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	<description>&#34;Si latet ars, prodest&#34; Ovid</description>
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		<title>Dementia Gelernterensis</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Mar 2010 23:30:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jörg Wittkewitz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das Netz]]></category>
		<category><![CDATA[Die Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Die Medien]]></category>

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		<description><![CDATA[Da schau her, eben noch als Counterpart zu Schirrmachers Thesen auf der DLD im Panel “informavore”, heute schon assimiliert in der FAZ bzw. der FAS, der Boulevardausgabe der Frankfurter. Die Verdauung der Ansichten scheint eher einem Schlingen denn genüßlichem Kauen zu ähneln. Worum geht es? In seinem Buch versuchte Schirrmacher das Verhältnis des Menschen zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a target="_blank" href="http://www.digitalpublic.de/wp-content/uploads/2010/03/orange-blue.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-2469" title="orange-blue" src="http://www.digitalpublic.de/wp-content/uploads/2010/03/orange-blue.jpg" alt="" width="300" height="286" /></a>Da schau her, eben noch als Counterpart zu Schirrmachers Thesen auf der <a title="Link zu informavore" href="http://video.dld-conference.com/watch/i21RPVZ?t=dld10,panels&amp;gal=sessions" target="_blank">DLD im Panel “informavore”</a>, heute schon assimiliert in der <a target="_blank" title="Link FAZ online" href="http://www.faz.net/s/RubCEB3712D41B64C3094E31BDC1446D18E/Doc%7EE6B1279A5BE2645E2905CCC58CC63E9F1%7EATpl%7EEcommon%7EScontent.html?rss_googlenews" target="_blank">FAZ</a> bzw. der FAS, der Boulevardausgabe der Frankfurter. Die Verdauung der Ansichten scheint eher einem Schlingen denn genüßlichem Kauen zu ähneln. Worum geht es? In seinem Buch versuchte Schirrmacher das Verhältnis des Menschen zu den digitalisierbaren Informationen, die aus ihm entweichen und in ihn eindringen, zu dokumentieren. Er fokussiert dabei auf die Organisation dieser Informationen, die sich seit Jahr und Tag die Informatiker quasi per Berufsbezeichnung auf die Fahnen geschreiben haben. Schirrmacher folgt ihnen darin und erweitert dieses Feld auf das Internet als Marktplatz und Informationsmaschinengewehr. Im Grunde fordert er einen Waffenschein für diese automatischen Buchstabenwaffen und stößt dabei oft auf Zustimmung manchmal aber auch auf Ablehnung.<br />
<br/><br />
Nun, Schutz der Privatsphäre ist für das Informations- und Wissenszeitalter, was Umweltschutz für das Industriezeitalter war. Es stört die Firmen beim Ausbeuten der (fast) kostenfreien Ressourcen, die zur Verfügung stehen. Es müsste sowohl Gelernter als auch Schirrmacher klar sein, dass allein die Wissenschaft täglich ganze Fantastillionen Informationseinheiten mehr produziert als gespeichert werden – die Naturwissenschaften mit ihren massiven Messapparaten sind an dieser Flut von Daten, die täglich ins Nirwana gekippt werden, nicht ganz unschuldig. Wer entscheidet also, welche Daten es wert sind, aufgehoben zu werden? Algorithmen? Wohl kaum.</p>
<blockquote><p>Wenn dies das Informationszeitalter ist, worüber sind wir dann so gut informiert? Was wissen unsere Kinder, das unsere Eltern nicht wussten? Natürlich wissen sie mit ihren Computern umzugehen, aber das ist eine leichte Übung etwa im Vergleich damit, Auto zu fahren.    <em>David Gelernter</em></p></blockquote>
<p>Diese Frage beinhaltet denselben Kategorienfehler, dem auch schon Schirrmacher erlegen ist. Es geht um ethische und ästhetische Fragen wie “gute” oder “erhabene” Datenakkumulation als Mehrwert einer Technologieplattform namens Internet. Sie glauben beide, dass das Netz den Überschuß produziere und dazu sei laut Schirrmacher so etwas wie Aufmerksamkeit das agens. Dabei war der Computer das Hilfsmittel, dass man erfand, um den enormen Anstieg an Daten, der durch die Arbeitsteilung in der Industrie entstand (Planung und Verwaltung der Ressourcen) irgendwie zu bändigen, ohne mehr Verwaltungsangestellte als Produktionsmitarbeiter zu haben. Dann folgte die Inflation der Physikdaten in den Experimenten durch neue Messgeräte, die ihrerseits wieder durch Speichermaschinen, die aus der Geschäftswelt kamen, beherrscht wurden.<br />
<br/><br />
Das Neue am Internet ist also vielmehr die Tatsache, dass man den Computer nicht einfach nutzt, um Datenberge abzuspeichern und per Datenbank zu katalogisieren, sondern man nutzt mit dem Web den PC als Mittel, eigene Daten aus dem persönlichen Umfeld ins Netz und damit der Welt zur Verfügung zu stellen. Man schreibt selbst und teilt es umgehend allen mit, die es mitlesen wollen. Diese kommunkative Seite wird weder bei Gelernter noch bei Schirrmacher als Chance gesehen, sondern als Informationsflut zweiter Ordnung, weil sie ja keinen offiziellen Grund hat. Man kann also nicht wie beim Large Hadron Collider in der Schweiz täglich Petabyte an Daten in der Orkus schicken, weil keiner einen Überblick hat, was alles an Daten entsteht – außer Google und Microsoft/Yahoo Bing.<br />
<br/><br />
Es schwingt also immer ein leichtes Unbehagen am Kontrollverlust mit, wenn man solche intellektuell gemeinten Texte über das Netz und das Informationszeitalter liest. Sie erklären nicht, warum die Gefahren des Internet so breit verteilt sind und gleichzeitig die Gewinne so derart stark konzentriert werden.</p>
<p>Und so verfährt auch Gelernter in dem alten Schema des Oberlehrers, dass wir via Textverarbeitung mehr schreiben aber nicht besser. Auf den ersten Blick fällt auf, dass hinter diesem Allgemeinplatz entweder eine sehr dumme Erwartungshaltung steht (fahre ich mit dem neuen Auto besser?) oder aber eine grundsätzliche Angst einfach nur eine Rationalisierung gefunden hat (Alle fahren so neue Autos – ob die wirklich besser sind als mein altes, die haben doch auch nur 4 Reifen und ein Lenkrad?). Übrigens glaube ich nicht, dass Textverarbeitungen dazu geführt haben, dass wir mehr schreiben (Belege fehlen). Wenn überhaupt, lag das an der Einführung von E-Mail als schnellem und unkompliziertem Postwesen.<br />
<br/><br />
Und dann wird der Kategorienfehler von Schirrmacher und Gelernter offen angesprochen:</p>
<blockquote><p>Aber es war immer schon schwieriger, die passende Person zu finden als die passende Tatsache. Die wertvollste Ressource, die im Internet zur Verfügung steht, ist die Erfahrung und das Wissen von Menschen. Selbst heute, wo uns das Schreiben leicht gemacht wird, wissen die Experten so viel mehr, als sie jemals schriftlich festhalten.<em> David Gelernter</em></p></blockquote>
<p>Ich erinnere mich noch an den unseligen Titel einer brandeins Ausgabe zum Thema Wissen (Wissen ist der erste Rohstoff, der sich bei Gebrauch vermehrt). Wissen oder gar Erfahrung sind keine Ressourcen. Letztere werden in Einheiten eingekauft, gelagert und dann dem Wertschöpfungsprozess zugeführt, wo sie unter Anwendung von manueller oder geistiger Arbeit zu einem Produkt veredelt werden. Genau dieses Veredeln der Ressourcen ist unter anderem im handwerklichen Geschick, im Wissen selbst und in der Erfahrung begründet. Im Internet aber steht davon nichts. Das Wissen entsteht im Menschen aktuell und individuell angesichts von Herausforderungen, Gelerntem und Erinnertem. Wer Wissen speichern will kann das tun: Er muss einfach nur Feuer kochen und Fische anhalten können. Wenn man das beherrscht kann man sich an höhere Aufgaben wie das Hören hören oder das Denken denken machen. Erst dann kann man versuchen individuelle und einmalige Zustände, die nur in der Zeit stattfinden, aus ihr heraus zu lösen und in einer weiteren Komplexitätsstufe, diese dann in einem universalen Medium zu speichern.<br />
<br/><br />
Das Internet ist voller gesammelter Daten, die eine Beobachtung dokumentieren und voller Meinungen der Nutzer. Google war nach Kenneth Culkier (s.u. das Interview vom economist) die erste Firma, die aus den Daten über die Datennutzung (Logdaten der Suchvorgänge) und mittels einer Mustererkennung über diese Suchgewohnheiten neue Einsichten erreichten. Culkier nennt das Beispiel der Falschschreibungen bei der Sucheingabe, die über die Zeit eine enorme gute Fehlerkorrektur ermöglichte, sodass man auf dieser Basis die bestmögliche Rechtschreibkorrektur für Dutzende Sprachen verkaufen könnte. Oder das Loggen der Seiten, die man aufgrund eines bestimmten Suchbegriffs aufsucht bzw. eben nicht aufsucht. All dies ist eine Information zweiter Ordnung, die vorher nicht möglich war, da Firmen und Nutzer das Verhalten der Menschen beim Umgang mit Dokumenten und enthaltenen Informationen nicht speichern wollten oder konnten – außer Firmen, die schon immer alles über ihre Kunden wussten wie Direktvertrieb oder der Versandhandel, der aber selten und nur extensiv Gebrauch davon machte und nicht ein ganzes Geschäftsmodell darauf aufbaute. Kurz: Google ist seine eigene Marktforschung ohne Probanden – dafür mit dem echten Leben und in direkter Abbildung aller aktuellen Trends. Klar, das Verlage so ein Herrschaftwissen verachten, es basiert nicht auf copytests sondern auf dem echten Verhalten echter Kunden.<br />
<br/><br />
Gelernter erkennt auf eine ebenso falsche wie einseitige Weise die Informationsflut. Er nutzt das übliche Modell aus der Nachrichten/Informationstheorie, das eigentlich den ganz jungen Studenten und Elektrikerazubis den Strom erklären soll, der von der Quelle zum Ozean fließt. So erklärt man den Unterschied zwischen Spannung und Stromstärke durch Rohre aus denen Wasser schießt, wobei dann die Stärke, die maximale Menge des Wassers ist, das pro Sekunde durch einen Teil des Rohrs fließt, also sozusagen der Rohrdurchmesser, und die Spannung enspricht dann dem Gefälle.<br />
Wenn man nun bei Information oder gar Wissen von Quellen und Mündungen spricht, muss man das Bild zu Ende führen. Dann wären die Konsumenten und Leser aber genau das, was man als Verwässerungseffekt bezeichnen könnte. Denn im Ozean verdünnt sich die Information recht schnell, genau wie irgendwelche Dinge, die man in einen Bach kippt. Das von Schirrmacher so ausführlich beschriebene Syndrom der Informationsflut und der einhergehenden Übermacht an Aufmerksamkeitsräubern wäre auf diese Weise nicht erklärbar. Tatsächlich ist das Bild also irreführend. Denn jede Information verändert nur dann den Menschen, wenn sie eine Differenz darstellt. Was keinen ausreichend großen Unterschied ausmacht, ist auch keine Information und wird als solche einfach nicht erkennt bzw. verarbeitet. Und die erhöhte Schlagzahl an Mitteilungen per twitter, Blogs oder Kommentare ist einfach nur ein Zeichen der breiteren Teilhabe an öffentlich geführten Gespräche, die aber zum geringsten Teil für die Öffentlichkeit bestimmt sind. Oft sind sie so privat, dass sie nur von wenigen überhaupt als Differenz erkannt und eingeordnet werden können.<br />
<br/><br />
Maschinentheoretiker und die Adepten der mechanisierten Welt bezeichnen diese Indifferenz als Rauschen. Offenbar ist ihnen nicht klar, dass Relevanz ein Dreisprung aus persönlicher Geschichte, persönlicher Erwartung und dem externen Angebot darstellt. Die Flut ist also nur für den eine Flut, der alle im Netz verteilte Information in einer Hyperneurose auf sich selbst bezieht. Dies ist wahrlich krankhaftes Verhalten. Aber die Ursache liegt weder im Netz, noch bei Google oder anderen Beteiligten im großen Prozess des ewigen Umherschaufelns von Information. Und dann kommt noch mehr Naivität oder gar fahrlässiger Unsinn ins Spiel:</p>
<blockquote><p>Virtuelle Universitäten sind eine gute Sache, virtuelle Nationen nicht. Virtuelle Nationen, deren Angehörige irgendwo leben können, solange sie übers Internet miteinander verbunden sind, drohen die Menschheit wie eine Glaskugel in tausend tödliche Splitter zu zerbrechen. Von virtuellen Nationen haben wir bereits eine erste Vorstellung bekommen: Al Qaida hat sie uns vermittelt. <em>David Gelernter</em></p></blockquote>
<p>Was für ein Unsinn ist das? Es gibt Lesungen und Seminare, die als Kommunikationsmittel und gemeinsame Plattform des mündlichen und schriftlichen Erarbeitens das Web in derselben Weise nutzen wie die mittlerweile völlig überfüllten Hörsäle mit der Ergänzung einer speicherbaren Kommunikation. Man kann so thematisch und in einem überschaubaren Kreis ein Seminar effektiv und übersichtlich zu einem Ende bringen, wobei offline-Treffen eigentlich unabdingbar sind. Auch Videokonferenzen sind nicht das Allheimittel für nonverbales Einschätzen und Kennenlernen. Es gibt also nur virtuelle Seminare, die sogenannten virtuellen Unis haben sehr wohl manifeste Verwaltungen und normale Einstellungsgespräche oder Inkassoverfahren für das Eintreiben der Gebühren. Es ist also sehr wohl möglich, die Elemente der demokratischen Organisation von Bürgerbeteiligung aus den Parteien in bestimmte Onlineverfahren zu überführen. Dadurch werden die Ministerien und Botschaften nicht obsolet oder gar 100% virtuell. Gelernter verwechselt hier die Kontakt- und Austauschplattform mit den Institutionen. Al Qaida hat ohne lokale Institutionen vor Ort wie Finanzverwalter, lokale Organisatoren und Meetings gar keine Chance zu existieren. Das Netz ist nur einer der Wege um gemeinsames Handeln zu koordinieren. Früher hatte man eben nur die gseprochene Sprache per Funk oder Telefon sowie die langsamen Briefe, heute findet alles in einer Plattform statt und heißt Kollaboration. Der französische Widerstand im zweiten Weltkrieg ist genauso Schuld an Al Qiada wie das Web. Dezentrale Strukturen sind eben den zentralisierten überlegen, das war schon vor dem Siegeszug des Web klar. Diese Dinge zu vermischen ist schlicht einfältig.<br />
<br/><br />
Und kaum hat Gelernter diesen Aspekt des Web, also den Austausch von Meinungen zu einem gemeinsamen Handeln kurz gestreift, wendet er sich wieder der Speicherebene zu und singt eine Hohelied auf die Wolke (Cloud) als tollstem aller Speicherverfahren. Er kennt offenbar nicht die Problematik, dass bei virtuellen Maschinen der Datenaustausch nicht mehr über das Netzwerk läuft (das überwacht wird) sondern direkt vom virtualisierten Webserver auf die virtualisierte Datenbank stattfindet und daher nur mit sehr wenigen Anbietern überhaupt absicherbar und kontrollierbar ist. Denn und das schreibt Gelernter auch nicht, das Mitloggen jedes  Zugriffs auf eine Datenbank kann sich außer Google keiner leisten. Die Firmen verbieten den Datenbankherstellern sogar diese Sicherheitsmaßnahme, da sie die Datenbanken extrem langsam macht. Die Probleme liegen also keineswegs in einem virtuosen Können der Informatiker sondern viel eher in deren bescheidenen Künsten bzw. den Sachzwängen der Fachabteilungen.<br/><br />
Und dann stößt Gelernter im FAZ-Text wieder in das Horn des Informationsflusses (Quelle-Mündung)</p>
<blockquote><p>Alle diese Ströme oder Flüsse sind Spezialfälle jener digitalen Struktur, die wir Mitte der 1990er Jahre als „Lebensstrom“ bezeichneten: ein Strom von digitalen Dokumenten jeglicher Art, die nach ihrer Erstellungszeit oder nach ihrem Eingang sortiert sind und sich in Echtzeit verändern; ein Strom, den man durchsuchen oder „fokussieren“ kann. <em>David Gelernter</em></p></blockquote>
<p>Das Kategorisieren anhand der Zeitleiste funktionierte schon bei E-Mails als probates Mittel der Ordnung – auch und gerade mit Filterbegriffen, die eine thematische Ordnung oder ein Trennen von privatem und beruflichem erlauben. Warum soll das also im modernen Echtzeitweb anders sein. Waren E-Mails nicht Echtzeit? Das Thema ist doch eher, das das alte Echtzeitweb nur an einen oder einige Empfänger gerichtet war und moderne Tools, wie twitter, tumblr oder posterous viele Leute und viele Meinungen untereinander vernetzen ohne Ansicht der starken oder schwachen Bindungen die sie haben könnten. In den sozialen Netzwerken sind die Statusmeldungen ja nicht monopolisiert.<br />
<br/><br />
Das Bild des Stroms der Informationen mithilfe des Organisationsprinzips der Chronologie reduziert das Web. Gelernter mißachtet offenbar Kairos als andere Seite des Zeitbegriffs – was aus Sicht der Strommetapher verständlich ist. Aber auch wenn man nur Chronos χρόνος beachtet, dann zeigt uns dieser alte griechische<br />
Mythos, dass es hier um den Lebenslauf geht, also den Ablauf eines Menschenlebens – darin schwingt unweigerlich auch die Vergänglichkeit mit. Genau das aber ist im supranaturalen Gedächtnis Internet zum Teil außer Kraft. Anders ist es bei dem Begriff, ohne den Chronos keinen wahren Sinn macht: Kairos. Er ist der Begriff für den rechten Moment – neudeutsch Timing. Hier könnte man dann an Immanuel <a target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Immanuel_Wallerstein">Wallersteins</a> unthinking social science anknüpfen, wenn einer der Herren Experten der modernen Soziologie mächtig wäre. Man könnte dann die Dependenztheorie Wallersteins auf das Web anwenden und daraus neue Erkenntnisse schöpfen für eine Relevanzdebatte oder das Thema Wissen und Web.<br />
<br/><br />
So erhält man bei den Protagonisten der aktuellen Debatte den Eindruck, das unfertige Gedanken ohne klare Abgrenzung zu Gemeinplätzen mit quasiwissenschaftlichen Erkenntnissen vermengt werden um persönliche Antipathien oder Sympathien zu rationalisieren. Das ist schick aus Sicht des Herausgebers einer Zeitung aber weitgehend ohne Belang für einen öffentlichen oder ernsthaften Diskurs über das eigentliche Thema: Emanzipation des menschlichen Verstandes und der Vernunft mit anderen im öffentlichen Raum, damit das Zusammenleben friedlicher, sinnvoller oder gar freundlicher gestaltet werden kann.<br />
<br/><br />
Aber zum Schluß erkennt auch Gelernter, dass das Netz nur ein Vehikel ist. Ein Glück. Man möchte ihm und Schirrmacher zurufen: “Die Landkarte ist nicht das Gelände.” So sagt es der Erfinder der Allgemeinen Semantik Graf Alfred Władysław Augustyn Korzybski in seinem lesenwerten Werk <em>Science and Sanity</em>.<br />
<br/><br />
Bildnachweis: unter Verwendung eines Fotos von <a target="_blank" title="Link zu alvimann" href="http://www.morguefile.com/creative/alvimann" target="_blank">alvimann</a><br />
<br/><br />
Dieser Blogpost erschien zuerst bei blogpiloten.de (crosspost)</p>
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		<title>Gedanken zu social media</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Mar 2010 01:00:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jörg Wittkewitz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das Netz]]></category>
		<category><![CDATA[Enterprise 2.0]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer den Begriff “social media” schon mal gehört hat, der wird ein ähnliches Gefühl dabei entwickelt haben wie bei “proaktiv”, “außerhäusig” oder “zeitnah”. Man hat den Eindruck, dass alle es benutzen, aber im Grunde führen diese Begriffe keine neuen Bedeutungen in die Sprache ein. Man empfindet dahinter keine Innovation wie etwa hinter “Regensensor”, “Navi” oder [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.digitalpublic.de/wp-content/uploads/2010/03/msquanna.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-2463" title="msquanna" src="http://www.digitalpublic.de/wp-content/uploads/2010/03/msquanna-300x286.jpg" alt="" width="300" height="286" /></a>Wer den Begriff “social media” schon mal gehört hat, der wird ein ähnliches Gefühl dabei entwickelt haben wie bei “proaktiv”, “außerhäusig” oder “zeitnah”. Man hat den Eindruck, dass alle es benutzen, aber im Grunde führen diese Begriffe keine neuen Bedeutungen in die Sprache ein. Man empfindet dahinter keine Innovation wie etwa hinter “Regensensor”, “Navi” oder gar “Euro”. Die Gründe für das leichte Unbehagen mit solchen Modewörtern ohne erkennbaren Sinnzugewinn liegen tiefer. Die Artikel, die sich über Social Media Berater lustig machen sind mittlerweile Legion und enthüllen eigentlich nicht mehr als das Loch, dass die Leere der Massenmedien in postmodernen Zeiten hinterlassen haben.</p>
<p>War früher noch das Fernsehen als elektrische Oma für Hausfrau, Kind und Hund zu gebrauchen und das Radio ständiger Begleiter auf den täglichen Arbeitswegen, ist seit dem Einzug des Internet alles anders. Saß früher der “King of Remote” noch zwischen Chips, Bier und pupsendem Hund vor der Glotze und konnte jederzeit herannahende spannende Fernsehabende mit einem Klick zunichte machen, ist der Mensch vor seiner Tastatur Herrscher über 6712 Kanäle und 8723 Zeitungen im Web. Und was noch besser ist: Die postmoderne Fernbedienung namens Tastatur hat nicht nur Programmtasten und eine Lautstärkewahl. Sie hat Schraubenzieher, Zange und Säge für den Heimwerker in Dir und Mir.</p>
<p>Und so heimwerken wir uns unsere eigenen Zeitungen, Comics, Talkshows, Testmagazine, Strickseiten und Ratgebermagazine für gelungenes Kerzenziehen, vollendetes Weinöffnen oder die aufrechte Katzenpflege.<br />
Als die Internetblase vor 10 Jahren zum ersten Mal platzte, hatten alle Unkenrufer gegen das digitale Brimborium plötzlich eine Figur wie der Terminator persönlich. Sie hatten recht, das Webdings war Blödsinn. Das war herrlich für diejenigen, die gemerkt hatten, dass man sich im Web ungezwungen eine eigene Welt mit eigenen globalen Freunden und Bewunderern zusammenbauen konnte, ohne dafür Unsummen auszugeben oder sich fragwürdige Marotten wie ein Guru anzueignen.</p>
<p>Diese normalen Menschen mit einem Tick messianischem Sendungsbewußtsein entwickelten die kruden Werkzeuge der Softwarewelt zu halbwegs bedienbaren nutzerfreundlichen Publikations- und Diskussionsplattformen. Themen gab und gibt es genug, wenn die Sprache weit verbreitet ist. Und so findet sich zu allerlei Krimskrams, der Menschen interessieren könnte, immer auch eine Website, ein Beitrag oder ein Diskussionsstrang in einem Online-Forum.<br />
Damit spiegelt diese Buchstabenflut im Grunde das große Spektrum all der Diskussionen und Meinungen, die Menschen haben, die lesen und schreiben können und einen Zugang zum Web haben. Das ist aber nicht unbedingt die Mehrheit der Menschheit.</p>
<p>Was aber ist das Besondere an social media? Im Prinzip wendet sich ein Massenmedium von einer Institution an viele Zuhörer oder Zuschauer. Das Verhältnis ist also eins zu Vielen, was im formalen Jargon als 1:n beschrieben wird. Wenn diese Medien interaktiv sind mit dem berühmten TED aus dem ZDF, dann gibt es ein n:1 Verhältnis. Ein Gespräch zwischen Nachbarn wäre dann logischerweise 1:1. Im Bereich social media nun wird in einem geflügelten Wort der Konsument (Zuschauer) gleichzeitig immer auch per Kommentar oder eigenem Blog oder via Youtube-Video auch zum Produzenten und Sender einer Botschaft (n:n).</p>
<p>In der Theorie klingt das ganz einleuchtend. Aber Medien senden ja nicht einfach mal eine Sendung nach Belieben. Sie haben einen Sendeplan, ein Programm, viele Sendeplätze. Die Zuschauer haben sich daran gewöhnt, dass es um 20 Uhr die Tagesschau gibt. Und bei social media?</p>
<p>Ja, und genau hier beginnt die Arbeit der vielgeschmähten social-media-Berater: Denn wer mal ein Blog anfängt und nach änfänglicher Durststrecke merkt, dass ihm oder ihr Leser folgen, der bekommt nach ein paar Monaten eine Sinnkrise. Warum tue ich das? Stundenlang sitze ich vor dem Rechner, um für nichts und wieder nichts Texte ins Nichts zu senden.<br />
Wenn Firmen ihre Kommunikation mit den Kunden umstellen wollen, dann müssen sie aufhören, Rundfunksender (1:n) zu spielen. Sie sollten sich darauf einlassen, dass in einer Firma viele Meinungen zu einem Thema herrschen. Das muss erstmal intern gelernt werden. Da sind Akzeptanz und eine gewisse Streitkultur nur die einfachste Übung. Denn n:n bedeutet auch, dass niedere Elemente in einer Hierarchie plötzlich eine klare und anerkannte Meinung sehr präzise formulieren vor den Augen aller. Im Umkehrschluß kann es passieren, dass ein gewichtiges Mitglied der Geschäftsleitung eine ähnliche Glanzleistung hinlegt wie unser neuer Europa-Kommissar Oettinger neulich im besten Kinderenglisch – und das schriftlich dokumentiert vor aller Augen und Ohren!</p>
<p>Man begegnet in den Firmen etwas, dass man Transparenz und Öffentlichkeit nennt. Die ganz Mutigen wagen diesen Schritt sogar nach außen. Wer jahrelang nur mittels Gehorsam und Geduld seine Karriere aufbaute, wird geschockt sein. Der geneigte Leser wird mir glauben, dass man sehr viel therapeutisches Feingefühl braucht, um die Herren und Damen aus dem Himmel der Hierarchie, in die sich viele unsichere Persönlichkeiten gerettet haben, auf den Boden eines offenen Dialogs zu holen. Software und Webanwendungen sind bei dieser Aufgabe das allerletzte Glied einer Kette, die man mit Neuorganisationen nur sehr vage angedeutet hat. Das Anwenden von Plattformen in denen jeder die belanglosesten Dinge des Alltags seinen Freunden mitteilt, ist ein mutiges Unternehmen. Oft sind Firmen in mehr oder weniger privaten Räumen der Freundschaft wie bei facebook oder twitter alles andere als willkommen. Es jeden Tag Hunderte Gelegenheiten, sich peinlichst die Kommunikationsfinger zu verbrennen und alle machen reichlich Gebrauch davon – ob mit oder ohne Berater. Nur wer Persönlichkeit und eine Stimme hat, kann gewinnen oder verlieren, alle anderen verschmelzen im Rauschen der Kakophonie.</p>
<p>Andrew Keen schreibt in seinem Buch “Cult of the Amateur:</p>
<blockquote><p>“Out of this anarchy, it suddenly became clear that what was governing the infinite monkeys now inputting away on the Internet was the law of digital Darwinism, the survival of the loudest and most opinionated. Under these rules, the only way to intellectually prevail is by infinite filibustering.”</p></blockquote>
<p>Und hier hat Keen unbewußt das auf social media bezogen, was schon lange im Elfenbeinturm der Akademiker gang und gäbe ist, das ewige Publizieren endloser Tiraden und Studien sowie Bewertungen und Metabetrachtungen. Man kann also zusammenfassen, der citation index war früher Vorrecht der C4-Professuren und nun ist der whuffie-index oder die Anzahl der verlinkten Blogbeiträge das Zeichen für Relevanz einer Meinung. Im Grunde ist es daher schon verständlich, dass die ehemalige Deutungshoheit der ehemaligen Meinungsführer keinen Gefallen an der Entwicklung findet: Denn der Kuchen der Aufmerksamkeit ist begrenzt – aber der willkürlichen Aneinanderreihung von Buchstaben sind keine Grenzen gesetzt als das große Universum der möglichen Verbindungen von 26 Symbolen…</p>
<p>Und um das Ganze abzurunden zu einem realistischen Bild, gibt es hier noch zwei Links, wie das Ende des Social Dingsbums eingeleitet wurde, einmal bei den <a target="_blank" href="https://www.adbusters.org/magazine/88/virtual_suicide.html">adbusters </a> und natürlich für alle, die es nicht kennen, den virtuellen <a target="_blank" href="http://suicidemachine.org/">Selbstmord</a>.<br />
Bildnachweis: <a target="_blank" href="http://www.myuglybrother.com/">msquanna</a></p>
<p>Crosspost von <a target="_blank" href="http://www.blogpiloten.de" target="_blank">blogpiloten.de</a></p>
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		<title>Dementia Schirrmacherensis</title>
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		<pubDate>Fri, 12 Feb 2010 12:01:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jörg Wittkewitz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das Netz]]></category>

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		<description><![CDATA[Plaque bedeutet Schild. Es ist bekannt als Belag aus Speiseresten und unseren ganz persönlichen Bakterien. Gibt es aber auch im Kopf bei Demenzkranken. Genau dasselbe Zeug finden wir auf jeder Website im Netz. Algorithmen können daraus Gold machen. Oder gar Porzellan]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.digitalpublic.de/wp-content/uploads/2010/02/algorithmus.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-2448" title="algorithmus" src="http://www.digitalpublic.de/wp-content/uploads/2010/02/algorithmus-300x190.jpg" alt="" width="300" height="190" /></a>Plaque bedeutet Schild. Es ist bekannt als Belag aus Speiseresten und unseren ganz persönlichen Bakterien. Genau dasselbe Zeug finden wir auf jeder Website im Netz. Gibt es aber auch im Kopf bei Demenzkranken. Algorithmen können daraus Gold machen. Oder gar Porzellan? Wer Werkzeug schlau kombiniert wird Milliardär. Wissen wir schon. <br/><br />
Plaque im Netz sind Reste aus erlerntem Wissen und unser persönlicher Senf oben drauf. Muss man eigentlich kein Bohei drum machen. Wer in der letzten Zeit die Diskussionen rund um Chancen und Gefahren der digitalen Speisen im Netz verfolgte, wunderte sich nicht selten. Allen Ernstes diskutierten Wissenschaftler und Experten den inhaltlichen Kontext von menschlicher Sinnbildung und Mustererkennungsprozessen beim Durchforsten von Tabellenzellen in Datenbanken.<img title="Weiterlesen..." src="http://www.blogpiloten.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/wordpress/img/trans.gif" alt="" /></p>
<p>Um die Verwirrung noch zu steigern, wurde ein Wort aus der Informatik, das nebenläufige Berechnungsprozesse beschreibt (multitasking), auf den Menschen transponiert, wobei allerdings Sinn und Bedeutung des Begriffs flöten gingen. Nicht genug, dass man früher glaubte, aufgrund des immer noch sehr vagen Verständnisses der Informationsverarbeitung im Gehirn, Computer programmieren zu können; setzt man sich nun hin und übernimmt aus der Computerwissenschaft Begriffe, um den Menschen zu beschreiben. Dieser Diskussion das Etikett Kategorienfehler anzukleben, erscheint so langsam fahrlässig verharmlosend.</p>
<h2>Der Mensch und seine Algorithmen</h2>
<p>Warum wir im Informationszeitalter gezwungen sind, zu tun, was wir nicht tun wollen&#8230;</p>
<p>So lautet der Untertitel des Schirrmacher-Buches. Es geht also um einen Zwang. Man reitet im Namen der Freiheit. Dort werden Adaptionshandlungen des Menschen in Bezug auf elektrisch dargestellte Buchstaben und Bilder beschrieben. Wer keine Kindheit ohne das Web hat, hat keinen Vergleich und daher keine Wahl mehr. Aha. Und das Netz ist erobert worden durch die Werbung. Offenbar ist es beim Netz schlechter wenn es Werbemillionen abwirft als bei Printmedien oder dem Fernsehen. Früher wurden Zielgruppen per Sinusmillieus (Konsumentenkategorien) organisiert. Heute tun sie dieses nun ganz von selbst über ihre Onlineeinkäufe und ihre Kontakte in sozialen Netzwerken. Dieselbe Entwicklung des Auslagerns von Leistungen an den Kunden kennen wir auch von Banken (Überweisungs-/Geldautomaten). In Amerika ist das schon seit Jahrzehnten der Drive-In. Anders als bei den Rabattkarten, die jede Kassiererin mal eben durch den Leser zieht sei dieses im Netz schlimm und verwerfliche Mikroarbeit der Nutzer. Und was machen die Kreditkartenfirmen mit den Profildaten ihrer Kunden, die sie teuer bezahlen, damit sie ihre persönlichen Daten sammeln? Ob da nicht vielleicht auch kleine Programme durch die Datenberge sausen und 1 + 4 zusammenzählen?<br />
Der böse und allmächtige Algorithmus?</p>
<p>Der Journalist Frank Schirrmacher sieht das Organisieren von Inhalten von Algorithmen beherrscht, wie sie beispielsweise die Suchmaschine Google einsetzt. Aber auch sie blieben im linearen Abarbeiten von einzelnen Schritten stecken. Es gibt noch Schleifen, die Zwischenergebnisse zu bestimmten Inhalten bewerten können. Aber alles bleibt in einer sehr elementaren mathematischen Struktur. Diese Verfahren verarbeiten die Daten von Menschen zu Mustern, die dann zu bestimmten Aussagen gedeutet werden. Die Verfahren und die Qualität dieser Deutungen der Muster wird leider nicht hinterfragt. Denn die semantische Ebene auf der Basis dieser Muster ist das eigentliche Problem. Denn sie wird von den Firmen vorgegeben. Gelernt wurde das schon vor den Rabattkarten auf der Basis von Daten der Marktforscher. Google tut nichts anderes als das Nutzen dieser bekannten Deutungsmethoden. Aber so entsteht weder Bedeutung noch Wissen. Denn die besagten Algorithmen (präziser müsste man von Text-Mining bzw. Data Mining sprechen) sortieren Daten anhand bestimmter Bedingungen. Sie analysieren also vorhandene Texte bzw. Datenbanken. Das maschinelle Synthetisieren, also das Erstellen neuer Information auf dieser Basis, hat bisher noch keinen Reifegrad erreicht, denn man als Information oder gar Wissen bezeichnen könnte.</p>
<p>Zweiter Gedankenfaden Schirrmachers ist die Überlastung des Menschen durch ein Zuviel und Zuschnell an Daten und Dokumenten. Das Verhältnis von Inhalten die Nutzer zuordnen und denen, die dem Nutzer direkt auf seine Geräte geschoben werden (E-Mail, twitter, Statusmeldungen etc.) ist ein ungesundes in Bezug auf das, was der Mensch verarbeiten kann. Beleg für dieses Wissen über die Kategorie Mensch ist nicht eine Studie der Marsianer sondern sind zwielichtige Papiere von kaum bekannten Wissenschaftlern, die in keiner Weise epidemiologisch verifiziert wurden. Er zieht tatsächlich die Analogie zum Zeitalter der Industrialisierung, wenn er sagt, dass sich im Webzeitalter das Gehirn an die Menge der Inhalt im Netz adaptiert in der Art, wie sich die Muskeln damals an die Industriearbeit anpassen mussten (Leider geht Schirrmacher nicht auf das Dreischichtsystem und die Wissenschaft der Ergonomie ein). Auch der Begriff der Plastizität wird ähnlich trivialisiert wie wir das schon im Umfeld der Bücher über die digital natives erleben mussten. Da Computer über Multitasking verfügen (was nicht stimmt, da auch die Prozessoren alle nur seriell ihre Register abarbeiten), müsste sich das Gehirn an diese Parallelablaäfe anpassen, sei aber nur zu serieller Verarbeitung von Symbolen fähig. Insgesamt erscheint das Buch eine Aneinanderreihung von Gemeinplätzen, die selten einer profunden Bewertung standhält. Aber der größte Marktplatz der Welt und der gigantischste Stammtisch des Universums ist und bleibt Anlaß einer bisher &#8220;kaum&#8221; diskutierten Erörterung: Was ist eigentlich Qualität und wie kann man das feststellen, was Qualität ist und wer tut das auf welche Weise? Es geht also um Herrschaftswissen.</p>
<h2>Social Media: Von der Volksnähe geküsst zu werden</h2>
<p>Und schon machen sich die Adepten der Geisteswelt oder der Weltmechanik auf und versuchen auf dem Rücken dieser herbeigestolperten Diskussion ihre Pfründe zu sichern. &#8220;Information ist entfremdete Erfahrung.&#8221; tönt es aus dem Mund von <a target="_blank" title="Link zur FAZ" href="http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~E12F3D72CF9EF4D4E8D7CF187C735D881~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">Jaron Lanier in der FAZ</a>. Dieser Satz hat in etwa soviel klärende Potenz wie der Satz &#8220;Energie ist das, was nie verschwindet&#8221;. Und dann rettet Lanier die kalte Information mit der menschlichen Erfahrung. Er erkennt in dem Glauben an den Text, der seit der Thora, der Bibel und dem Koran die monotheistischen Religionen die Offenbarung Gottes darstellt, nicht ein menschliches Verlangen nach Überschreitung des Hier und Jetzt &#8211; ganz so wie die Höhlenmaler der Vorzeit. Er will Erfahrung. Aber nicht zuviel. Deshalb <a target="_blank" title="Link zu Spiegel Online" href="http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,674057,00.html" target="_blank">moniert er</a> auch, dass die Menschen im Web zum Mob werden, wie er in den Kommentaren feststellt, die er liest. Diese Meinungsexkrementik mißfällt ihm zutiefst. Diese Art von Erfahrung schmeckt im nicht. Denn diese Art von Erfahrung hat er weder an der Uni, noch in den Klubs in denen er verkehrt noch in seinem Viertel gehabt. Noch weitaus schlimmer sei die Werbung als Trampelpfad des Geldes, dass alles wie ein negativer Midas in seinen Bann der Vernutzung zieht und nichts als die ökonomischer Auswertung übriglässt.</p>
<p>Wieso der Club der Anonymen Enthüllungskommentatoren seine Triebabfuhr über unflätige und persönliche beleidigende Kommentare regelt? Vielleicht haben diese garstigen Wichte gar kein Auto, mit dem sie jemandem die Vorfahrt nehmen können. Einfach mal wild mit der Lichthupe den Frust vom Berufsalltag loswerden, oder schlicht die Frau oder die Kinder zusammenmöbeln, sagt ihnen nicht zu. Zugegeben, es sind zumeist wenig wertvolle Beiträge, oft entlarven sie sogar eine unterdurchschnittliche Fähigkeit im Umgang mit widersprüchlichen Informationen.<br />
Dass anonyme Kommentare aber weniger Ausdruck von tumbem Mob ist sondern eher Darstellung von Angst in der Berufswelt, ist anscheinend eine Denkunmöglichkeit. Die einen schreiben muitg alle Texte unter Klarnamen und andere haben schlicht Angst, weil viele Menschen Teile ihrer Person nicht im Netz zeigen dürfen, weil sie in der Berufswelt ein Avatarleben führen müssen. Würden Sie ihre wirkliche Meinung im Web unter ihrem Namen darlegen, müssten sie im Berufsleben unangenehme Folgen befürchten. Es ist also bestes Recht des Knechts, anonym zu bleiben. Der Verweis auf die Algorithmen und Scanprogramm der Geheimdienste, Polizei und Marktforscher erscheint da eher Rationalisierung als wahre Ursache. Es liegt an der Angst vor eigener Persönlichkeit im Berufsleben, die gab es schon früher und sie wurde nur im ewigen Archiv des Web offenbar.<br />
Und die Herren der ersten Stunde rund um John Perry Barlow haben das Erstellen von Avataren und digitalen Personae nicht als Schutz der beruflichen Laufbahn verstanden sondern als Weg, die etablierten Mächte zu unterminieren. Diese Kamingesprächs-Revoluzzer, die mit der Rolex am Arm und dem Oldtimer in der Garage etwas vom anderen Leben faseln, verstehen das Web als Ort des Gesprächs gar nicht. Sie leben noch im Zeitalter des Dokuments. Dieser dokumentenzentrierte Ansatz der Emanzipation zeigt sich noch heute in öffentlichen Verlautbarungen wie etwa Manifesten, ähnlich wie das öffentliche Vorlesen in royaler Vorzeit von den Reichsverwesern und Erklärbären. Die Herrschaft spricht, das Gesinde schweigt.</p>
<p>All das Gehabe des Achtung-Wir-veröffentlichen-etwas-mit-Belang sieht man ja nicht in einem Web, das den Stammtisch oder den Dorfplatz ersetzt hat. Könnte es vielleicht sein, dass wir im Web immer mehr die Seiten einer Gesellschaft erkennen, die vorher für uns verborgen waren? Die Mediokren begegnen den ziselierten Gedanken der bombastischen Rationalisierer. Und die Experten erleben den Instinkt der Straße. Oder um es krasser zu formulieren: Das Web ist ein Agens, das die Verdrängung und Sublimierung Hundertausender sozial und mental prekärer Lebensentwürfe verunmöglicht. Nicht umsonst hat <a target="_blank" href="http://www.zephoria.org/thoughts/archives/2009/12/29/race_and_social.html">Danah Boyd</a> vor über 2 Jahren <a target="_blank" href="http://www.danah.org/papers/essays/ClassDivisions.html">gezeigt</a>, dass es durchaus Sinn macht, die Nutzungsarten des Web mit der sozialen Herkunft und Ausbildung <a target="_blank" href="http://www.danah.org/papers/TakenOutOfContext.pdf">zu korrelieren</a>. Das hat durchaus mehr als zwei Seiten, wenn man bedenkt, dass in anderen Ländern eben die bisher verfemten Seiten ein Segen sind. In muslimischen Ländern artikulieren sich die Frauen im Web, in Russland &#8211; einer lupenreinen Demokratie &#8211; wird das Web zur einzig verläßlichen Quellen für Nachrichten aller Art. Hier müssen die Damen und Herren Intellektuellen auf der einen Seite Volkes Stimme und auf der anderen Seite Volkes Halsband namens Konsumismus ertragen.</p>
<h2>Schreiben ist das Endprodukt der Weltverdauung</h2>
<p>Und die Algorithmen? Analog zum Albumin, das den Druck im Körper regelt, ist der Algorithmus nichts anderes als ein Verfahren, das eine Homöostase (Gleichgewicht) zum Ziel hat. Das, was die Einen ins das Netz werfen um sich zu artikulieren, wollen die Anderen in einen Kontext stellen, der nicht demjenigen des Autors/Kommentators entspricht. Warum?</p>
<p>Betrachten wir nochmal das Bild der Assimilation, das oben in dem Begriff Meinungsexkrementik zum Ausdruck kommt. Der geschriebene Inhalt, dessen ein Mensch sich entledigt, soll für den anderen Nahrung sein. Diese Wiederverwertung gekauter Nahrung (verdautes Welterlebnis als Text ), die oft nichts anderes als ein Versuch des Verstehens der alltäglichen Geschehnisse ist, soll ökonomisch sinnvoll ablaufen. Deshalb wird mit viel mathematischem Brimborium ein Mehrwert in diese Exkremente einsuggeriert. Man könnte sagen, dass in der Algorithmusküche, Sätze und Daten solange zerkocht werden, bis aus dem vorherverdauten Brei wieder ganze Stücke werden. Man kann aber aus einem zerkauten Essensbrei auch mit den aufwendigsten Algorithmen nicht wieder einen Apfel oder ein Hühnchen zaubern.</p>
<p>Die pessimistische Lamentiererei sogenannter Experten und Intellektueller fällt also noch hinter die allzu optimistischen Wünsche der Bedeutungsingenieure zurück und lädt sie nur unnötig mit Macht auf. Man könnte denken, dass es sich um einen Versuch handelt, an dem Glorienschein teilzuhaben, den die bobos, Neurophysiologen und Teilchenbeschleuniger in langen Jahrzehnten gezüchtet haben &#8211; und zwar unter tatkräftiger Mithilfe der Journalistengarde auf der Suche nach dem allerneusten Neu. Dabei ist neu im Grunde nichts anders als das Indifferenteste, was wir kennen. Vielleicht lassen uns deshalb all diese wortgewaltigen Predigten für und wider das Netz so unbeteiligt zurück.</p>
<p>Mit was für einer Dreistigkeit die Welt auf der anderen Seite des Bildschirms sich in selbigem widerspiegelt mag für einige ein kritischer Schock sein &#8211; für andere ist er sehr heilsam. Denn wer alle Gespräche eines Tages in einem gewöhnlichen Restaurant oder Café aufzeichnen uns auswerten wollte, würde als irre abgestempelt. Im Web soll das also normal und sogar gefährlich sein? Es ist schlicht Unsinn und Ausdruck eines grassierenden Irrtums: Text ist nicht gleich Kontext.</p>
<p>Und wie geht man nun mit den Problemen des Ablenkens um? Es ist eine Disziplin der persönlichen Reife, Achtsamkeit, awareness, Konzentration und Gerichtetheit der Aufmerksamkeit zu erlernen. Sensuelle Deprivation gehört allerdings nicht zu den Trainingseinheiten. Oder um es in einen Witz verkleiden:<br />
&#8221; Ich konnte gestern den ganzen Nachmittag nicht meditieren!&#8221;<br />
&#8220;Wieso denn nicht?&#8221;<br />
&#8220;Dauernd klingelte das Telefon.&#8221;</p>
<h2>Und behüte mich vor meinen Fans&#8230;</h2>
<p><a target="_blank" href="http://vimeo.com/9301206">Dr. Christian Stöcker</a> von Spiegle Online nun kommt von einer anderen Seite. Er möchte die neutrale und wertfremde, also technoliberale Seite des Web als sympathisches Bild der digitalen Kommunikation darstellen. Am 08.02.2009 hat er stellvertretend für viele folgende Thesen dargelegt.</p>
<p>Die sieben Thesen lauten:</p>
<blockquote><p>1. Das Internet ist dumm und das ist auch gut so.</p></blockquote>
<p>Tja, nun müsste man zunächst erklären, ob eine Maschine oder ein Programm überhaupt wissend sein kann. Ob eine Armada von Maschinen, die miteinander interagieren nun wissender oder dümmer würden, wäre eine theoretische Frage. Denn das Netz enthält lauter gespeicherte Symbole, die Menschen oder Prozessoren Anreize für Aktionen oder Unterlassungen liefern. Das Internet ist also genauso dumm oder schlau wie eine Armada von Heizungsventilen. Der wesentliche Anteil an Schläue wäre die Negentropie, also die gerichtete Organisation der Elemente und Strukturen. Denn Entropie ist im Grunde die Summer der erreichbaren Zustände. Angesichts der großen Menge an Elementen und Strukturen im Internet ist es also sinnvoll, diese potenziellen Zustände einzuschränken, um sinnvoll Gebrauch von der Technologie zu machen. Netzkünstler treiben dieses Vorhaben an das andere Ende zu treiben. Die Kategorie &#8220;dumm&#8221; im Kontext mit der Dimension Netz ist also ähnlich ertragreich wie die Kategorie &#8220;virtuos&#8221; mit der Dimension Musikinstrument.</p>
<blockquote><p>2. An vielem, was das Netz gefährlich macht, sind die Nutzer selbst schuld.</p></blockquote>
<p>Vor allem die Nutzer, die mit den Fingern auf andere zeigen. Aber ach&#8230; Schuld. Also die Schuld. Das ist eine religiöse Kategorie. Aus dem Unbill der Naturgewalten extrahierten die Kulturen einen Bändigungszauber namens Religion. Nach Einführung des Individuums und der abgeleiteten göttlichen Macht auf den Menschen blieb nur noch die Schuld als abgeschwächte Form des wütenden Schöpfergottes übrig. Was der im Netz zu suchen hat, überlasse ich dem geneigten Leser. Aber man kann schon feststellen, dass Stöcker erkannt hat, dass dieser Schöpfergott namens Nutzer einigen Einfluß auf die Technologie hat, die er nutzt. Ein Beispiel: Man kann einen Hammer als Flaschenöffner, Werkzeug oder Tatwaffe einsetzen. Aber, das ist eigentlich ein Gemeinplatz und kann getrost als überflüssige Aussage disqualifiziert werden.</p>
<blockquote><p>3. Die Staaten dieser Welt werden sich nicht darüber einigen, wie das Netz sein sollte. Aber ein Minimalkonsens in Sachen Verbrechensbelämpfung lässt sich herstellen.</p></blockquote>
<p>Das ist keine steile These, wenn man bedenkt wie Entscheidungsprozesse in den multinationalen Gremien funktionieren, zumal bei der ICANN, der Internet-Regierung. Ob und was ein Verbrechen ist, läßt sich kaum ernsthaft staatenübergreifend diskutieren wie man am Beispiel Steuerhinterziehung in der Schweiz und in Deutschland erkennen kann. Übereinstimmung wird nie erreicht, also erfindet man etwas Ähnliches: Konsens ist an dieser Stelle nichts Anderes als das alte Bild von Lyotard, der den Diskurs von Habermas als Akt der Aggression bezeichnete. Denn Konsens ist das Erzwingen einer gemeinsamen Erklärung zum Wohle aller Teilnehmer. Allzuoft nehmen aber die Betroffenen an diesen Diskursen gar nicht teil&#8230;</p>
<blockquote><p>4. Wir sollten aufhören, vermeintlichen Exhibitionismus anzuprangern, solange wir den Menschen ins Wohnzimmer starren. Wir brauchen eine neue Definition von Öffentlichkeit.</p></blockquote>
<p>Nein. Was wir brauchen ist eine Einsicht in die Tatsache, dass im netz genau dieselben Menschen agieren wie außerhalb des Netzes. Dort herrscht allerdings das Primat des Vergessens und der Vergänglichkeit. Das Netz ist eine Gefriertruhe der Worte. Jeder Satz wird schockgefrostet. Jeder Mensch hat sich schon mal vor Zeugen zum Narren gemacht. Es ist allerdings früher nie aufgezeichnet worden. Es bedarf also einer genauen historischen und ethnologischen Betrachtung dieses Kühlraums der Symbole. Auch eine ethische Risikofolgenabschätzung steht noch aus. Leider auch aufgrund der naiven Netzkritik, die sich im sogenannten bürgerlichen Lager formiert. Grundsätzlich wäre zu verweisen auf das Thema Identitätsmanagement angesichts des neuen Personalausweises und ELENA. Aber Herr Stöcker hält es für angemessen, lustige Anekdoten über die Holländer und ihre Gardinenlosigkeit als Metapher anzubieten.</p>
<blockquote><p>5. Jugendschutz ist wichtig, aber nicht wichtiger als alles andere. Mit Providern als Zensor wäre das Ende des freien Netzes gekommen.</p></blockquote>
<p>Das Netz ist nicht frei und wird es nie sein. Freiheit, gleich ob negative oder positive, ist ein Wert, den es gilt anzustreben im Handeln der Menschen. Es gibt keine Manifestation der Freiheit in der Mechanik der Nullen und Einsen. Es gibt höchstens eine Freiheit im Zugang, im Gebrauch und in der Selbtsbestimmung über die eigenen Exkremente im Netz wie Kommentare, Artikel und Bilder&#8230;</p>
<blockquote><p>6. Urheberrechte sind wichtig, aber nicht wichtiger als Bürgerrechte.</p></blockquote>
<p>Warum müssen immer die Rechte des Dreiecks, Nutzer, Autor und Werkmittler gegeneinander ausgespielt werden? Hat es Sinn, wenn unterschiedliche Kategorien von Rechten aus dem Immaterialrecht und den &#8220;kleinen&#8221; Menschenrechten namens Bürgerrecht? Nein, denn Autos unterliegen auch anderen Regulierungen als Flugzeuge. Was soll eigentlich so besonders sein am elektrischen Versand von beweglichen Lettern? Richtig, es ist der Zugang zu dem Sinn, der damit gestiftet wird. Wer den beschränken will, soll das mit seinen eigenen Inhalten tun können &#8211; aber nicht im Auftrag Dritter.</p>
<blockquote><p>7. Die Vorteile des freien Internets überwiegen seine Nachteile. Wer das Internet für überwiegend schädlich hält, muss ein Menschenfeind sein.</p></blockquote>
<p>Siehe Kommentar zu These 5. Es wäre schön, wenn die Menschen selbst entscheiden dürfen, was, wo und warum ein Vorteil oder ein Nachteil des Web ist.<br />
<br/><br />
Bildnachweis: <a target="_blank" href="http://www.flickr.com/photos/jutta/3050645670/">Jutta</a><br />
Crosspost von <a target="_blank" href="http://www.blogpiloten.de">blogiloten.de</a></p>
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		<title>Für Senioren und andere Normalos: iPad</title>
		<link>http://www.digitalpublic.de/fur-senioren-und-andere-normalos-ipad</link>
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		<pubDate>Fri, 05 Feb 2010 14:02:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jörg Wittkewitz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das Netz]]></category>

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		<description><![CDATA[Ja. Es ist gelüftet, das Geheimnis um das iPad, ehemals iSlate.

Was soll ich sagen, es ist ein Computer. Vielen Dank für die geneigte Aufmerksamkeit.
Ist das wirklich alles? Nein, denn viele Menschen haben den normalen PC satt, auch wenn er so klein ist wie ein Netbook. Diesen Hunger nach einem passenderen Zugang zum Web kann der iPad erfüllen und tut damit mehr als andere. Außerdem plant Apple eine großes Datenzentrum in North/South Carolina und es sollte mit dem Teufel zugehen, wenn sie dort nicht coole Apps für den Office/Designer/Musiker/Künstler/Journalisten-Alltag in die Cloud basteln.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a target="_blank" href="http://www.blogpiloten.de/wp-content/uploads/2010/01/ipad-gizmodo.png"><img title="ipad-gizmodo" src="http://www.blogpiloten.de/wp-content/uploads/2010/01/ipad-gizmodo.png" alt="" width="488" height="368" /></a></p>
<p>Ja. Es ist gelüftet, das Geheimnis um das iPad, ehemals iSlate.</p>
<p>Was soll ich sagen, es ist ein Computer. Vielen Dank für die geneigte Aufmerksamkeit.<br />
Ist das wirklich alles? Nein, denn viele Menschen haben den normalen PC satt, auch wenn er so klein ist wie ein Netbook. Diesen Hunger nach einem passenderen Zugang zum Web kann der iPad erfüllen und tut damit mehr als andere. Außerdem plant Apple eine großes Datenzentrum in North/South Carolina und es sollte mit dem Teufel zugehen, wenn sie dort nicht coole Apps für den Office/Designer/Musiker/Künstler/Journalisten-Alltag in die Cloud basteln. Seit letztem Freitag ist das Apple iPad im T-Online-Shop bestellbar. Wann es ausgeliefert wird, ist offen. Die Preise hat T-Online direkt von den Dollar-Preisen umgerechnet: Das bedeutet 499 Euro für die WLAN-Version und 629 Euro mit UMTS und GPS (mobile web).<br />
Aber zunächst zur Pflicht, was steckt drinnen?</p>
<p>Nachdem die Diskussionen im Spekulatiusland wochenlang ins Kraut geschossen sind, macht sich allenthalben Ernücherung breit, weil es eben nur ein Computer ist und keine Fee mit 3 Wünschen und den drei goldenen Haaren des Teufels in der Premiumversion.</p>
<h2>iPad: Zu den harten Fakten. Die Pflicht</h2>
<p><img title="iPad2" src="http://www.blogpiloten.de/wp-content/uploads/2010/01/iPad2.jpg" alt="" width="212" height="216" />Zunächst das Wichtigste: Das Display (glänzend!) breitet sich über eine 9,7-Zoll-Diagonale (﻿﻿﻿1024×768 Pixel) aus, das iPad ist insgesamt schmale 1,3 Zentimeter hoch, 24,3 cm breit, 18,9 cm lang und bringt um die 700 Gramm auf die Waage. Im iPad werkelt ein eigenentwickelter ARM-Prozessor (1 Gigahertz), der auf den sensationslosen Namen Apple A4 hört. Der Festspeicher kann zwischen 16 und 64 Gigabyte (SSD=lautloser Flashspeicher) gewählt werden. Wie das aktuelle iPhone verfügt der/das iPad über einen Bewegungssensor, Kompass, einen Ambient Light Sensor sowie Lautsprecher und ein Mikrofon. Anschlüsse externe Geräte an den Mac erfolgen über bekannten iPod- und iPhone-Anschlüsse plus einen DockConnector und einem Schacht für die SIM-Karte. Wifi, Bluetooth 2.1 und GSM/UMTS (HSDPA) sind ebenso an Bord wie WLAN 802.11n. Apple publiziert eine Batterielaufzeit von bis zu 10 Stunden (im Videomodus). Es spielt 576p und 480p per externem Komponenten-Kabel ab. Es ist in der Lage H.264-Dateien, also natives HD-Material in 720p abzuspielen. Alle bekannten Audio-Formate, die das iPhone OS abspielt, werden auch hier unterstützt. Das kleinste Modell kostet nur 499 Dollar (ohne UMTS-Verbindung und Mobilfunkvertrag). Das ist exakt der Preis eines Amazon Kindle DX. Aber was nutzt ein iPad ohne UMTS? Als eReader vielleicht?<br />
Ich glaube, die Welt ist dieses Jahr noch nicht bereit für einen eReader, aber man kann das iPad natürlich dazu nutzen, was Sinn macht, denn es ist ein schönes Farbdisplay – Verleger aufgepasst, es könnte hilfreich sein -, ob es aber auch tageslichtauglich ist (OLED?) ?</p>
<p>Das Betriebssystem ermöglicht das Anzeigen aller im Geschäftsverkehr bekannten Dateianhänge aus der Officewelt. Ab Werk werden folgende Sprachen unterstützt, das schließt auch die Keyboard-belegung der virtuellen Tastatur ein: ﻿Englisch, Französisch, Deutsch, Japanisch, Holländisch, Italienisch, Spanisch, vereinfachtes Chinesisch und Russisch.</p>
<h2>iPad: Die Kür</h2>
<p>Die ersten Auguren machen schon Enttäuschung aus. Der ganz große Wurf sei das Ganze ja gar nicht. Nun, man muss diesen Menschen entgegenhalten, dass Apple sein Geld zwar nicht im Massenmarkt verdient, aber die Gadgets der Geeks und Nerds an diejenigen verhökert, die man als Late Adopters bezeichnen kann. Das ist eine deutlich größere Gruppe als die Early Adopters.</p>
<p>Es ist vor allem eine Gruppe, die von der großen Masse der Konsumenten als Vorbild betrachtet wird. Sie setzen die Trends, die die Avantgarde schon wieder lächelnd aus den Händen legt. Es könnte daher gut sein, dass das iPad der Türöffner für all die Nachahmer des iPod-, iPhone-Booms sein wird. Denn den MP3-Player gab es vor dem iPod, es gab auch Handys vor dem iPhone, aber diese beiden Produkte waren der Fuß in der Tür der HighTech-Industrie zum Massenmarkt.</p>
<p>Eine ähnliche Geschichte könnte mit dem iPad passieren. Es wird sehr viele Nachahmer geben und gerade in diesem Frühjahr und Sommer kommen viele neue kleine Tablets als smarte Nachfolger des Netbook-Booms auf den Markt, die mit Windows 7 im Terrain des iPad wildern wollen. Insofern setzt das iPad einen Trend, den Microsoft vor ein paar Jahren nicht setzen konnte. Die Leute mit viel bling-bling und die professionellen Schöngeister werden in den Cafés, Parks und den öffentlichen Verkehrsmitteln dem gemeinen Volk einen voriPaden, dass es nur so raucht in den Kassen derjenigen, die kleine leichte Webgeräte vertreiben, WENN es denn einem Provider gelingt JETZT einen wirklich attraktiven Flatratepreis für mobiles Surfen in den Markt zu drücken. Dieser Anbieter könnte eine dicke Tranche der iPad-Produktion zusammen mit einem Flatrate-Kampfpreis anbieten und damit treue Kunden binden. Denn mobile web macht Spaß – mit dem iPad sicher noch mehr, wenn das iPhone OS 4 (Multitasking) draußen ist und HTML5 die bekannte und extrem unsichere Flash-Plattform abgelöst hat.</p>
<p>Die Free Software Foundation hat unter dem Stichwort “iBad For Freedom” eine Kampagne gegen das iPad gestartet, weil sie jetzt gemerkt hat, dass Apple über das iPhone OS seine Kunden direkt an seinen App-Store und iTunes bindet und ihnen damit keine Wahlfreiheiten mehr läßt. Warum ihnen das nicht schon beim iPhone auffiel? Man weiß es nicht. Aber sie haben den iPad Hype jedenfalls genutzt um den Mantel des Schweigens abzulegen. Auch wieder was. Das Gute daran: Die FSF macht auf ihre <a target="_blank" href="http://www.defectivebydesign.org/ipad">Petition </a>gegen DSM aufmerksam. Warum das anhand des iPad geschehen muss, erschließt sich mir nicht. Es wäre schöner, dass Thema Urheberrechte grundsätzlicher zu diskutieren, also auch Patente und die unselige Leistungsschutzrechtdebatte sowie die Ansprüche der drei Gruppen (Autoren, Werkvermarkter, Konsumenten) öffentlich zu machen. Und damit meine ich nicht die Nebelkerzen einiger Verbände, sondern klar formulierte Anforderungen. ex negativo hat das Ganze immer so einen Beigeschmack nach Pubertät. Und leider geht dadurch der ganze Diskurs am Massenmarkt vorbei und damit an den Nutzern.</p>
<p>Mehr zur Kür hier bei <a target="_blank" href="http://www.horizont.net/aktuell/digital/pages/protected/Amir-Kassaei-It%92s-not-the-Tablet%2C-stupid%2C-it%92s-the-Digital-Lifestyle-Strategy%21_89891.html">Amir Kassaei</a></p>
<p>Bildnachweis: <a target="_blank" title="Link zu gizmodo" href="http://www.blogpiloten.de/2010/01/28/gestatten-ipad/www.gizmodo.com" target="_blank">www.gizmodo.com</a> und apple.com</p>
<p>Crosspost von <a target="_blank" href="http://www.blogpiloten.de">blogiloten.de</a></p>
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		<title>Der Mensch denkt, das Google lenkt</title>
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		<pubDate>Mon, 25 Jan 2010 20:34:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jörg Wittkewitz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Der Markt]]></category>
		<category><![CDATA[Die Medien]]></category>

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		<description><![CDATA[Nachdem Iran seine Revolution (nicht) hatte, Michael Jackson schon länger seine Ruhe genießen darf, ist die Meute der Meinungsbesitzenden weiter gezogen. Da gerade kein Skandal in Sicht war, hat man sich wieder auf die großen Firmen gestürzt, die aufgrund ihrer jüngsten Geschichte am meisten Sediment aufgewirbelt haben.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.digitalpublic.de/wp-content/uploads/2010/01/dasgoogle.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-2435" title="dasgoogle" src="http://www.digitalpublic.de/wp-content/uploads/2010/01/dasgoogle-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a></p>
<p>Nachdem Iran seine Revolution (nicht) hatte, Michael Jackson schon länger seine Ruhe genießen darf, ist die Meute der Meinungsbesitzenden weiter gezogen. Da gerade kein Skandal in Sicht war, hat man sich wieder auf die großen Firmen gestürzt, die aufgrund ihrer jüngsten Geschichte am meisten Sediment aufgewirbelt haben. Eine von denen ist das Unternehmen aus Mountain View. Da Google sich überall dort aufhält, wo früher der umherziehende Barde die Geschichten aus 1001 Nacht zum Besten gab, sind das heute die schneidenden Kanten der Medienwelt.</p>
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Die Bevölkerung bekommt von Google nichts mit. Weder am Fernseher, noch beim Lesen der Zeitung während des Morgenkaffees noch beim Tatort am Abend. Auch beim Fußball, der Formel 1 oder im Puff gibt es kein Google. Grund genug für viele Schreiber, die marktbeherrschende Stellung des Informationsimperiums in den Mittelpunkt des Interesses zu rücken. Und bei diesem leicht anmutenden Thema kommt es dann zu Verwerfungen. Denn die Kalifornier wollen laut eigener Aussagen <a target="_blank" title="Link zu Google" href="http://www.google.de/intl/de/corporate/" target="_blank">das Wissen der Welt auf ihren Servern versammeln</a>. Mindestens wollen sie wissen, wo es steht. Sie meinen damit alle Buchstaben, die je ein Mensch in die Tasten gehauen hat, alles Geschreibsel, dass je auf Papier getrocknet ist und zusätzlich alle ASCII-Zeichen dieses Planeten.</p>
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Dabei müssen sie natürlich diesen Wunsch finanzieren. Bei genau Betrachtung der Renditen einzelner Industriezweige sind ihnen drei Branchen aufgefallen, die hohe zweistellige Renditen sei Jahrzehnten abwerfen: Medien, Energieanbieter und Banken. Von den Medien haben sie zunächst das Geschäft der Werbung übernommen, um den Grundumsatz der allwissenden Müllhalde zu garantieren. Keiner ahnt, was Hundertschaften von Serverfarmen verfrühstücken – außer Facebook vielleicht. Wenn es aber nicht reicht, alle Websites, die mehr als 100 Besucher am Tag haben, mit Textanzeigen vollzupflastern und die Wegweiser des Internet mit Werbung zu bekleben, dann muss man natürlich dahin, wo noch keine Werbung klebt. Das ist das Handy und jeder Ort wohin es mitgenommen wird. Es wird der Fernseher sein, der Internet anzeigt und mobile Displays am Gürtel, in der Schminktasche, an der Mütze oder am Schuhabsatz.<br />
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<p>Und dann? Dann wird Google zum Energieriesen, weil alle glauben, dass Elektroautos der Renner sind. Denn wenn ein paar reiche Familien auf der arabischen Halbinsel mehr als die Hälfte Europas besitzen, nur weil sie ein paar Jahrzehnte lang Öl verkauften, dann wird Google sich um die nächsten Jahrzehnte kümmern. Denn – wie gesagt – der Werbemarkt finanziert nur den Grundumsatz der allwissenden Müllhalde. Selbst denken kann sie erst, wenn das Äquivalent von 12 Atomkraftwerken ein künstliches Gehirn aus 127651726517625172651725617256172651726517265 parallelen 64-Kern-Prozessoren antreiben kann, dann wird Google überhaupt erst die Augen aufschlagen.<br />
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Ach, und wenn man via Google mit seinem Handy einen Einkauf mit einem Klick oder Laut seines Besitzers bezahlen kann, werden schon 376 Banken ins Grass gebissen haben wegen des mobile payment.</p>
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Und dann schaut uns all das an, was wir nicht geschafft haben, vor Google in Sicherheit zu bringen. So wie die Touristen in den Urlaubszentren beim Schwimmen alte Bekannte wieder finden, die sie nach dem Frühstück verabschiedet hatten. Denn dann fliegt uns all das um die Ohren und Augen, was jemals jemand niedergeschrieben hat. Die Gedanken werden in Muster zerlegt, analysiert, neu verknüpft und als Menschheitswissen für teures Geld an uns zurück verkauft.<br />
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Dass viele Verleger und Sender jetzt Probleme mit demjenigen haben, der der natürlich Feind jedes Filterns ist, erscheint klar. Google will alles lesen! Aber dann, wenn Google genau wissen wird, was wir zu jedem gegebenen Zeitpunkt unseres Lebens als Information brauchen werden, dann wird auch den Politikern und den Experten und den Lehrern klar, dass die nächste Zeitrechnung angebrochen sein wird: Nach der Landwirtschaft und der Industrie wird nun die Dienstleistung zu einem exorbitanten Prozentsatz von der allwissenden Müllhalde rationalisiert, koordiniert, geordnet und verordnet werden. Computer werden die Menschen mit Aufgaben betreuen, die ihr Gedächtnis verbessern, sie werden den Menschen Aufgaben geben, die die allwissender Müllhalde nicht allein verrichten kann und am Lebensende werden die Menschen mit Computern und Reaktionsübungen an der Demenz gehindert, die ihnen Linderung über sinnlose Leere ihres Lebens hätte verschaffen können.</p>
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Es geht nicht darum, einfach Märkte zu besetzen, die hierarchisch organisierte Firmen aufgrund mediokren Strategiemanagements und mit Zuckerbrot und Peitsche einfach brach liegen lassen. Es geht auch nicht darum, den Politikern und ihren Besitzern aus dem Hoch- und Geldadel einen Strich durch die Rechnung zu machen: Es geht um das ureigene Programm des<strong><em> Guten Menschen</em></strong>: Bring Erleuchtung in jede Hütte. Nur, was Buddha als den mittleren Weg bezeichnete, ist bei Google das Fokussieren auf alles, was Buchstaben hat.</p>
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Rettung naht. Die Wissenschaft hat schon längst festgestellt, dass Aufgeschriebenes nichts mit Wissen zu tun hat. Denn der Code der Wörter enthält nur den Teil des Wissens, der von der eigenen Erfahrung, den eigenen Erlebnissen abstrahierbar ist. Die Bedeutung der Wörter erschließt sich also erst, wenn man die historischen gesellschaftlichen Parameter und den persönlichen Zustand des Autors beim Niederschreiben zur aktuellen Situation des Lesens hinzuaddiert. Das ist eine einfach Aufgabe für Menschen. Für Maschinen ist das niemals lösbar, weil ihre Gehirne keine Subjektmodelle selbst entwerfen können. Ihre Aufnahmekapazität ist viel zu groß. Der menschliche Geist kann nicht viel auf einmal wahrnehmen, daher lernt er jeweils nur Differenzen zu dem, was er schon einmal gesehen oder gehört hat. Dies erfordert eine mehrwertige Logik im Rechner. Aktuell können wir davon ausgehen, dass die Computer in ungefähr 2000 Jahren in der Lage sind, so ein wachsendes Modell der Welt in parallem Lernen in Differenzen zu schaffen: Dazu bräuchte man allerdings erst einmal ein taugliches Modell einer mehrwertigen Logik, deren Dimensionen einerseits heterarchisch und andererseits vieldimensional sein müsste. Das könnte die Mathematik sicher in einigen hundert Jahren schaffen. Bis dahin beoachten wir, wie Google den Weg alles Irdischen geht. Erinnern sie sich noch an die Weltherrscher Watson, Edison, Bell, etc. pp.<br />
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Bildnachweis: <a target="_blank" href="http://morguefile.com/creative/jeltovski">jeltovski</a></p>
<p>Crosspost von <a target="_blank" href="http://www.blogpiloten.de">blogiloten.de</a></p>
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