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"Zur ganzen Wahrheit gehören zwei – einer, der sie sagt und einer, der sie versteht." Henry David Thoreau

del.icio.us liebte Google und nach 9 Monaten kam Qitera heraus: Social Bookmarking de luxe plus Suchmaschine

Social Bookmarking kennen Sie nicht? Im Netz sind Abermillionen Websites. Tausende sind vielleicht gut. Hunderte können Sie echt gebrauchen. Sie haben ja auch die Links dazu. Aber jetzt im Moment wissen Sie nicht genau wo. Auf dem Laptop im Flur oder in der Firma oder auf dem Rechner in ihrem neuen Büro im ehemaligen Zimmer der großen Tochter? Dieses Problem löste die erste Generation des Social Bookmarking ganz gut. Die Social Bookmarking Dienste wie delicious, Mister Wong, Digg sammeln parallel mit ihnen die guten Lesezeichen in einem Webkonto, die sie im heimischen Browser und auch im Büro ablegen. Beim Kunden, bei der Oma oder im Urlaub hat man sie so stets griffbereit – nämlich im Web, da braucht man sie ja schließlich. Das gibt es schon, denken Sie? Alter Hut? Ja und Nein.

Denn die Kasseler Firma Qitera erweitert diese Idee: Mit einem grünen Knopf im Browser kann jeder Nutzer sehenswerte Seiten im Qiterakonto speichern im Web – die heimische Festplatte bleibt leer. Damit kann man die Seite jederzeit durchsuchen.

Aber es kommt noch besser: Denn der grüne Knopf kann mehr. Jetzt werden bei jeder Sucheingabe in Google oder Yahoo all die altbekannten Links von ihnen mit angezeigt – in einem eigenen Feld auf der Google- bzw. Yahoowebsite direkt unter den bezahlten Premiumlinks. Ihre eigenen Suchergebnisse, die sie zum Thema schon mal gefunden und gespeichert haben. Und wenn Freunde und Kollegen ihre Links bei Qitera mit untereinander teilen, dann können sie sie gleich mitanzeigen lassen. Oder sie empfehlen gute Webressourcen. Kurz gesagt: Lange nicht so ein hilfreiches Tool gesehen.

Und spannend wird dann die Enterprise Version. Denn wenn endlich in den Firmen innerhalb der Internetwelt, also bei Eingaben auf der Googlesseite, die firmeneigenen Inhalte angezeigt werden, ohne dass das Firmenwissen je seinen Ort verlassen hätte, dann hat Qitera ein ganz großes Fass aufgemacht: Jeder Nutzer hat direkten Zugriff auf das gesamte Firmenwissen parallel zum Googlen. Wen man dann noch eine Datenbank mit Yellow Pages und eine relationale Datenbank zwischen das Firmenwissen und die Mitarbeiterprofile schaltet und damit Personen und Inhalte verbinden kann, schlägt man mit dieser Lösung Wissensmanagementsoftware im siebenstelligen Preisniveau; ganz zu schweigen vom ROI. Das schenkt dem Controller sein breites Grinsen zurück, aber auch dem Wissensmanager. Denn je mehr Nutzer mitmachen, desto sinnvoller und effektiver wird das System. Da jeder Google bedienen kann, gibt es vor allem zwei bisher unbekannte Resultate im Knowledge Management durch Qitera: keine Schulungen und 100% Nutzung im Alltag. Das Qitera noch eine eigene Suchmaschine mit an Bord hat, ist dann sozusagen noch ein hüsches Add-On.

Welches große System von BEA/Oracle, IBM/Lotus oder aus Redmond kann auch nur die Hälfte davon für sich in Anspruch nehmen. Meine Entdeckung der Jahres 2009. The Oscar goes to…Qitera from Kassel.

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Folgende Schlagwörter: social software, Suche, Web 2.0, Web 3.0

3 Kommentare

  1. Das Prinzip statt Tags einfach Topics zu eröffenen halte ich eh für sinnvoller, denn ich merke schon, wie ich nach einiger Zeit bei delicious immer weniger tags vergeben habe, weil es einfach die Übersicht enorm behindert, wenn man 1200 Links mit 3879 Tags ablegt. So gesehen finde ich das schon ganz sinnvoll, dass man sich bei qitera gleich auf Themenbereiche spezifizieren kann – nicht muss – und vor allem, dass man diese Topics mit ein paar erklärenden Sätzen beschreibt für seine Qitera-Friends, denn nicht jeder nutzt dieselben Begriffe für die gleichen Inhalte. Stichwort: Pragmatik rules over Semantik!

  2. Hallo Leute,
    das mit den Topics wird auf alle Fälle besser klappen, denn die Qitera-Suchmaschine sucht nicht nur nach deinen vergebenen Topics, sondern sucht auch die Inhalte der abgespeicherten Webseiten ab. Man findet also seinen gewünschten Cotent wieder. Wirklich dolles Ding das Tool und auf die Enterprise-Version bin ich schon gespannt.

  3. Ja. Qitera ist bekannt, ist eines der besseren Tools, auf jeden Fall . Wenn man bedenkt, wer sich so im Bookmarking tummelt, dann kann man denen nur wünschen, dass sie sich durchsetzen. Vor allem die Enterprise Geschichte hat ja bisher noch keiner bedacht. Das könnte was werden. delicious ist zwar am bekanntesten aber die tun gar nix mehr an neuen Funktionen raus. Ich habe da auch die Übersicht verloren trotz oder gerade wegen der tausend Tags. Ob das mit den Topics besser klappt wird sich zeigen. Ein Glück, dass man die ganzen Bookmarks von delicious zu qitera rüberimportieren kann…

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