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"Zur ganzen Wahrheit gehören zwei – einer, der sie sagt und einer, der sie versteht." Henry David Thoreau

Der größte Marktplatz der Welt werden die Suchmaschinen sein – trotz holperigem Kopfsteinpflaster

marktplatzIm Januar 2008, einige Monate nach den ersten Vorboten der Kreditkrise und ein halbes Jahr vor der globalen Finanzkrise, erblickte eine 312-seitige Studie der Bank J.P. Morgan Stanley das Licht der Öffentlichkeit “Nothing but the Net“. Internet Analyst Imran Khan prophezeite einen inflationären Anstieg der Werbeeinnahmen im Web. Schneller als die Verbreitung des Internet wird der virtuelle Werbekuchen anwachsen. Die Zahlen im Search Advertising sind sowohl astronomisch als auch realistisch.

Der globale Markt für das Anbieten von Waren und Dienstleistungen innerhalb von Suchmaschinen wird bis 2010 von 22 Milliarden in 2007 auf über 50 Milliarden Dollar anwachsen. Hier eine Tabelle für die amerikanischen Werbeumsätze.

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Die großen Suchanbieter wie Google und Yahoo als Zweiter der Weltrangliste platzieren sich für all die Werbemilliarden, die Zeitungen und Radio gerade verlieren. In ein oder zwei Jahren wird dann auch der Platzhirsch Fernsehwerbung dran glauben müssen. So verwundert es nicht, dass neue Ideen am Markt der Möglichkeiten ausprobiert werden. Microsoft hat mit bing.com seine ehemalige Suche bei live.com-Suche aufgehübscht mit übersichtlicher Video- und Bildersuche, und Google versucht mit Google squared das scheinbar Unmögliche, nämlich Zusammenhänge zwischen Seiteninhalten im Zusammenhang der Suchanfrage in übersichtlicher Tabellenform darzustellen.

Von einer semantischen Suche, wie sie allerorten herbeigeredet wird, ist das aber noch weit entfernt. Noch weiter weg befindet sich ein gepriesener Spezialanbieter namens Stephen Wolfram. Ein Mathematiker, der Teile seiner mathematica-Software und eine circa 10Terabyte großes Datenbank als Spezialsuchmaschine für statistische Fakten und naturwissenschaftliche Zusammenhänge anbietet. Man soll sogar ganze Fragen in natürlicher Sprache stellen können. Klappt leider selten zufriedenstellend. Der ganz große Werbekuchen wird ihm angesichts der sehr speziellen Klientel nicht zulaufen. Wahrscheinlich wird er den selben Weg gehen wie die ehemaligen Googlemitarbeiter, die neulich mit viel Getöse cuil starteten. Ich persönlich mag ja cuil gerne…

Seltsam. Wenn man das Lamentieren der vielen Verlage beobachtet und die Marktprognosen für Suchmaschinenwerbung betrachtet, könnten sich einige Verlage gesund stoßen in den nächsten fünf Jahren. Aber die Diskussionen über Paid-Content und Kulturflatrates scheinen Berater und Produktspezialisten in der Medienwelt zu lähmen. So werden wir auch in den nächsten Jahren auf Google schimpfen und mangels Alternative täglich nutzen. So war es auch 15 Jahre lang mit Microsoft bis mit Ubuntu und Knoppix Linuxvarianten auftauchten, die sogar meine Oma bedienen kann. Es wird interessant sein, ob es eine zweite Initiative wie Wikipedia schafft, eine globale Suchmaschine zu installieren. Eigentlich ist mit dem Gedanken einer globalen Open Source Gemeinde, der semantischen Suchmaschine Open Calais und dem Willen, das Monopol zu brechen, alles vorhanden. Nur ein Führungspersönlichkeit à la Linus Torvalds oder Jimbo Wales (Wikipedia) fehlt noch. Die Community wäre innerhalb von wenigen Jahren Milliardär. Vielleicht liegt es daran: Der Erfolg ist offensichtlich.

Vielleicht liegt der Grund des Verfehlens einer hilfreichen Suche aber auch darin, dass jahrelang davon ausgegangen wurde, dass Terabyte an Daten gleichgesetzt wurde mit einer großen Menge an Inhalten, da man davon ausging und noch ausgeht, dass Daten in einem Zusammenhang dasselbe sind wie Informationen. Der Leser oder Rezipient hat aber immer eine bestimmte eigene Erwartung an die Aggregation der Inhalte und kann daher dem quantitativen Argument “Viel hilft viel” praktisch nichts abgewinnen, da in der Menge die essentiellen oder wenigstens orientierenden Inhalte abhanden kommen oder einfach in langen Listen gesucht werden müssen. Bei Wolframalpha geht sogar soweit, dass nur noch statistische Fakten und formalisierte Daten geliefert werden. Dieser Grad an Komplexitätsreduktion grenzt angesichts der Erwartungen an eine natürlichsprachige Suche ans Lächerliche. Es ist schlicht ein geschlossenes System, dass sich als Antwortmaschine geriert. Insgesamt ist dies ein Schritt rückwärts und damit einmal mehr ein Nachweis für das präinfantile Stadium der künstlichen Intelligenz.

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Folgende Schlagwörter: GoToMarket, Konzepte, Suche

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