>Dies ist ein Crosspost von netzpiloten.de.</p>
 
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		<title>Per Handy bezahlen: NFC</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Mar 2011 15:36:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vorname Nachname</dc:creator>
				<category><![CDATA[Der Markt]]></category>
		<category><![CDATA[Bezahlen]]></category>
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		<category><![CDATA[NFC]]></category>
		<category><![CDATA[Payment]]></category>

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		<description><![CDATA[Was ist eigentlich NFC (Near Field Communication) und wie soll das die Welt der Handys revolutionieren?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit vielen Jahren kann man in Afrika mit dem Handy seine Miete  bezahlen, den Deckel bei der örtlichen Kneipe auslösen und sogar Geld an  seine Verwandten verteilen. Da die meisten Afrikaner kein Bankkonto  haben, wurde auf diese Weise der bargeldlose Zahlungsverkehr via  Mobiltelefon eingeführt. Vodafone hatte 2007 mit dem Dienst M-Pesa in  Kenia einen Stein ins Rollen gebracht, der leider nie nach Europa  kullerte, obwohl er es von Tanzania über Äthiopien bis nach Afghanistan  schaffte.</p>
<p>Bereits fünf Jahre zuvor hatten Sony und NXP auf dem lizenzfreien  Frequenzband von 13,56 MHz eine andere Idee realisiert, die Near Field  Communication. Sie soll nun das mobile Bezahlen bei uns ermöglichen. Die  Technologie basiert auf Bluetooth, Smartcard-Chips und den allseits  unbeliebten RFID-Chips, die mittlerweile an jedem Kleidungsstück kleben,  das wir bei den großen Modeketten der Welt erstehen. Um das Ausspähen  der übertragenen Daten zu erschweren, reicht die Übertragung bei NFC  allerdings nur maximal 10 Zentimeter weit. Bei einer Übertragungsrate  von mehr als 400KBit/sec können so Bezahlvorgänge mit einem schnellen  Wischen des Handys oder Smartphones über einen Sender an der Kasse  erledigt werden. Aktuell ist bisher nur das Ticketing, also der Kauf von  Fahrscheinen per NFC realisiert. Im südfranzösischen Nizza hat man mit <a target="_blank" href="http://investincotedazur.com/en/newsletter/nfc-nice-mobile-operators-distribute-one-million-cityzi-nfc-mobiles-in-2011&amp;artid=act9849" target="_blank"><em>Nice Cityzi</em></a><em> </em>das  einzige flächendeckende Großprojekt realisiert. Dort kann man mehrere  Tickets für den öffentlichen Nahverkehr per Mobiltelefon erwerben und  dann sukzessive abfahren. Das Handy ist dabei eine Art RFID-Transponder,  der, an den Kartenautomaten gehalten, den Fahrpreis anzeigt und auch  das Abbuchen vom gespeicherten Betrag auslöst.</p>
<p>Telefone, die keinen eigenen NFC-Chip an Bord haben, könnten in  Zukunft mit erweiterten microSD-Karten mit Mini-Antennen aufgewertet  werden. Auch mit ihnen kann man dann per Handy Beträge aufladen,  abbuchen und Preise anzeigen lassen. Natürlich sind Visa und Mastercard  mit ihm Boot und übernehmen das Verteilen und Verwalten der Beträge, da  diese Technologie ja eigentlich das gesamte bargeldlose Zahlen per  Kreditkarten obsolet machen könnten. So will man früh genug mit im Boot  sitzen&#8230;</p>
<p>Deutschland ist eigentlich schon weiter: Es gibt hierzulande die  berühmten Touchpoints an einigen größeren Bahnhöfen, wo man bei  Fahrtantritt und beim Aussteigen sozusagen auscheckt, also jeweils sein  Mobiltelefon mit NFC-Chip dran hält, aber das System wird nicht  besonders umfassend beworben und es gilt auch nur für einige Strecken (<a target="_blank" href="http://www.touchandtravel.de/site/touchandtravel/de/start.html" target="_blank">touch &amp; travel</a>).  Abgerechnet wird dann monatlich per Kreditkarte. Bei Kontrollen des  Zugpersonals hält man das Handy einfach in die Nähe das Kontrollgeräts  des Schaffners. Aber für den Übergang arbeitet die Bahn jetzt auch mit  QR-Barcodes an den einzelnen Bahnhöfen. So sollen auch aktuell iPhones  in den Genuss des bargeldlosen Ticketkaufs kommen. Aber abgesehen von  den Bodenseefähren in Friedrichshafen und einigen experimentellen  Installationen gibt es in Deutschland keine weiteren NFC-Lösungen.</p>
<p>Das neue Google Nexus S auf der Basis von Samsungs mobilem  Flaggschiff wird einen NFC-Chip eingepflanzt bekommen. So hat Eric  Schmidt von Google auf dem Mobile World Congress (MWC) auch großes  Interesse an dieser Technologie angemeldet, da auf diese Weise endlich  der Kontext von mobiler Werbung und dem Kaufvorgang näher rücke.  Erkennbar ist dies auch daran, dass das neue Android 2.3 die  NFC-Technologie nativ unterstützt.</p>
<p>In Barcelona auf dem MWC verriet die Telekom ihre Zukunftsvorhaben in  Sachen mobiles Telefonieren. Dabei wurde auch deutlich, dass Samsung  und Apple mit dem iPhone 5 auch auf NFC setzen werden. Zum Ein- und  Auschecken in Hotels, Flughäfen und Restaurants via Gowalla, Latitude,  Plazes und Foursquare gesellen sich also bald allerlei Boutiquen und  Läden. Dann wachsen Location-Based-Services und  Kreditkartendienstleister zusammen. Big Brother hätte seine helle  Freude. Ob und wie vodafone daran denkt sein eingeführtes und  erfolreiches M-Pesa-System mit NFC zu verbinden, steht in den Sternen.  Aber es scheint klar, dass alle Mobiltelefone der nächsten Generation  mit NFC-Chips auf den Markt kommen werden.</p>
 
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		<title>Tunesien, Ägypten, Jemen: Globalisierung 2.0</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Feb 2011 08:55:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vorname Nachname</dc:creator>
				<category><![CDATA[Die Gesellschaft]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Experten im Internet erklären alles das, was sie gelernt haben, angesichts der Geschehnisse in Ägypten. Die Systemgläubigen erklären was von Rückkopplungen und Resonanzen, die Medienwissenschaftler wagen einen Blick in die Historie der Kommunikation, die Politiker und Soziologen liefern ihre Feldtheorien ab. Seltsam...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Experten im Internet erklären alles das, was sie gelernt haben, angesichts der Geschehnisse in Ägypten. Die Systemgläubigen erklären was von Rückkopplungen und Resonanzen, die Medienwissenschaftler wagen einen Blick in die Historie der Kommunikation, die Politiker und Soziologen liefern ihre Feldtheorien ab. Seltsam. Vor gar nicht allzu langer Zeit gab es allüberall das globale Wetterphänomen LA NINA in den Expertisen. Da wurde die Hungerkatastrophe 2010 mit einer unheiligen Allianz aus Wetterkapriolen und dem flottierenden schnell wachsenden Kapital erklärt. Denn das Kapital der Reichen und Superreichen ist seit den letzten Jahren immer stärker und schneller gewachsen. Und in seinem stetigen Hunger auf lukrative Investments beteiligen sich jetzt sogar Steffi und Peter vom Nachbarhaus mit schicken Fonds am Boom der wachsenden Reis- und Getreidepreise. Da wurde dann prophezeit, dass es bald zu Unruhen kommen würde in den Ländern, die eine Stufe unter den sogenannten Schwellenländern liegen. Denn wer 2 Dollar am Tag zum Leben hat, der kann sich solche Preise für das Überleben auf Dauer nicht leisten. Dann kam der Schnee und die Hungerprobleme waren passé.</p>
<p>Zum großen Teil befinden sich diese dritte Welt und unsere erste Welt in direkter Nachbarschaft in den Ländern des südlichen und östlichen Mittelmeeres. Vor allem dort, wo der Tourismus die Devisen und den westlichen Lebensstil bringt. In Tunesien waren alle Uhren auf die Moderne gestellt &#8211; an der Küste und in den großen Städten. Dort werden auch die Leute in modernen Berufen ausgebildet. Aber im Hinterland gibt es gar keine Nachfrage nach diesen Arbeitskräften, weil es keine Binnennachfrage für die Produkte und Dienstleistungen gab und gibt, die sie hätten liefern können. Die Familie der ehemaligen Präsidentengattin Leila Ben-Ali hatte ja nicht einfach 1,5 Tonnen Gold ins Ausland geschafft, sondern wie so oft in den Ländern in denen beide Welten aufeinandertreffen, beherrschen nur wenig Clans wie ihre Familie die wenigen lukrativen Geschäfte, die die globalen Konzerne für die Einheimischen übrig lassen. Der Despotismus hat sozusagen eine Menge Mentoren bzw. Mäzene.</p>
<p>Auch in Ägypten (<a target="_blank" href="http://www.guardian.co.uk/world/2011/feb/04/hosni-mubarak-family-fortune" target="_blank">Familie Mubarak</a>) ist das so. Es ist daher im schlechtesten Sinne konsequent und unausweichlich, dass eine derart undurchlässige und ungerechte Verteilung der Milchtöpfe auf wenige Tische viel Repression und Entwürdigung zur Folge hat. Denn es geht ja nicht mehr um Chancen durch Bildung oder Wissen, sondern um Familienzugehörigkeit, also ein feudales Gesellschaftssystem, bei dem die Polizei und das Militär oft die Rolle der Ritterkaste einnimmt. Nur dass die Familienbande der Potentaten ein Stockwerk darüber früher Blut war und heute freies Kapital ist&#8230;</p>
<p>Denn in der obersten Kaste sind die jeweils die globalisierten Konzerne, die aufgrund von multinationaler Einflußnahme durch die Großmächte bis in die kleinsten Regionen einzelner Staaten hinein entscheiden können. Lokal agierende Fürsten werden nur durch die Gnade (und die Militärhilfe dieser Großmächte) überleben. Wer sich gegen dieses Diktat sträubt, wird isoliert und kann das nur bei ausreichend eigenem Manna durchhalten (Iran, Libyen). Der Begriff der Verflechtung der Märkte (und der Datenkanäle) kommt gerne ins Spiel bei der Diskussion der Globalisierung. Dabei wird selten darauf geachtet, wer die Netz geflochten hat. Seien es amerikanische Militärbehörden wie im Fall des Internet oder die East India Company als erster multinationaler Konzern moderner Bauart aka Kolonialismus. Da ist nicht alles schlecht, aber es wird so viel aktiv Gutes für sehr wenige Teilnehmer getan und fast nichts für den Rest.</p>
<p>Der globalisierte Warenhandel stieg zwischen 1950 und dem Jahr 2007 auf das Dreißigfache, während die statistisch dokumentierte Produktion von Gütern sich nur auf das Achtfache vergrößerte. Das Investitionsvolumen stieg im selben Zeitraum von gut 10 Milliarden um mehr als das Hundertfache. Wieso ist es dazu gekommen? Wenige Menschen in allen Ländern der Erde verdienen ihr Geld nicht mit Arbeit sondern durch Investition der ererbten Reichtümer. Durch die enormen Produktivitästeigerungen durch die Mechanisierung, Elektrifizierung und dann die Digitalsierung ist das Vermögen im Verhältnis zu den Löhnen exorbitant angestiegen. Dieser Zuwachs hat dann Grenzen, wenn Ressourcen und neue Märkte fehlen, in die bzw. mit denen die mit Kapital vollgepumpten Firmen expandieren können.</p>
<p>Die Finanzverwalter haben ein großes Interesse am schnellen Wachstum der Branchen, weil sie sowohl an den Krediten, den Investitionen wie auch an den anschwellenden Sparkonten der Arbeiter und Angestellten kräftig verdienen. Seit dem Internet ist das Kapital derart liquide geworden, dass Transaktionen nicht mehr als Investition in Firmen oder Branchen dienen sondern die Transaktionen selbst zu Produkten wurden. Das Karussell drehte sich vor der Finanzkrise so schnell &#8211; und tut es jetzt wieder, dass viele Vermögensverwalter große Mengen Geldes mit realen Werten absichern müssen. Aber die jährliche weltweite Produktion steht in keinem Verhältnis mehr zu den bewegten Summen. Also musste etwas anderes Konkretes her: Rohstoffe und Lebensmittel.</p>
<p>Die Tatsache, dass Mubarak, Ben-Ali und Dutzende andere Potentaten die Märkte ihrer Länder sicherten, hatte zur Kehrseite, dass im Hintergrund die unterste Stelle der postmodernen feudalen Gesellschaftsordnung strukturell zerfetzt wurde. Das moderne Internet als schnellstes Kommunikationsmittel wurde von Menschen genutzt, die darüber nichts Offenes Sagen durften ohne Angst zu haben. Jeder Obstkarren war praktisch Gold wert, da Lebensmittelverkauf immer lukrativer wurde. Und so hatte die Globalisierung nach dem König Midas Prinzip alles in Gold verwandelt &#8211; außer der täglich notwendigen Portion Reis und Brot, außer dem Sich-Aufregen über die Verhältnisse, außer dem Blick auf das Leben der wohlhabenden Urlauber, außer dem einzig verbleibenden Rückzugsgebiet für eine würdevolle Kulturidentität: der Religion. Alles, was einem Menschen noch bleiben könnte, wurde dem Altar der steigenden Kapitalerträge geopfert. Und je reicher die Reichen werden, desto schmaler und abgründiger werden die Wege auf denen überhaupt noch Gewinnspannen für das normale Volk übrig bleiben.</p>
<p>Erst wenn Ihr den letzten Marktplatz in der hintersten Region der Welt mit euren Ertragswünschen unterworfen habt, werdet Ihr feststellen, dass diejenigen, die es erwirtschaften sollen, keine Kraft mehr dazu haben, weil sie ausgequetscht und gedemütigt wurden bis sie ihr letztes kleines Lädchen einem globalisierten System angepasst hatten. Diejenigen, die das Netz zum Heilsbringer ausrufen, haben Recht damit, dass es vielen Menschen eine Stimme gibt. Es gibt aber auch denjenigen eine Struktur, die Kontrolle über die Märkte brauchen. Und an dieser Stelle wurde noch nicht von Teilhabe, Umwelt, Kultur (Pflege) und Gegenseitigkeit (sozial) gesprochen&#8230;</p>
<p>Globalisierung 2.0 ist es nun, wenn die atemberaubend schnelle Vernetzung der Welt, die den Finanmärkten himmlische Gewinne erlaubt, den Menschen in der ersten Welt erlaubt, direkt zuzusehen, auf welchen Beinen ihr Reichtum entsteht. Und diejenigen Journalisten, die das ganze Geschehen fassungslos beobachten, die Gier nach neuen Unruhen kaum noch begfriedigen wollen, die sind die Dummen. Denn sie erklären ihren Lesern nicht, dass das Opferlamm sich erhoben hat. Sie wiegen die Beifall klatschenden Verursacher in Unschuld. Und so kann der Lehrer am Montagmorgen nach der Anne Will Sendung ein paar Tausend Euro seiner Bank übergeben, damit die mal in den lukrativen Rohstoffmärkten mehr Gewinn einfahren als die läppischen 2,5 Prozent vom Festgeldkonto bei der türkischen Bank. Denn jetzt weiß durch das schnelle Internet auch der letzte Bürger bei uns, wie das geht mit dem schnellen Geld und wer die Ferraris, Porsches und Bentleys in Wahrheit erwirtschaftet.</p>
<p>Es ist unvorstellbar, dass die Ägypter trotz Internetabschaltung sich zusammen gefunden haben. Oder war es gerade <a target="_blank" href="http://www.motherboard.tv/2011/2/3/expulsion-and-explosion-how-leaving-the-internet-fueled-our-revolution" target="_blank">deshalb</a>? Oder ist das Thema Web eher Katalysator? Oder gibt es überhaupt noch eine Globalisierungsreaktion trotz oder durch das Web? Oder verstellt das Digitale gerade vielen Leuten den Blick auf das Wesentliche und propfen diese Emanzipationsbewegung einfach mal wieder ihr eigenes Thema auf? So wie die Leute, die gerade ein tolles Buch lesen und bei jedem passenden und unpassenden Thema Thesen daraus zum Besten geben&#8230;</p>
<p>Mohammed Bouazizi, ein 26igjähriger Tunesier verkaufte Obst ohne offizielle Genehmigung, weil er nach seinem Studium keinen anderen Job finden konnte. Als Polizisten sein Obst beschlagnahmten, protestierte er: Er zündete sich eine Woche vor Weihnachten selbst an und verstarb. Aus diesem Anlaß erhob sich die tunesische Revolution &#8211; ohne organisierte Gruppen. Hier könnten nun die klugen Experten etwas über Schwarmintelligenz, das Lieblingsbuzzword des Jahre 2009 schreiben. Aber offenbar hält man in den Kreisen der professionellen Erklärer Emanzipation nicht für eine intelligente Handlung, zumindest nicht so intelligent wie das Verfassen eines gemeinsamen Dokuments oder das Taggen von Artikeln. Es wird Zeit, dass die Kaste der Berater, Erklärer und Journalisten mal ein bißchen Schwarmintelligenz für das eigene Überleben einsetzt. Kann sein, dass sie noch eher an Relevanz verlieren als die Verlage. Wann hat eigentlich ein Qualitätsjournalist für ein Qualitätsmedium in den letzten zwei Jahren über die Zustände in Tunesien, Jemen, Ägypten&#8230; berichtet? Darauf wird der Professor für Qualitätsjournalismus sicher eine Antwort haben &#8211; oder das Leistungsschutzrecht, das ja darauf basiert, dass keiner außer den Qualitästmedien für eine umfassende und gesicherte Meinungsbildung Sorge tragen kann.</p>
<p>Es ist übrigens sehr wohl möglich, dass sich hinter den Kulissen trotz neuer Demokratiebewegungen im Kern gar nichts ändern wird. Es gibt nämlich eine &#8220;Kaste&#8221;, die sehr von demokratischen Verhältnissen profitiert. Der geneigte Leser wird schon wissen, wen ich hier im Auge habe.</p>
<p>Mehr dazu auf dem <a target="_blank" href="http://weltsozialforum.org/" target="_blank">WeltSozialForum</a>.</p>
<p>Dies ist ein Crosspost von <a target="_blank" href="http://www.netzpiloten.de/2011/02/07/agypten-maghreb-globalisierung-2-0/" target="_blank">netzpiloten.de</a>.</p>
 
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		<title>Das Kaffeehaus des 3. Jahrtausends?</title>
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		<pubDate>Fri, 04 Feb 2011 13:00:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vorname Nachname</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das Netz]]></category>

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		<description><![CDATA[Einer vielzitierten Geschichte des Philosphen Habermas nach entstand die moderne Öffentlichkeit in den Caféhäusern des 19. Jahrhunderts. Dort traf sich das Bildungsbürgertum und konnte sich analog dem antiken griechischen Bürgertum eines gewissens Reichtums und der daraus folgenden Muße befleißigen, um in Disputen und Diskussionen aus einer literarischen Kultur eine politische Öffentlichkeit zu entwickeln. Der geneigte Leser erkennt schnell in diesem Gedankengut, dass Habermas keineswegs davon ausging (ausgeht?), dass Öfffentlichkeit eine repräsentative Auswahl an Bevölkerung als notwendige Bedingung braucht...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.digitalpublic.de/wp-content/uploads/2011/02/kaffeehaus.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-2626" title="kaffeehaus" src="http://www.digitalpublic.de/wp-content/uploads/2011/02/kaffeehaus-300x92.jpg" alt="" width="210" height="64" /></a><br />
Einer vielzitierten Geschichte des Philosphen Habermas nach entstand die moderne Öffentlichkeit in den Caféhäusern des 19. Jahrhunderts. Dort traf sich das Bildungsbürgertum und konnte sich analog dem antiken griechischen Bürgertum eines gewissens Reichtums und der daraus folgenden Muße befleißigen, um in Disputen und Diskussionen aus einer literarischen Kultur eine politische Öffentlichkeit zu entwickeln. Der geneigte Leser erkennt schnell in diesem Gedankengut, dass Habermas keineswegs davon ausging (ausgeht?), dass Öfffentlichkeit eine repräsentative Auswahl an Bevölkerung als notwendige Bedingung braucht. In den &#8220;emerging democraties&#8221;, die so wenig Unterstützung in ihrem Freiheitswillen erhalten wie Somalia Beachtung für seine Hungernden, wird das historisierte Modell des wenig lebenserfahrenen Habermas auf den Kopf gestellt. Konnte man dem &#8220;großen&#8221; Philosophen schon früher vorwerfen, dass Öffentlichkeit kein Begriff ist der in einer ständischen Gesellschaft besonders gut zu verankern ist. Da macht sein Hinweis auf die literarischen Quellen der politischen Öffentlichkeit im psychologisierenden Roman sowie der Belletristik überhaupt die ganze Sache auch nicht besser. Er hatte ein Vorhaben, dass er ex ante in die historischen Fakten hinein gelegt hatte: Die Vernunft muss am Werk sein. Denn er ist Rationalist und kann die Öffentlichkeit nur als Ausfluss der Vernunft begründen. Und so musste er die Balken der Historie zurechtbiegen. Ägypten weist noch weiter in eine ganz andere Richtung&#8230;</p>
<p>Würde er aufmerksam die Geschehnisse im Iran, in Tunesien oder in Ägypten beobachten &#8211; soweit es die amerikanischen, britischen und katarischen Sender zulassen &#8211; dann würde er seine Meinung revidieren müssen. Denn dort ist erkennbar, dass Medien wie das Internet oder früher die Flugblätter nur dazu dienen können, eine Zivilgesellschaft zusammenzuführen. Aktivisten schließen sich via Internet zusammen. Und und diesem Fall sind Aktivisten junge Familien, weibliche und männliche Singles, Großväter und Witwen aus allen Schichten. Habermas könnte erkennen, dass die Schergen des Mubarak auf den bestehenden Verhältnissen als etablierter Struktur aufbauen. Sie sitzen in den modernen Teehäusern und disputieren den Verfall der Sitten bis sie aufgerufen werden, sich für &#8220;die gerechte Sache&#8221; einzusetzen. Der Ausdruck der Vernunft liegt &#8211; das verklausulieren viele repräsentative Politiker des Westens in diversen vernünftigen Statements &#8211; in der Stabilität des verhassten Regimes. Dafür reiten sie dann in die Menge wie die apokalyptischen Reiter&#8230;</p>
<p>Es ist erkennbar, dass es keinen herrschaftsfreien Diskurs mehr gibt, wenn die eine &#8220;Hälfte&#8221; der Bevölkerung auf den bestehenden Verhältnissen beharrt und der Rest assoziiert wird mit unruhigen oder gar chaotischen Verhältnissen. Der &#8220;zwanglose Zwang des besseren Arguments&#8221; könnte aber nach Habermas sowieso nur eingelöst werden, wenn es eine äußere Referenz gibt/gäbe, die darüber entscheiden könnte, welche der Ansichten wahrhaft und richtig seien. Habermas behauptet sogar, dass eine Verbreiterung der Öfffentlichkeit eine Schwächung der kritischen Kraft zu Folge habe und die bürgerliche Öffentlichkeit auflöse. Dass können wir aktuell am Beispiel in Ägypten in keiner Weise erkennen.</p>
<p><a target="_blank" href="http://www.geo.de/GEO/kultur/gesellschaft/67165.html" target="_blank">Wael Abbas</a>, Journalist und Blogger, ging für seine kritischen Blogeinträge ins Gefängnis, er gilt in Ägypten als Instanz der Bürgerbewegung. Neben den vielen Diskussionen die überall stattfanden, sind es aber solche Stimmen, die die Massen orientieren. Der Grund liegt in der Übereinstimmung von Wort und Tat. Man nennt das Glaubwürdigkeit. Dafür ist das Internet der beste Lackmus-Test: Jeder kann dort vieles schreiben, aber die Leser erkennen an den Taten, wer welche Absichten mit seinem Tun verfolgt. Die Politische Öffentlichkeit entsteht aktuell also nicht im herrschaftsfreien Diskurs unter der Knute des Konsens. Sie versammelt sich rund um glaubwürdige Personen und formiert eigene Ideen rund Leute, die diese besonders nachvollziehbar leben. Das ist keine literarische Quelle (1:n), die sich in Urteilen schult. Hier darf und soll jeder egalitär seine Ideen erzählen, vorleben und von anderen überprüfen lassen. Die Gemeinsamkeiten liegen schon vor jeder Diskussionen offen und unversöhnlich auf dem Tisch des Hauses: Beharrung im Bestehenden oder tabula rasa für neue Konzepte, die sich erst im Laufe der Zeit und der Gedanken- und Meinungsfreiheit kristallisieren. Insofern entsteht politische Öffentlichkeit erst dann, wenn der Wandel der Werte neue Institutionen schaffen darf und soll.</p>
<p>Es ist übrigens kein Zeichen von Demokratienähe, wenn aufgrund möglicher geopolitischer Unwägbarkeiten eine Bürgerbewegung distanziert betrachtet wird, während ihr Gegenüber trotz jahrelanger Folter offen die Sympathien gewählter Volksvertreter entgegen nimmt. So ein Verhalten ist wahrscheinlich sogar ein Grund, Politiker aus dem Kreis überzeugter Demokraten auszuschließen und sie in eine neue Kategorie einzureihen, die ich mal in Anlehnung an Habermas Konsensdemokraten nennen will. Das Tier, dass an dieser Stelle wohnen könnte, wäre mit dem Begriffsfeld Globalisierung von Bürgerbewegungen als Vorstufe einer Demokratie sicher nicht unzufrieden. Die Begleitung solcher Bewegungen könnte dann gemeinsam mit der Arabischen Liga, der EU, NAFTA und den BRIC-Staaten passieren&#8230;</p>
<p>Crosspost von <a target="_blank" href="http://www.netzpiloten.de" target="_blank">netzpiloten.de</a><br />
Photo von <a target="_blank" href="http://www.morguefile.com/creative/hotblack">hotblack</a></p>
 
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		<title>Verlage: Erfolg im Web?</title>
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		<pubDate>Wed, 19 Jan 2011 10:58:52 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>In dem facebook-Film The Social Network verlässt Mark Zuckerbergs Freundin ihn mit den folgenden Worten:</p>
<blockquote><p>    “You are probably going to be a very successful computer person. But you’re going to go through life thinking that girls don’t like you because you’re a nerd. And I want you to know, from the bottom of my heart, that won’t be true. It’ll be because you’re an asshole.”</p></blockquote>
<p>Jeder der schon mal in einer Firma gearbeitet hat, die etwas größer ist, der hat eine Erfahrung gemacht: Viele Menschen setzen jeden Morgen eine grüne Maske auf und starten in den Tag mit dem Vorhaben, mindestens einen Schritt in Richtung Chefposition zu machen. Manche gründen eigene Firmen mit viel Herzblut und/oder dem festen Willen der intensiven Ausbeutung eigener und anderer Ressourcen, andere erklimmen die Karriereleiter langsam und mit viel Gehorsam und Geduld im Rucksack. Nicht selten erkennen sie nicht, dass eine gehörige Portion Glück nötig ist für den steilen Weg zum Arschloch. Es gibt auch welche, die dieselben Ziele erreichen, ohne so zu werden. Präziser müsste man sagen, sie waren nie so und wurden es auch nicht durch den Ehrgeiz. Das mag mehrere Gründe haben. Die Startbedingungen sind oft sehr unterschiedlich. Der Hass und der Neid auf andere ist bei den Menschen verschieden ausgeprägt. Aber am wichtigsten ist die prognostische Fähigkeit und der Glaube an sich selbst.</p>
<p>Mancher erinnert sich an den Springer-Chef Döpfner, der sich vor Steve Jobs verbeugte, weil er glauben wollte, dass das iPad den Verlagen die schwere Arbeit abnehmen würde, im Web lukrative Geschäftsmodelle zu entwickeln. Aber das klappte nicht. Einzig facebook ist aktuell in der Lage, Google ein wenig vom Werbekuchen abzuluchsen &#8211; auch in den USA haben einige ihre Hausaufgaben gemacht und verdienen Geld im Web. Mit Blick auf Spiegel Online und bild.de erkennen die Verlage hier, dass es wie immer um Reichweite gehen muss. Den Rest will man mit Apps bei Apple verdienen. Nur verdient einzig Apple in der Apple-Welt. Die Verlage könnten also merken, dass es nicht so schlau ist, jede einzelne Website als App zu verkaufen; es sei denn man hätte einen großen Brand, gutes Design, preisgekrönte User Interfaces und findige Marketingleute. Es dämmert die Idee, dass die &#8220;doofen Open Source Freaks&#8221; mit dem Begriff &#8220;closed world&#8221; irgendwie den Nerv getroffen hatten. Konsequenzen hat diese Vorstufe einer Erkenntnis nicht&#8230;</p>
<p>Denn wer sich in Deutschland bei Verlagen umsieht, der bekommt die Kehrseite der Arschloch-Karrriereleiter zu spüren. Die Entscheider entscheiden nur, was die Altvorderen in der Geschäftsleitung und im Aufsichtsrat gut finden würden (Zeitungsseiten hinter Glas). Auf diese Weise kommen Zeitungen mehr oder weniger 1:1 ins Web und der Rest ist MeToo. Man setzt mal eine Community auf mit einem teuren Tool, lädt dort ein paar Werkstudenten ab und stellt nach 5 Monaten fest, dass die Reichweite nicht für die Anzeigenleitung reicht. Also wird alles wieder abgewickelt. Erinnert sich noch jemand an nachrichten.de? Nein.</p>
<p>Das Heil wird auch nicht eintreten, wenn man den selbst ernannten Experten glauben schenkt, denen auch nichts Besseres einfällt als bisher unbekannte Ideen aus den Staaten zu platzieren in der Hoffnung, dass sie nicht in den nächsten 6 Monaten bei carta oder netzwertig aufpoppen und die fehlende Kreativität offenbaren.</p>
<p>Aber die Einfallslosigkeit ist das Symptom des Erfolges in deutschen Firmen. Wer selber denkt, wird still und leise oder öffentlich demontiert. Nach einigen Jahren der Firmenzugehörigkeit hat sich jeder und jede das vorschnelle Brainstorming abgewöhnt. Man schweigt und lässt andere, neue Kollegen &#8220;sich blamieren&#8221;. Genauso wird man einen konservativen Markt jahrzehntelang beherrschen: durch Ausbremsen. Aber das Web ist kein konservativer Markt. Der Leser bedenke, wie lange es dauerte, bis Google den Riesen Yahoo zu einem iMännchen degradierte. </p>
<p>Crosspost von <a target="_blank" href="http://www.netzpiloten.de/2011/01/17/hin-und-her-gebufft/">netzpiloten.de</a></p>
 
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