Enterprise 2.0 mit Open Source
Open Source im Firmenumfeld
Web 2.0 ist eigentlich eine Domäne von Open Source. Da liegt es nahe, auch im Enterprise 2.0 Umfeld nach quelloffenen Lösungen zu suchen. Blogsoftware wie WordPress und Serendipity und DokuWiki sowie MediaWiki sind praktisch jedem bekannt. Wer ein wenig Erfahrung mit Software, FTP und Dateirechten hat, kann sie installieren. Auch Tools für Soziale Netzwerke wie elgg, Drupal oder Silverstripe oder Online-Projektmanagement wie egroupware bedürfen keiner weiteren Vorstellung. Allerdings erfordern sie schon weit mehr Fähigkeiten, um daraus eine funktionierende Website zu basteln.
Große Enterprise 2.0 Lösungen – fast kostenlos
Dienstleister wie Optaros haben sich spezialisiert auf integrative Konzepte und setzen auch auf Plattformen wie alfresco, das als Enterprise Content Management viele Rollen einnehmen kann. Die Gründer von Alfresco hatten die Idee, über das allseits bekannte und eingesetzte Dokumententmanagement in die Firmen zu gelangen und dort in der Folge auch andere Funktionen zu integrieren. Die Alfresco Enterprise Edition 3.0 umfasst Alfresco Share, das auf dem eigenen ECM-Repository aufbaut und ein direkt einsatzfähiges Collaborative Content Management erlaubt. Es ist eher eine Plattform, in die Blogs und Wikis integriert werden und dann durch zukünftige Standards wie CMIS (Content Management Interoperability Services) oder eine einheitliche Suche (Lucene) firmenweit zugänglich sind. Alfresco sorgt also für übergreifende Funktionen, neben der Suche sind das Activityfeeds, ein persönliches Dashboard zum Zusammenstellen personalisierter Inhalte, Teambildung mit internen und externen Mitgliedern und eine Menge dokumentenzentrierter Funktionen.
Als Web 2.0 Portal für den Firmeneinsatz hat sich Liferay besonders bewährt. Liferay unterstützt bekannte Standards wie JSR 168, JSR 286 und JSR 170. Die aus Entwicklersicht benötigten Kenntnisse in den Bereichen Java, JSP oder JSF, XML und Struts. Es handelt sich quasi um ein ausgewachsene CMS auf Java-Basis mit dem leicht für jede Abteilung oder Niederlassung eigene Seiten erstellt werden, die mit Portlets erweiterbar und personalisierbar sind. Auf der Basis der MIT-Lizenz können leicht eigene Strukturen und Wünsche integriert werden. Und es kommt noch besser: Das neu entwickelte und 2008 vorgestellte Social Office liefert eine Integration mit Microsoft Office und unterstützt die vernetzte Kooperation mit Funktionen wie einem Team Kalender, Wiki oder einer Document Library.
| alfresco | ECM Suite mit eigenem Repository und einigen applikationsübergreifenden Web 2.0 Funktionen. Der Fokus liegt eher im Sharing bestehender Dokumente als im der Unterstützung von Teams oder der Co-Creation. |
| Exo Portal/Collaboration | Portallösung mit WSRP, JSR 168 und JSR 286 Unterstützung – JSF, JSP, Struts und Spring sowie Google Gadget
Collaboration mit AJAX-Mail, Calendar und AdressBook SOA-Unterstützung. SSO: AD und LDAP |
| Liferay/Collaboration | Portallösung mit JSR 127, JSR 168, JSR 286 und JSR 170 Unterstützung. JSF 314, JSP, Struts. Open Search. SOA-Framework. SSO: LDAP und JAAS
Collaboration mit vollständiger Web 2.0 Unterstützung: eigenes Wiki, eigenes Blog, IM, Activity Tracking, AJAX-E-Mail-Client, Umfragen, Alerts etc. |
| Scuttle | Social Bookmarking. Grundlage vieler bekannter Bookmarkingdienste. |
| Pligg | Social Bookmarking plus kleines Social Network |
| Laconi.ca | Open Source Variante von Twitter mit Unterstützung von Gruppen |
| Jabber/XMMP | Instant Messaging mit Spark oder Gajim oder ähnliche oder als Server Variante Openfire von Jive |
| PhpBB oder JForum | Forensoftware |
| MediaWiki (Wikipedia), DokuWiki, Twiki oder XWiki | Wiki Software mit unterschiedlichem Fokus |
| WordPress, Serendipity und seit neuestem Movable Type | Blogsoftware. Wobei WordPress hinsichtlich der in der Blogosphäre wichtigen Trackbacks die Nase vorn hat. |
| Apache Roller | Mulituser-Blog und Gruppenblog (gewöhnlich mit Tomcat & MySQL) leider in Deutschland kaum bekannt, aber sehr leistungsfähige Lösung |



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Hallo Herr Wittkewitz,
erstmal vielen Dank für Ihre interessanten Blog-Beiträge, die ich gerne lese.
Drupal als Basis für soziale Netzwerke ist definitiv richtig. Jedoch ist Drupal ebenfalls als Blog, Forum, Wiki, klassisches CMS und ggf. sogar als DMS geeignet.
In einer internen Studie habe ich Drupal mit Alfresco verglichen und bin zu dem Entschluss gekommen, dass Drupal in vielen Teilen gleiche Funktionen wie Alfresco bietet. Nur bei der MS-Office-Integration hapert es, was sicherlich für einige Firmen ein Ausschlusskriterium ist.
Wie sehen Sie das?
Schöne Grüße aus Mannheim
Christoph Lehmann
Mit drupal habe ich einige Erfahrungen selber sammeln können. alfresco habe ich auf meinem Testserver im Keller zum Laufen gebracht und ein bißchen rumprobiert, kann aber zu produktiver Umgebung nur aus zweiter Hand berichten. Drupal fand ich immer sehr intuitiv und gut dokumentiert. Mittlerweile habe ich einfach den Überblick verloren bei all den Forks und Modulen, acquia macht ja eine eigene drupal-fork. Drupal als CMS ist mir eine ganz neue Variante, das erscheint schlüssig, aber wie generieren sie denn die klassischen DMS-Funktionen wie Check IN/OUT, Zeitstempel, Wiedervorlage und das Klassifizieren und den Retrieval? Da erscheint mir doch alfresco oder liferay etwas besser vorbereitet. Wobei ich keineswegs andeuten möchte, dass beide trivial im Aufsetzen einer produktiven Lösung sind, wenn man den vorgegebenen Pfad auch nur um 10 cm verläßt…
;-)
my 2 cents
Jörg Wittkewitz
Cyn.in ist eine Quelle-Gruppe Zusammenarbeits-, diesoftware für das enterprise2.0 cyn.in Kernzusammenarbeitsanwendungen wie wiki hat, Bloge, Arbeitsplätze, Aktenbehälter, Mittelbehälter, geteilter Kalender, Kontextdiskussion, Suche, Verbindungsverzeichnis und Arbeitsfluß (Rolle gegründete Zugriffskontrolle). cyn.in ist eine Schicht über robuster CMS-Plattform Plone.
http://plone.org/products/cyn.in
In einer internen Studie habe ich Drupal mit Alfresco verglichen und bin zu dem Entschluss gekommen, dass Drupal in vielen Teilen gleiche Funktionen wie Alfresco bietet. Nur bei der MS-Office-Integration hapert es, was sicherlich für einige Firmen ein Ausschlusskriterium ist.