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"Zur ganzen Wahrheit gehören zwei – einer, der sie sagt und einer, der sie versteht." Henry David Thoreau

Beste Studie in 2009: Best Practises Digitaler Journalismus

Das Center for Social Media an der American University hat eine Best Practises Studie zum Thema Digitaler Journalismus heraus gebracht. Da diese Studie wie auch ihr Vorgänger mal wieder droht in Deutschland nicht beachtet zu werden, hier eine kurze Zusammenfassung der Thesen. Da keiner der Päpste wie Shirky oder Jarvis auf die Studie hinweisen, droht auch diese neue sehr lesenswerte Studie zu versanden und dreiste Quatschköpfe wie die Unterzeichner der Hamburger Erklärung pressen uns noch einen Kohlepfennig für ihre Geschäftsmodelle aus dem 18.Jahrhundert aus dem Portemonnaie.

  • Einbeziehen: Journalismusprojekte nutzen digitale Plattformen um für Nutzer und Leser hilfreich zu sein und sie einzubinden mittels Informationen und Tools. Auf diese Weise werden öffentliche Debatten gefördert sowohl online wie auch offline.
  • Tiefer graben: Die neuen digitalen Nachrichtenmedien nutzen digitale Plattformen, um tiefer in Themen einzusteigen und mehr Kontexte zu knüpfen für News, Veranstaltungen oder spezielle Thementrends. Projekte im Digitalen Journalismus betonen und erweitern öffentliche Aufgaben des Gemeinwesens wie investigative Recherche, internationale Berichterstattung von Themen und Trends sowie Bericherstattung über wissenschaftliche Erkenntnisse oder Umweltbelange – vor allem bei Inhalten, die nicht oder kaum in den Massenmedien stattfinden.
  • Erreichen neuer und unkonventioneller Bereiche der Öffentlichkeit: Digitale Plattformen ermöglichen es den Autoren und Produzenten sich besser und direkter mit denjenigen zu vernetzen, die in bestimmten Bereichen schon funktionierende Netzwerke unterhalten über geteilte Ansichten, Perspektiven und Lebensweisen. So wird der den diversen Lebensentwürfen der Menschen durch eine gezielte Ansprache besser Rechnung getragen als dem Ansatz der Massenmedien, die nur auf große Reichweite fokussieren. Dies öffnet die Medien gegenüber den Belangen von Minoritäten, ethnischen Minderheiten und Menschen mit einer leisen Stimme in der Öffentlichkeit wegen ihres soziökonomischen Status’. Deren Perspektiven können umgekehrt die neuen digitalen Plattformen inhaltlich bereichern.
  • Verändern, Remixen, Recyclen: Existierende Inhalte einfach neu und adners zu verwenden, transportiert Content von einer Website zu einer anderen – auch mitttels Aggregation unter geänderten inhaltlichen Ansprüchen oder neuen Horizonten. So kann der Zugang zu bestehenden Inhalten extrem erweitert werden, was die klassischen Reichweitenmodelle bei weitem übersteigt – inhaltlich und sozial. So wird Mehrwert geschaffen durch klugen Umgang mit Inhalten, der deren Ideen und Konzepte erhält und erweitert und dadurch pflegt.(Dieses Konzept der curation wird in Deutschland sträflicherweise nicht beachtet, nicht verstanden oder schlicht ignoriert)
  • Zusammenarbeit: Zusammenarbeit bei digitalen News und Projekten rund um das öffentliche Gemeinwesen sind organisiert rund um bestimmte Themen, Regionen oder Gruppen wie einst die Bürgerinitiativen. Sie können nun alle aktiven Kräfte landesweit oder global einbinden wie Organisationen, Institutionen, Öffentlichkeiten und eben auch direkt die Verbreiter von Nachrichten und Artikeln im Web.
  • Erweitern von Medienkompetenz: Digitaler Journalism ist nicht bloß ein effektives Nutzen der aktuellen Webtechnologien oder eine organisationelle Restrukturierung. Es geht darum, den Leser und Zuschauer zu befähigen, die Masse an Informationen so zu ihrem Vorteil einzusetzen – das Ziel ist, dass sie häufiger und besser Inhalte produzieren und nutzen. Es geht hier um ein aktives Fördern der Medienkomptenez, um das Setzen von Standards und einfaches Training, damit Leser, Hörer und Zuschauer auch an der Produktion von Journalismus teilnehmen können oder zumindest kritischer Inhalte Konsumieren.
  • Kreatives Ausprobieren von Form und technologien: Pioniere des digitalen Journalismus kreieren neue Formate, neue Oberflächen und Schnittstellen oder Plattformen, um Nachrichten und andere Inhalte zu verbreiten und dadurch die Teilnahme am Gemeinwesen zu fördern. Das kannl das Ausnutzen kommerzieller Plattformen bedeuten oder umfasst das erweitern freier Software für neue Zwecke mit den Entwickler-Communities.
  • Fördern politischer Diskussion und Partizipation: Websites, die sich dem digitalen Journalismus verpflichtet fühlen, sind genau die Mittel, um politische Konversationen und ziviles Engagement zu fördern. Politische interessierte Websites können Menschen ermutigen, Stellung zu beziehen und auch und gerade in den Kommentarbereichen engagiert zu diskutieren und so möglicherweise auch politische Handlungen im realen Leben zu begründen. Diese “mobilisierenden Informationsquelle”n können als Anlaufstelle dann auch wichtige Erstinformationen liefern, wie Adressdaten von Initiativen, Parteien oder ähnlichen Gruppen, um aus Meinungen Handlungen im Sinne des Gemeinwesens zu gestalten. An dieser Stelle sind dann auch webbasierte Transparenz-Initiativen zu nennen, die die Regierungen und ihre Aussagen auf Glaubwürdigkeit und ethische Praxis kontrollieren.
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  1. Twitted by armselig
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